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Ingo Schulze ernennt Frank Witzel zum Erich Fried Preisträger 2021

Der mit 15.000 Euro dotierte und vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport finanzierte Erich Fried Preis 2021 geht an den deutschen Autor Frank Witzel – so hat es der alleinige Juror 2021 Ingo Schulze entschieden.

Frank Witzel wurde für seinen Schlüsselroman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 (Matthes und Seitz, 2015) mit dem Deutschen Buchpreis 2015 ausgezeichnet und sein zuletzt erschienenes Werk Inniger Schiffbruch (Matthes und Seitz, 2020) wurde als großartige Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland der 1960er-Jahre gefeiert.

Ingo Schulze in seiner Jurybegründung: »Über Frank Witzel zusammenfassende Sätze zu formulieren ist schwierig, weil sein Werk so vielgestaltig ist. Dabei ist es erst in den letzten sieben Jahren einer größeren literarischen Öffentlichkeit bekannt geworden und zu einem wesentlichen Teil auch erst in diesen Jahren entstanden.
Ob in Prosa, Lyrik, Essay/Traktat, Gespräch, Tagebuch, Hörspiel oder Vorlesung – Frank Witzel gehört zu den wenigen, deren Erzählen immer die Voraussetzungen des Schreibens reflektiert, die Relativität des eigenen Standpunkts offenlegt und sich selbst in Frage stellt. Damit macht er seine Leserinnen und Leser zu souveränen Gesprächspartnern.
Mit seiner BRD-Trilogie (…) entwirft er ein Porträt, das (West)Deutschland in seinem Gewordensein und Werden zeigt und damit die Selbstverständlichkeiten zutage fördert, die es in jenen ausprägt, die dort aufgewachsen sind. Gerade weil Frank Witzel so schonungslos in den Westen eintaucht, ist auch der Osten immer anwesend. In einzigartiger Art und Weise werden Ost und West (aus Westperspektive) in ihrer gegenseitigen Bedingtheit gezeigt.«

Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer: »Spätestens seit seinem Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 wissen wir, dass Frank Witzel in die erste Reihe der deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen und -autoren gehört. Warum wir ihn lesen sollten? Weil es pures Vergnügen bereitet, sich in seinen Büchern zu verirren und zu verlaufen. Und weil hier einer erzählend denkt und denkend erzählt – leidenschaftlich und gewitzt, sinnlich und theoriegesättigt, wirklichkeitsnah und fantastisch zugleich. Ich gratuliere dem diesjährigen Juror Ingo Schulze zu seiner Wahl und dem Preisträger Frank Witzel zu dieser verdienten Auszeichnung.«

Der Erich Fried Preis, eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen Österreichs, wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft vergeben und von jährlich wechselnden Einzeljuror*innen entschieden. Zu den Preisträger*innen der letzten Jahre zählen Terézia Mora, Thomas Stangl, Nico Bleutge, Rainer Merkel, Judith Hermann, Dorothee Elmiger, Leif Randt, Teresa Präauer, Steffen Mensching und zuletzt Esther Kinsky.

Im Jahr 2021 wurde der deutsche Autor Ingo Schulze zum alleinigen Juror bestimmt. Entschieden hat dies ein dreiköpfiges Kuratorium, das von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft aus den eigenen Reihen ernannt wird. In diesem Jahr besteht das Fried-Preis-Kuratorium aus den Autoren Josef Haslinger und Robert Schindel sowie der Wagenbach-Verlegerin Susanne Schüssler.

05.08.2021

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