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SBVV: Das Buch ist ein Gut des täglichen Bedarfs

Der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV kommentiert die Entscheidung des Schweizer Bundesrats, Buchhandlungen bis Ende Februar geschlossen zu halten. Hier können Sie das Statement zur Gänze nachlesen.

Der Bundesrat hat heute entschieden, dass die Buchhandlungen bis Ende Februar geschlossen bleiben – weil das Buch seiner Meinung nach kein Gut des täglichen Bedarfs darstellt.

Der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV distanziert sich entschieden von dieser Einschätzung. Für uns hat die öffentliche Gesundheit selbstverständlich ebenso Priorität. Buchhandlungen tragen der schwierigen Situation deshalb seit Beginn der Pandemie mit grosser Sorgfalt Rechnung. Buchhändlerinnen und Buchhändler arbeiten seit zehn Monaten mit Maske oder ganzem Gesichtsschutz. Schon im ersten Lockdown schufen sie konsequent getrennte Warte-, Beratungs- und Abhol­zonen. Besonders gefährdete Personen erhielten individuelle Beratungsangebote, was enorm geschätzt wurde. Zu keiner Zeit und in keinem Kanton waren Buchläden Anste­ckungsherde, die Gesundheit der Kundschaft und Mitarbeitenden wurde mit grossem Aufwand, Einfallsreichtum und konsequentem Handeln erfolgreich geschützt. Keine Buch­händlerin, kein Buchhändler protestierte gegen die einschneidende Einführung der 10-Quadratmeter-Regel, im Gegenteil, diese wurde engagiert umgesetzt – weil der Zweck der Massnahme einleuchtete. Der kantonale Shutdown in Genf zeigte dann auch eindrücklich, dass geöffnete Buchhandlungen und geöffnete Bibliotheken dessen Wirksamkeit in keiner Weise schmälern. Buchhandlungen tragen nicht zur Verbreitung von Covid-19 bei.

Aber sie tragen dazu bei, die Folge der Pandemie für die Bevölkerung abzufedern. Wie der Bundesrat zur Einschätzung gelangt, das Buch sei kein Gut des täglichen Bedarfs und dürfe daher nicht mehr vor Ort eingekauft werden, ist nicht nachvollziehbar. Das Buch nährt und hält, es bildet und tröstet – es tut all das, was andere Güter des täglichen Bedarfs ebenso tun, von den Nahrungsmitteln bis zur Schnittblume. Mit dem Buch bauen wir Hürden ab, es ermöglicht uns, unsere Perspektive zu wechseln und uns auf Gemeinsamkeiten zu besinnen.

Der Bundesrat bittet seit Monaten in jeder Pressekonferenz um Zusammenhalt im Land. Vierhundert Buchhandlungen im Tessin, in der Romandie und in der Deutschschweiz stehen im Dienst dieses Zusammenhalts. Weil sie Bücher anbieten – ein Gut des täglichen Bedarfs, das gerade jetzt ganz besonders benötigt wird.

Tanja Messerli
Geschäftsführerin SBVV ad interim

 

Quelle: SBVV Newsletter, 14. Jänner 2021

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