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Ruth Klüger ist tot

Die 1931 in Wien geborene Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger ist in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober nach langer Krankheit im Kreis ihrer Familie in Kalifornien gestorben.

Ruth Klüger wurde am 30. Oktober 1931 in Wien geboren. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie nach Theresienstadt und in die Konzentrationslager Auschwitz und Groß-Rosen verschleppt. Kurz vor Kriegsende 1945 gelang ihr die Flucht und sie emigrierte in die USA. Ihr Buch »weiter leben« (1992, Wallstein Verlag) war richtungsweisend für die Holocaust-Literatur. Darin berichtet sie nicht nur über ihre Erlebnisse während des Nationalsozialismus, sondern reflektiert die Auswirkungen des Erlebten auf die Entwicklung eines Menschen.

„Ruth Klüger war nicht nur eine der bedeutendsten Germanistinnen und Schriftstellerinnen, sie war auch eine Frau von Courage und intellektueller Brillanz. Ihre Auseinandersetzungen mit dem Faschismus im Holocaust gehören zweifelsohne zu den wichtigsten Dokumenten des literarischen 20. Jahrhunderts“, sagt Kunst- und Kulturstaatsekretärin Andrea Mayer in einer Aussendung. „Ruth Klüger war kompromisslos, aber sie war auch verständnisvoll. Klar und deutlich brachte sie zum Ausdruck, dass der Holocaust kein historischer Betriebsunfall war und kollektive Opferthesen auf Seiten der Täter nicht der historischen Wahrheit entsprachen. Ihre mahnende Stimme gegen das Vergessen mag nun verstummt sein, aber ihr Werk wird noch viele Generationen begleiten“, so Mayer tief betroffen vom Ableben von Ruth Klüger.

“Selten begegnet man Menschen, die eine solche Ausstrahlung haben wie Ruth Klüger. Was sie in ihrem Leben erfahren hat, wie sie mit diesen Erfahrungen umgegangen ist und was sie daraus gemacht hat, das ist außerordentlich. Sie gekannt zu haben, mit ihr diskutieren und arbeiten zu dürfen, war ein Privileg. Ab und zu fuhr sie mit Freunden nach Las Vegas, um zu spielen. Sie plante, à la Dostojewski einen Spieler-Roman zu schreiben. Es ist so schade, dass sie ihn nicht mehr beenden konnte”, sagt Zsolnay-Verlagsleiter Herbert Ohrlinger.

7.10.2020

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