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Melinda Nadj Abonji erhält den Erich Fried Preis 2022

Klaus Merz ernennt Melinda Nadj Abonji zur Erich Fried Preisträgerin 2022. Die Verleihung findet am Sonntag, den 20. November im Literaturhaus Wien statt.

Der Erich Fried Preis, eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen Österreichs, wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft vergeben und von jährlich wechselnden Einzeljuror:innen entschieden. Der Preis wird vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport gestiftet und ist mit 15.000 Euro dotiert. Zu den Preisträger:innen der letzten Jahre zählen Terézia Mora, Thomas Stangl, Nico Bleutge, Rainer Merkel, Judith Hermann, Dorothee Elmiger, Leif Randt, Teresa Präauer und zuletzt Frank Witzel.

Melinda Nadj Abonji wurde mit ihrem mit autobiografischen Elementen besetzten Roman Tauben fliegen auf (Jung & Jung) einem breiteren Publikum bekannt. Der Roman wurde sowohl mit dem Deutschen Buchpreis als auch mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet.

Für den Preis 2022 wurde der aus der Schweiz stammende Autor Klaus Merz zum alleinigen Juror bestimmt. Entschieden hat dies ein dreiköpfiges Kuratorium, das von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft aus den eigenen Reihen ernannt wird. In diesem Jahr besteht das Fried-Preis-Kuratorium aus den Autor:innen Teresa Präauer, Angelika Reitzer und Christoph Hein.

Klaus Merz schreibt in seiner Jurybegründung:

“Was bleibt uns heute noch zu tun mit lediglich einem Bleistift in der Hand, über eine Tastatur gebeugt, angesichts einer für jegliche Verheerung hoch gerüsteten Welt? Es bleibt uns noch immer das präzise und innige Erzählen. Vom Krieg und vom Frieden. Vom Sterben und von der Liebe. Vom Gespräch über alle Gespaltenheit und Risse hinweg. Wahrgenommen aus einem fragilen «Dazwischen» heraus, der Heimat ernsthaft Schreibender, zu denen auch die heurige Erich Fried-Preisträgerin Melinda Nadj Abonji gehört.

Und diese Auszeichnung ist keiner saisonalen Shortlist geschuldet, sie geht vielmehr an eine langsame Brüterin. Parallel zu ihren Auftritten als Musikerin und engagierte Textperformerin sind im Lauf der vergangenen zwanzig Jahre ihres künstlerischen Unterwegsseins drei eindrückliche Romane entstanden: Im Schaufenster im Frühling, Tauben fliegen auf und Schildkrötensoldat. Melinda Nadj Abonji lässt sich Zeit beim Schreiben. Damit sich ihre Sätze setzen können und zu eigentlicher Sprach-Musik werden, die entlang der menschlichen Abgründe ganz eigen und virtuos zum Tanz aufspielt.”

„Der Erich Fried Preis ist nicht nur aufgrund seines berühmten Namensgebers, sondern auch aufgrund des speziellen Vergabemodus einzigartig in Österreich. Die jährlich von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft nominierten Einzeljuroren übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe. Umso mehr möchte ich mich bei Klaus Merz für seine exzellente Wahl bedanken“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer, sowie: „Melinda Nadj Abonji gehört zweifelsfrei zu den bedeutendsten deutschsprachigen Stimmen der Gegenwartsliteratur. Sie schafft mit ihrer unverwechselbaren, schöpferischen, musikalisch-schwingenden Sprache Romanfiguren, die man nicht mehr vergisst. Ich gratuliere Melinda Nadj Abonji herzlich zu dieser hohen Auszeichnung.“

Melinda Nadj Abonji
wurde 1968 in Bečej in der Provinz Vojvodina im ehemaligen Jugoslawien geboren, 1973 siedelte sie mit ihrer Familie in die deutschsprachige Schweiz um. Ihre Familie gehörte der ungarischen Minderheit in Jugoslawien bzw. Serbien an. Veröffentlichungen seit 1998. Ihr neueste Roman Schildkrötensoldat (Suhrkamp, Berlin 2017) wurde mit dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank 2018 ausgezeichnet. Melinda Nadj Abonji schreibt auch für das Theater und für den Rundfunk und sie tritt als Textperformerin auf.

Klaus Merz
gehört zu den renommiertesten Schweizer Autor:innen. Geboren 1945 in Aarau, lebt er in Unterkulm/Schweiz. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. Hermann-Hesse-Literaturpreis 1997, Werkpreis der schweizerischen Schillerstiftung 2005, Basler Lyrikpreis und Friedrich-Hölderlin-Preis (beide 2012) sowie zuletzt Christine-Lavant-Preis (2018). Er schreibt vorwiegend Prosa und Lyrik, seit Herbst 2011 erscheint beim Haymon-Verlag eine Werkausgabe in mehreren Bänden. 2020 ist mit der Erzählung Im Schläfengebiet ein bibliophiler Sonderdruck erschienen.

Melinda Nadj Abonji
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