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Kathrin Röggla erhält den WORTMELDUNGEN-Literaturpreis 2020

Die österreichische Autorin Kathrin Röggla erhält den WORTMELDUNGEN-Literaturpreis 2020. Der mit 35.000 Euro dotierte Preis wird zum dritten Mal verliehen.

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Kathrin Röggla (c) Jessica Schäfer

In ihrem literarischen Essay Bauernkriegspanorama spricht Röggla vielfältige Aspekte der aktuellen gesellschaftlichen Lage in Deutschland an, die vor dem Hintergrund der politischen Auseinandersetzungen um die thüringische Landtagswahl umso brisanter wirken: Rechtspopulismus, soziale Spaltung, Stadt-Land-Gefälle werden anhand des Bauernkriegspanoramas von Werner Tübke als Merkmale einer historischen Rückwärtsbewegung gedeutet.

„Kathrin Röggla gelingt es auf so kluge wie leidenschaftliche Weise, ein Bild der deutschen Gegenwart zu zeichnen: die Bewegung nach rechts als Rückwärtsgang, die Grundierung durch Hetze und Menschenhass, das falsche Pathos, das aus der Vergangenheit herüberstrahlt, die Ironie als hilflose Pose, die Leerstellen und blinden Flecken unserer Wahrnehmung. Der Text setzt die Unübersichtlichkeiten und Verwerfungen unserer Zeit kongenial in literarische Bilder um. Er ist schon deswegen ein Wagnis, weil er versucht, die vielen widerstrebenden Entwicklungen als eine Gesamtheit abzubilden.“ so die Jury.

Kathrin Röggla wurde 1971 in Salzburg geboren und lebt als Schriftstellerin in Berlin. Sie veröffentlichte viele Prosabände, aber auch Essays, zahlreiche Theatertexte, und Hörspiele, zuletzt Verfahren (WDR/BR, Januar 2020), das sich mit dem Gerichtsverfahren zu den Verbrechen des NSU auseinandersetzt. Als Kunstschaffende zwischen den Medien produzierte sie auch einen Dokumentarfilm (ZDF 2012), arbeitete installativ und kuratierte eine Ausstellung mit dem Titel Der Elefant im Raum in der Akademie der Künste (2019). Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Arthur-Schnitzler-Preis (2012) oder dem Nestroy für das beste Theaterstück (2011). Kathrin Röggla ist seit 2015 Vize-Präsidentin der Akademie der Künste in Berlin.

Über die Vergabe des mit 35.000 € dotierten Preises für herausragende literarische Kurztexte entschieden die JurorInnen Beate Gütschow (Künstlerin), Hasnain Kazim (Journalist), Sandra Kegel (Literaturkritikerin), Stephan Lebert (Journalist), Christine Lötscher (Literaturkritikerin), Sighard Neckel (Soziologieprofessor) und Daniela Strigl (Literaturkritikerin).

Die Preisverleihung des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises findet am 16. Mai 2020 in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt statt. Die anschließende Podiumsdiskussion setzt sich mit dem Thema des prämierten Textes auseinander. WORTMELDUNGEN – Der Literaturpreis für kritische Kurztexte wird von der Crespo Foundation ausgelobt. Er ist mit 35.000 Euro dotiert und wird jährlich für herausragende literarische Kurztexte verliehen, die in der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen den Nerv der Zeit treffen. Der mit 15.000 Euro dotierte Förderpreis soll junge Autor*innen motivieren, sich mit dem Thema des Gewinner*innentextes auseinanderzusetzen und eine eigene literarische Position zu formulieren.

3.3.2020

Kathrin Röggla (c) Jessica Schäfer
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