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anzeiger 3/2022 – Buchhändler:innen empfehlen

 Claudia Strasser von der Bücherinsel in Gallneukirchen und Helene Sternig von der Buch- und Papierhandlung Alexowsky in Groß-Enzersdorf empfehlen Spannendes.

Text: Lisa Schöttel

Krimilesefutter für den Frühling mit Brenner, Lacroix und Ducker
Claudia Strasser von der Bücherinsel in Gallneukirchen

In der Bücherinsel in Gallneukirchen finden Freund:innen des Nervenkitzels neben anspruchsvoller Kriminalliteratur auch humorvolle Regionalromane und Titel, die in das Genre der sogenannten „Cosy Crimes“ eingeordnet werden können. Abgesehen von bekannten Krimigrößen hat das Team rund um Buchhändlerin Claudia Strasser auch eher unbekanntere Krimineulinge im Sortiment. „Wir verstehen uns als regionaler literarischer Nahversorger und freuen uns, unsere Stammkund:innen mit einer ungeplanten Neuentdeckung überraschen zu können“, sagt die Filialleiterin.

Einen fixen Platz im Sortiment der Buchhandlung nimmt die oberösterreichische Autorin Eva Reichl ein, die mit ihrem Neuling „Todesdorf“ ihren Fans nach vier Mühlviertler Krimis nun erstmals einen Thriller beschert. Als „Must-Read“ kann man den Krimi von Wolf Haas mit dem Titel „Müll“ (Hoffmann & Campe) bezeichnen. Claudia Strasser hat den Roman vorab gelesen und mit Freude festgestellt, dass der österreichische Autor mit dem Buch endlich wieder einen „typischen Brenner-Krimi“ auf den Markt gebracht hat. Strasser meint: „Mit lakonischem Humor lässt Haas seinen Brenner in bekannter Weise auf dem Müllplatz mehr Geheimnisse aufdecken, als dieser vielleicht wollte.“

Auch wenn österreichische Autor:innen einen besonderen Platz einnehmen, fiebern Claudia Strasser und ihr Team bereits auf eine Reihe interessanter Neuerscheinungen internationaler Schriftsteller:innen hin. „Mit Spannung erwarten wir zum Beispiel das neue Buch von Alex Lépic dessen Commissaire Lacroix der legendären Figur Maigret von Simeons nachempfunden ist“, erklärt Strasser.  Der fünfte Fall „Lacroix und der blinde Buchhändler von Notre-Dame“ (Kampa Verlag) erscheint im Frühjahr, und verspricht „eines der spannenden Highlights unter den Neuerscheinungen in diesem Frühjahr zu werden.“ Neben Frankreich ist auch Kanada eines jener Länder, in das Strasser und ihr Team gern literarisch-gedankliche Reisen unternehmen. „Louise Penny und ihr Ermittler Gamache haben sich einen festen Platz auf unserem Krimitisch erobert“, erzählt die Buchhändlerin und beschreibt „Totes Laub. Der elfte Fall für Gamache“ (Kampa Verlag) als „solides Krimilesefutter für diesen Frühling.“

Weiter im Trend bleiben skandinavische Krimis. Nach ihrem Auftakt mit „Nachttod“ ist kürzlich der zweite Band mit dem Titel „Finsterhaus“ (Heyne) der Krimireihe rund um Hanna Ducker von Johanna Mo erschienen. Darin taucht die Polizistin tiefer in die Geheimnisse um das Mordgeständnis ihres Vaters ein und versucht zusammen mit Partner Erik Lindgren gleichzeitig ein kleines Kind zu retten. „Die Hauptfigur wirkt anfänglich etwas abweisend, sodass man als Leser:in nicht gleich mit ihr warm wird“, erklärt Strasser. Dennoch wird man schnell von der Geschichte in den Bann gezogen. Ihr Fazit: Ein Roman, in den man sich erst langsam einfinden müsse, trotzdem werde sie sich den für Frühjahr 2023 angekündigten Folgeband „Dunkelwald“ nicht entgehen lassen.

