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„Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ 2022 geht an Gertraud Klemm

Die Schriftstellerin Gertraud Klemm erhält den von der österreichischen Industrie gestifteten „Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ 2022. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird bereits seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben, am 26. September wird er durch den Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, im Wiener Haus der Industrie überreicht.

Die Jury begründet die Auswahl für die diesjährige Auszeichnung wie folgt: „Gertraud Klemm analysiert in ihren Romanen und Essays die beharrlich gleichen sozialen Fragen unserer sich verändernden Gesellschaft ohne Scheu vor Konfrontationen. Ihr scharfer Blick führt den Lesenden die Aktualität ungelöster alter Problematiken in einer lebendigen, präzisen Sprache, der auch das Spiel mit Humor nicht fremd ist, meisterlich vor Augen.“

Geboren 1971 in Wien, studierte Gertraud Klemm ursprünglich Biologie und arbeitete dann als Gutachterin bei der Stadt Wien. 2006 folgte die berufliche Umorientierung, seitdem steht ihr literarisches Schaffen im Zentrum ihrer Arbeit. Romane wie „Herzmilch“, und „Aberland“ folgten (beide Literaturverlag Droschl). 2016 brach sie mit ihrem Roman „Muttergehäuse“ ein gesellschaftliches Tabu und thematisierte ihren unerfüllten Kinderwunsch. Zuletzt setzte sie mit ihrem Roman „Hippocampus“ (beide Kremay & Scheriau) ein Zeichen für die gleichberechtigte Wahrnehmung von Frauen. In ihren Romanen und politischen Kommentaren legt Klemm den Finger in die Wunden unserer Zeit und regt damit Debatten über das Frauenbild in unserer Gesellschaft an. Für ihre zahlreichen Werke wurde sie unter anderem mit dem Outstanding Artist Award 2020, dem Ernst-Toller-Preis 2021 sowie mit dem Publikumspreis beim Bachmannpreis 2014 ausgezeichnet.

Die unabhängige Jury des „Literaturpreises der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ setzt sich aus Marianne Gruber (Ehrenpräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur), Johann Holzner (vorm. Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck) und Barbara Neuwirth (Schriftstellerin) zusammen. Der Preis wird auf Vorschlag der unabhängigen Jury einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft verliehen, „dessen oder deren Werk von hervorragender Relevanz für die literarische und gesellschaftliche Korrelation unserer Zeit ist“. Er gehört zu den renommiertesten österreichischen Literaturpreisen. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern befinden sich eine Reihe von prominenten Autorinnen und Autoren der Zweiten Republik wie Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Michael Köhlmeier, Arno Geiger, Sabine Gruber, Olga Flor, Robert Seethaler, Erich Hackl, Sabine Scholl, Daniel Kehlmann, Reinhard Kaiser-Mühlecker und zuletzt Andrea Grill.

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