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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016 für Carolin Emcke

Die deutsche Journalistin und Publizistin Carolin Emcke wurde zur Trägerin des diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gewählt.

Das gab Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, auf der Hauptversammlung des Verbandes in Leipzig bekannt. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1950 vergeben. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 23. Oktober statt.

„Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2016 an Carolin Emcke und ehrt damit die Journalistin und Publizistin, die mit ihren Büchern, Artikeln und Reden einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog und zum Frieden leistet. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei besonders jenen Momenten, Situationen und Themen, in denen das Gespräch abzubrechen droht, ja nicht mehr möglich erscheint. Carolin Emcke setzt sich schwierigen Lebensbedingungen aus und beschreibt – vor allem in ihren Essays und ihren Berichten aus Kriegsgebieten – auf sehr persönliche und ungeschützte Weise, wie Gewalt, Hass und Sprachlosigkeit Menschen verändern können. Mit analytischer Empathie appelliert sie an das Vermögen aller Beteiligten, zu Verständigung und Austausch zurückzufinden. Das Werk von Carolin Emcke wird somit Vorbild für gesellschaftliches Handeln in einer Zeit, in der politische, religiöse und kulturelle Konflikte den Dialog oft nicht mehr zulassen. Sie beweist, dass er möglich ist, und ihr Werk mahnt, dass wir uns dieser Aufgabe stellen müssen“, so die Begründung des Stiftungsrats.

Carolin Emcke lebt als freie Publizistin in Berlin. Sie studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und an der Harvard University.  Sie arbeitete als Redakteurin beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, bereiste ab 1999 als Auslandsredakteurin zahlreiche Krisenregionen und berichtete dabei u.a. aus dem Kosovo, Afghanistan, Pakistan, Irak und dem Gaza-Streifen. Aus den Briefen, die sie zwischen 1999 und 2003 an ihre Freunde schrieb, entstand 2004 ihr erstes Buch Von den Kriegen – Briefe an Freunde (S. Fischer). Von 2003 bis 2004 lehrte Carolin Emcke als Visiting Lecturer an der Yale University. Seit 2004 kuratiert und moderiert sie zudem die monatliche Diskussionsreihe „Streitraum“ an der Berliner Schaubühne. Von 2007 bis 2014 arbeitete sie als freie Autorin für DIE ZEIT. Seit Oktober 2014 schreibt sie für die Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung eine wöchentliche Kolumne.

Im Oktober 2016 wird mit Gegen den Hass (S. Fischer Verlag) eine essayistische Auseinandersetzung mit dem Rassismus, dem Fanatismus und der Demokratiefeindlichkeit erscheinen.

© Andreas Labes
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