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Anzeiger 10/2020 – Seelensucher, Bibel-Heldinnen und Häuptlinge

Besonders in Krisenzeiten geben Glaube, Religion und Spiritualität Halt, Kraft und helfen gegen Unsicherheit und verschiedene Ängste. Während der Ausgangsbeschränkungen gab es viel Zeit für Selbstreflexion, und auch jetzt im Herbst beschäftigen sich viele Menschen mit Religion, Glauben oder den existenziellen Fragen des Lebens. Diese Bücher aus dem Herbstprogramm helfen bei der Suche nach Antworten.

Text: Hannah Lea Jutz

Seelensucher, Gottfinder, Lebenswert und Fragende

Was ist die Seele? Bereits seit mehreren Tausend Jahren beschäftigen sich Menschen mit dieser Frage. Selbst Kinder wollen schon wissen, wie es in ihrem Inneren aussieht. In „Der Seelensucher: Eine Geschichte über das große Geheimnis des Menschen­“ (Kösel) hat Rainer Oberthür Erklärungen, Geschichten und Theorien von Naturwissenschaftlern, Schriftstellern, Philosophen, Theologen und Kindern zusammengetragen und in eigene Worte gefasst.

Gott finden abseits von religiösen Gemeinden? Matthias Beck argumentiert in „Gott finden. Wie geht das?“ (Styria), dass Gott in allen Dingen gefunden werden kann. Jeden Tag und von jedem Menschen. Die Kirche kann zwar eine wichtige Hilfestellung beim persönlichen Hinfinden sein, aber dem Menschen auf der Suche nach Gott auch im Wege stehen. Theologe und Medizinethiker Beck zeigt in seinem Buch schrittweise, wie der Mensch zu den Tiefen seiner Persönlichkeit und damit zu sich selbst findet.

Ein sinnvolles und wertvolles Leben zu führen ist eine urmenschliche Sehnsucht. Sinn im Alltag zu sehen und wahrzunehmen wird in einer hochtechnisierten und schnelllebigen Welt immer schwieriger. Doch ganz ohne Traditionen und spirituelle Anbindung lässt es sich laut klinischer Psychologin, Psychotherapeutin und Autorin Elisabeth Lukas nur schwer gut leben. Aufbauend auf der Logotherapie von Viktor Frankl, liefert „Was das Leben­ wertvoll macht“ (Butzon & Bercker) hilfreiche Impulse für ein spirituelles und sinnvolles Leben.

 

Heilige Nacht, Raunächte und biblische Faktenchecks: Weihnachten kommt

Das Wichtigste für die alte Befana ist es, mit ihrem großen Besen ihr kleines Haus zu kehren. Jeden Tag kehrt sie und lässt sich davon nicht abbringen. Auch nicht, als plötzlich drei Männer, gekleidet wie Könige, vor ihrem Haus stehen und ein kleines Kind suchen, das der Welt den Frieden bringen soll. Befana bleibt bei ihrem Besen und überlegt es sich erst in letzter Sekunde doch noch anders. Es scheint schon zu spät zu sein, doch sie entdeckt schließlich doch noch, was wirklich das Wichtigste im Leben ist. „Befana, die Weihnachtsfrau“ (Eschbach) erzählt die berührende Legende vom Sinn des Weihnachtsfests neu, die schönen Originalillustrationen sind dabei erhalten geblieben.

Jedes Jahr feiern viele Menschen in Österreich Weihnachten und damit die Geburt von Jesus. Doch was geschah damals wirklich? Selbst in der Bibel gibt es Widersprüche. Wann und wo ist Jesus also geboren? Wieso wurde er als Heiland wahrgenommen? Und war Maria wirklich Jungfrau und Josef ein alter Mann? Die Forschungen und Ergebnisse von vielen Bibelwissenschaftlern werden im Buch „Von wegen Heilige Nacht!“ (Gütersloher Verlagshaus) von Simone und Claudia Paganini präsentiert und zeichnen ein ernüchterndes und doch erleuchtendes Bild von der Weihnachtsnacht. Der große Faktencheck zur Weihnachtsgeschichte – verblüffend und unterhaltsam.

Kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember, beginnen­ die dreizehn Rauhnächte. Bis zum 6. Jänner dauern sie an und sind für viele Menschen die mystischsten Nächte im ganzen Jahr. „Rauhnächte­: Die schönsten Rituale“ (camino) erklärt einige der vielen Rituale für diese Zeit. Autorin Nadine Stegelmaier­ erläutert die historischen Hintergründe­ der Rauhnächte sowie traditionelle Bräuche aus verschiedenen Religionen und verbindet diese mit der aktuellen Faszination um das Thema. Nostalgische­ Bilder veranschaulichen, wie das alte Wissen heutzutage­ genutzt werden kann und wie man aus dieser besonderen Zeit Kraft schöpfen kann.

