Aus Liebe zum alten Buch ein halbes Jahrhundert im Geschäft

1972 gründete Michael Steinbach sein Unternehmen. Mehr als fünfzig Jahre später ist das Antiquariat Steinbach immer noch erfolgreich und rüstet sich für die Zukunft.

Interesse an alten Büchern ist eine wichtige Voraussetzung für antiquarischen Handel – aber nicht die einzige. Auch Erfahrung im internationalen Geschäft und Flexibilität auf einem sich verändernden Markt sind unerlässlich. Michael Steinbach hat beides: Nach einer Lehrzeit in Los Angeles und vielen Jahren als selbstständiger Antiquar in München führt er sein Geschäft seit 2009 wieder in Wien. Heute spezialisiert sich das Antiquariat Steinbach auf Bücher über Wien um die Jahrhundertwende und Titel mit Bezug zu Spanien und Japan.

Von Wien aus reist der Antiquar mehrmals jährlich zu internationalen Buchmessen in Europa, Nordamerika und Asien. Der persönliche Austausch mit Kund:innen findet nach wie vor hauptsächlich auf solchen Messen statt. Auch sie verändern sich aber durch das Angebot im Internet: „War bis in die 1990er Jahre die Erfahrung und das Wissen ausschlaggebend, hat das heute leider nur zum Teil noch einen signifikanten Wert“, sagt Steinbach. „Selbst erfahrene Kolleg:innen gehen auf den Messen mit dem Handy herum und checken erst wie oft und zu welchem Preis ein Buch online ist, bevor sie eine Entscheidung treffen.“

Dadurch hat sich auch der Umgang mit der Kundschaft verändert: „Die Käufer:innen von früher wussten genau, was sie suchen und was sie wollen, sagt Steinbach. „Heute kommt der Kunde und weiß nicht, was er eigentlich will. Er ist zwar interessiert, aber man muss ihm ein Buch ‚schmackhaft‘ machen.“

Mit einer gut strukturierten Website hat Michael Steinbach sich auf diese Veränderungen eingestellt, die Onlinepräsenz soll noch weiter ausgebaut werden. Die Zukunft liege aber nicht allein im Onlinegeschäft: Auch das haptische Erlebnis beim Blättern in einem jahrhundertealten Buch sei für die Kundschaft relevant. Wie überall in der Buchbranche gehe es außerdem darum, die nächste Generation zu begeistern: „Ich bin von Natur aus Optimist und glaube an die Zukunft unserer Branche, wenn es uns gelingt auch eine jüngere Käuferschicht ans alte Buch heranzuführen.“

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