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90. Geburtstag von Elfriede Gerstl

Am 16. Juni jährt sich der Geburtstag von Elfriede Gerstl zum 90. Mal. Die Wiener Dichterin zählt zu den Größen der österreichischen Literatur nach 1945, deren Werke es immer wieder neu zu lesen oder zu entdecken gilt. Die 5-bändige Werkausgabe, herausgegeben von Christa Gürtler, Martin Wedl und Helga Mitterbauer, wurde im Literaturverlag Droschl veröffentlicht und ist vollständig lieferbar.

Zehn ihrer legendären „Denkkrümel“ sind zudem in diesen Tagen auf Literatur-Postkarten erschienen. Auch sie sollen an „unsere Gerstl“ erinnern: an ihr literarisches Schaffen und ihre poetische Sprachvirtuosität.

„Ich verlange, dass die Werke Elfriede Gerstls die nächsten hundert Jahre (und noch viel länger) gelesen werden. Das ist eine Stimme in der österreichischen Literatur, die nie verstummen darf. Diese gellende Leichtigkeit, diese zarten, aber durchdringend leisen Gedanken dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, so Elfriede Jelinek über ihre langjährige Freundin.

Elfriede Gerstl wurde am 16. Juni 1932 in Wien geboren und überlebte als Jüdin die NS-Zeit in mehreren Verstecken. Sie studierte Medizin und Psychologie, brach das Studium ab und heiratete Gerald Bisinger. Als einzige Frau im Umkreis der Autoren der Wiener Gruppe und der frühen Aktionisten, die aus Wien vertrieben wurden, verbrachte sie die bewegten 1960er Jahre in Berlin. 1968 zog sie zurück nach Wien, wo sie sich konsequent außerhalb des Literaturbetriebs positionierte. Von 1973 bis zu ihrem Tod verband sie eine Lebensfreundschaft mit dem Schriftsteller Herbert J. Wimmer. Im April 2009 starb die Dichterin in Wien.

Für ihr Werk, das mit Veröffentlichungen Mitte der 1950er Jahre seinen Ausgang nahm, erhielt Elfriede Gerstl den Erich-Fried-Preis, den Georg Trakl- Preis, den Ben-Witter-Preis, den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, den Preis der Stadt Wien für Literatur, die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien und den Heimrad-Bäcker-Preis.

Gerstls Werk soll mithilfe der vorliegenden, umfassenden Werkausgabe in seinen Facetten und in seinem ganzen Umfang sichtbar bleiben sowie die Singularität dieser „Untertreibungskünstlerin“ (Wendelin Schmidt-Dengler) dokumentieren. Alle Details zur Reihe finde Sie hier.

1.6.2022

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