 

Omas Tod, Trauer, Todesangst und Familientrauerarbeit

Trauerbewältigung ist aktuell ein wichtiges Thema. Besonders für Kinder ist der Tod oft schwer verständlich. In „Omas Abschied“ (Herder) stirbt die Großmutter der Protagonistin und wird von Gott „zu sich gerufen“. Ihre Verabschiedung und die Gefühlswelt der Enkelin werden in einem poetischen Bilderbuch mit Illustrationen von Yvonne Hoppe-Engbring erzählt. Klaus Engbring stellt sich der Frage nach dem Tod mit einer leisen und versöhnlichen Antwort.

„Weiter leben!“ (Tyrolia) von Christine Leutkart hilft bei der Neuorientierung nach dem Tod des eigenen Partners. In diesem Buch beschreiben betroffene Frauen und Männer ihre Erfahrungen und die Herausforderungen, die sie bewältigen mussten: Einfühlsame Fürsorge der Kinder, die Planung der Verabschiedung und die eigene Trauer. Ermutigende Geschichten für Trauerende und eine Anleitung, wie man aus den Tragödien des Lebens lernen kann.

Dass der Tod ein weitgehendes Tabuthema ist, ist kein Geheimnis. Dabei wissen wir alle, dass wir einmal sterben müssen. Und doch haben viele Menschen Angst davor. Und manchmal ist die Angst so groß, dass die Freude am Leben verloren geht. „Die Angst vor dem Tod“ (Patmos) ist ein Ratgeber von Hans Morschitzky und bietet Hilfestellung beim schwierigen Thema Sterben und Tod. Mit vielen Übungen und Reflexionsfragen, die dabei helfen, den Tod zu akzeptieren und das Leben im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu genießen.

Mechthild Schroeter-Rupieper ist Begründerin der Familientrauerarbeit in Deutschland und hat mit „In deiner Trauer getragen“ (bene!) einen einfühlsamen Ratgeber für Sterbende, Angehörige und Hinterbliebene geschrieben. Die Autorin erzählt bewegende Geschichten aus ihrer jahrzehntelangen Arbeit als Trauerbegleiterin und gibt Hilfestellungen bei Trauer mit Kindern und dem Trauern nach einem Suizid oder einer tödlichen Diagnose. Denn der Abschied beginnt, wenn der oder die Betroffene die Nachricht bekommt, dass er oder sie bald sterben wird. Wie soll man die verbleibende Zeit noch nutzen? Und auch das Umfeld hat viele Fragen. Schroeter-Rupieper bietet Antworten.

 

Muslime in Bayern, vier unterschiedliche Brüder und amerikanische Häuptlinge

Weisheiten der amerikanischen Ureinwohner sind in „Die Erde ist heilig“ (Patmos) zusammengefasst. Die Reden und Worte berühmter Häuptlinge wie Seattle, Sitting Bull, Powhatan und Black Hawk sind nicht nur im Buch festgehalten, sondern können auf der beiliegenden CD auch gehört werden. Angelika Kirchschlager liest die Einführungen zu den Reden, Konstantin Wecker­ liest die Reden selbst und begleitet die Lesung musikalisch. Hinzu kommen beeindruckende Fotografien im Buch. Ein Erlebnis für alle Sinne und die Erkenntnis, dass die Häuptlinge uns um einiges voraus sind, wenn es um ein natürliches, einfaches und sinnvolles Leben geht.

Von Nordamerika nach Deutschland: Kaum eine andere Familie spiegelt das Schicksal und die Geschichte der deutschen Juden des 19. und 20. Jahrhunderts so deutlich wie die Scholems. Vom glanzvollen Aufstieg ins Bürgertum bis zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden: Jay Geller erzählt in „Die Scholems“ (Suhrkamp) die Geschichte von vier Brüdern, die sich unterschiedlicher nicht entwickeln hätten können. Eine Familie, in der sich die verschiedenen Ausprägungen der deutsch-jüdischen Geschichte versammeln: Nationalismus wie Liberalismus, Sozialismus wie Zionismus­.

