Clemens J. Setz ist „Poeta Laureatus“

Angelehnt an den „Poet Laureate“ im Vereinigten Königreich und den USA verfasst der jeweilige „Poeta Laureatus“ ein Jahr lang – beginnend mit März – jeden Monat ein Gedicht „zur Lage der Welt, Europas, des deutschen Sprachraums – zu all dem, was die Gesellschaft gerade bestimmt und/oder wohin sie sich bewegt.“ Auf Initiative des Lyrikers Raoul Schrott und mit Unterstützung des Tourismusbüros von Lech Zürs wird jährlich die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung vergeben. Mit dem österreichischen Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz wurde nun nach Michael Krüger (Preisträger 2023/2024) der zweite „Poeta Laureatus“ gewählt. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des „Literaricum Lech“ (18. bis 21. Juli 2024) statt.

Die Jurybegründung:
Clemens J. Setz ist ein Geschichtenumsetzer mit weitem Horizont, ein Themenfinder mit Scharfblick, ein Materialumwälzer mit grenzenlosem Interesse. Das hat die deutschsprachige Literatur selten gesehen. Es wird spannend, was er in den nächsten 12 Monaten an Fundstücken in seine irisierenden Gedichte packt. Ihm ist nichts Menschliches fremd und alles Fremde menschlich. Klar ist, dass er dabei auch die Grenzen dessen verschieben muss, was heute unter literarischer Sprache verstanden werden kann: Denn dazu gehören notwendig auch Bilder, soziale Medien, Videos und Podcasts.

Das aktuelle Gedicht ist jeweils am Anfang des Monats in „Der Standard“ und der „Welt am Sonntag“, sowie bei Ö1 „ex libris“ und SWR2 „lesenswert“ nachzulesen und zu hören.

Über den Preisträger:
Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren und lebt heute als Übersetzer und freier Schriftsteller in Wien. 2011 wurde er für seinen Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman „Indigo“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 prämiert. 2014 erschien sein erster Gedichtband „Die Vogelstraußtrompete“. Für seinen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ erhielt Setz den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2015. 2021 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt. 2023 erhielt er für „Monde vor der Landung“ den Österreichischen Buchpreis.

Das „Literaricum Lech“ findet seit 2021 unter der künstlerischen Leitung der schweizerisch-deutschen Kulturjournalistin Nicola Steiner statt. Ideengeber sind der Vorarlberger Schriftsteller und Mitinitiator des „Philosophicum Lech“ Michael Köhlmeier und der österreichische Dichter und Schriftsteller Raoul Schrott. Das Festival rückt jedes Jahr einen Klassiker der Weltliteratur zum Wieder- und Neuentdecken ins Rampenlicht, um seinen Echoraum in unserer zeitgenössischen Literatur zu erkunden. Der Festivalklassiker 2024 ist „Lolita“ von Vladimir Nabokov.

Clemens J Setz (c) Rafaela Pröll Suhrkamp Verlag
(c) Rafaela Pröll, Suhrkamp Verlag
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