Und zum Schluss hat Strasser noch ein Tipp für alle Fans der im vergangenen Jahr verstorbenen Autorin Lucinda Riley, die durch ihre „Sieben Schwestern Reihe“ einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte: „Im April erscheint der erste und bisher unveröffentlichte Kriminalroman von Lucinda Riley „Die Toten von Fleat House“ im Goldmann Verlag – darauf warten wir mit Spannung.“

Obskure Mordfälle, historische Verschwörungen und kochende Ermittlerinnen
Helene Sternig
von der Buch- und Papierhandlung Alexowsky in Groß-Enzersdorf

Ob es um die eigene Heimatgegend geht, um ein Urlaubsziel oder eine Destination, für die man ein Faible hat: Das Etikett Regionalkrimi boomt. Auch in der Buch- und Papierhandlung Alexowsky in Groß-Enzersdorf ist die Aufklärung von Verbrechen mit Lokalkolorit sehr gefragt. „Die Menschen lieben spannende Geschichten aus ihrem eigenen Umfeld“, meint Buchhändlerin Helene Sternig. Sind die Protagonist:innen auch noch ein wenig schrullig und der Mordfall etwas obskur – umso besser. „Wichtig ist auch eine gute Portion Humor“, fügt die Buchhändlerin hinzu. Nicht verwunderlich also, dass die Kundschaft sehnsüchtig die neuen Krimis von Wolf Haas und Thomas Stipsits erwarte.

Neben den österreichischen Krimigrößen findet man in der Buchhandlung Alexowksy eine liebevoll auf die Stammkundschaft gemünzte Krimiauswahl. Laut Sternig ist ein guter Mix das Geheimnis: „Meist bestelle ich interessante Titel, die mir gerade in die Finger kommen, und zu unserer Kundschaft passen könnten.“ Unter den Neuerscheinungen empfiehlt die Buchhändlerin das neue Buch von Richard Osman, der in „Der Mann, der zweimal starb“ (Ullstein Verlag) seine scharfsinnige Pensionistentruppe wieder auf Ermittlungen schickt. „Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und bringen einen schnell zum Lachen. Außerdem entwickelt Richard Osman auch einen sehr ansprechenden Krimiplot mit vielen humorvollen Wendungen“, erklärt die Krimiexpertin.

Einen laut Sternig sehr fesselnden Schreibstil pflegt auch die in Salzburg geborene Autorin Ellen Dune. Ihr neuer Kriminalroman „Boom Town Blues“ wurde im Haymon Verlag veröffentlicht und zeigt ein Dublin fernab gängiger Reisekatalogklischees. Sternig sagt: „Die Autorin zeichnet sehr gekonnt ein Bild der auseinanderdriftenden Realitäten jener Menschen „ganz oben“, der Mittelschicht und Menschen, die zum Leben zu wenig haben – eine Leseempfehlung.“

Definitiv kein Roman für Zartbesaitete ist „1795“, das Finale der Trilogie von Niklas Natt och Dags (Piper Verlag). In diesem Buch zeigt der Autor und Journalist ein Stockholm in all seiner Grausamkeit. „Das Wechselspiel zwischen historischem Zeitporträt und Krimiplot ist einfach meisterlich. Ich war sehr beeindruckt“, meint Sternig. Eine raffinierte Gratwanderung zwischen Krimi und wissenschaftlicher Arbeit wagt auch der deutsche Universitätsprofessor für Geschichte Michael Sommer mit „Dark Rome“ (C.H.Beck). „Der Autor betrachtet darin die dunklen Seiten der römischen Geschichte: Von Drogenkonsum zu Giftmischung über Mord und Verschwörung ist alles dabei“, erzählt die Buchhändlerin. Das Buch empfiehlt sie jenen Leser:innen, die sich für das alte Rom interessieren und in die Geschichte dieser Zeit eintauchen wollen.

Und für alle kochwütigen Krimifans hat Helene Sternig noch das Kochbuch „No Stress/Mira kocht“ (Folio Verlag) der im Weinviertel ansässigen Autorin Eva Rossmann in petto. „Gerade schreibt sie an ihrem nächsten Krimi. Um die Wartezeit zu verkürzen, gibt es jetzt ein Kochbuch mit mehr als 200 Rezepten aus den Mira Valensky Krimis.“ Im März organisiert die Buchhandlung eine Lesung, bei der auch gekocht wird. „Eva Rossmann liest aus ihren Büchern und Herbert Breinreich kocht daraus die Rezepte – das wird ein literarisch-kulinarischer Hochgenus“, freut sie sich.

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