„Die seltsamsten Orte der Religionen“ (C.H. Beck) ist ein Reiseführer der besonderen Art. Johann Hinrich Claussen beschreibt 39 christliche und nichtchristliche Orte, wie versteckte Kirchen, magische Bäume und verbotene Schreine. Neben dem ältesten Steingarten Japans, einem christlichen Tempel mit 37.000 Sitzplätzen im Kongo oder der Porzellankirche in Meißen finden auch Druidenbäume und Megakirchen im Buch Platz. Eine kleine Weltreise zu Tierfriedhöfen, Rattentempeln, Kathedralen aus Müll und Weltkriegstrümmern, die den Lesenden Einblick in die Gründe und Abgründe der menschlichen Existenz erlauben.

Der Begriff „Scharia“ ist mit vielen Vorurteilen verbunden. Für die einen bedeutet es Gewalt, strenge Bestimmungen und hohe Strafen. Andere sehen es als Gottes Gesetz, wie es im Koran steht. Mouhanad Khorchide und sein Team analysieren die Gesetzestexte zu Themen wie Homosexualität, Erbrecht, Ehe- und Scheidungsrecht aus dem Koran, erklären deren historische Zusammenhänge und zeigen Wege für eine zeitgemäße Rezeption. „Weg zur Quelle: Die Scharia im Koran“ (Herder) ist der zweite theologische Koran-Kommentar von Herder.

Wie kann Integration gelingen? Eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit, über die sich nicht nur die Politik Gedanken macht. Beispiele zeigen: Es geht. „Islamische Gemeinde Penzberg“ (Gütersloher­ Verlag) erzählt die ermutigende Geschichte der bayerischen Kleinstadt Penzberg, wo das Miteinander von verschiedenen Religionen, Sprachen und Kulturen Alltag ist. 1989 wird hier ein Gebetsraum für muslimische „Gastarbeiter“ eingerichtet. Heute gibt es den Gebetsraum nicht mehr, an seine Stelle ist eine schöne Moschee getreten. Und aus den Bewohnern, die eigentlich nur einige Jahre bleiben wollten, ist eine deutsche muslimische Gemeinde geworden.

 

Bibelzeit, Alltagsgeschichten, Jona im Walfisch und biblische Heldinnen

In „Es gibt eine Zeit“ (Tyrolia) gelingt Lena Raubaum eine Neuinterpretation des bekannten Bibeltextes (Koh 3, 1–8). Durch aktuelle Situationen und Erlebnisse, die den Lesenden alles andere als fremd sind, bekommt der alte Bibeltext Aktualität und Relevanz. Die Illustrationen zur Geschichte über die Zeit und ihre verschiedenen Facetten stammen von Clara Frühwirth. Besonders geeignet für Kindergruppen, Schüler und Schülerinnen, die mit dem Buch die Bedeutung von Zeit verstehen und lernen, dass alles seine Zeit braucht.

„Instabibel“ (Katholisches Bibelwerk) erzählt 52 Geschichten aus dem Alltag und verknüpft sie mit Stellen aus der Bibel. Jeden Tag gibt es zahlreiche Begegnungen, nur selten werden diese bewusst wahrgenommen. Für jede Woche des Jahres gibt es eine Erzählung aus dem Leben, die zum Innehalten und Reflektieren anregt. Bunt gestaltet, mit schönen Illustrationen und im quadratischen Format, ist die Instabibel besonders ansprechend für Jugendliche.

Jona wird von Gott in die Stadt Ninive geschickt. Doch Jona, ein kleiner, unscheinbarer Mann mit hoher Stimme, weigert sich. Er beschließt, nicht auf Gott zu hören und ans andere Ende der Welt zu fliehen. Doch auf seiner Flucht landet er im Bauch eines riesigen Fisches und muss dort drei Tage verbringen. Erst danach erkennt er, dass er vor seiner Bestimmung nicht flüchten kann, und geht nach Ninive, um den Menschen von Gott zu erzählen. „Jona – Der große Fisch und Ninive“ (camino) ist eine kindgerechte Nacherzählung von Erich Jooß mit Illustrationen von Franziska Meiners.

Wer an bekannte Personen aus der Bibel denkt, dem kommt neben Jona auch Noah, Moses, David oder Salomon in den Sinn. Doch was ist eigentlich mit den Frauen? „Superheldinnen der Bibel­“ (Herder­) porträtiert 16 furchtlose Frauen aus der Bibel: Prisca, Debora, Maria, Miriam und viele andere. Die schottische Autorin Michelle Sloan schreibt humorvoll und in leichter Sprache über Frauenpower und die wichtigsten Heldinnen aus der Bibel.

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