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FEP: Appell an KulturministerInnen

Die Federation of European Publishers (FEP) hat sich im Namen aller Mitglieder an die europäischen KulturministerInnen gewandt, um über die Folgen der Covid-19 Krise innerhalb der Buchbranche zu informieren und an diese zu appellieren. Der FEP-Präsident hat vor dem Kulturrat vom 8. April 2020 an alle KulturministerInnen der EU sowie Islands und Norwegens geschrieben. Rudy Vanschoonbeek schrieb:

„Wir, Vertreter europäischer Verlage, möchten, dass Sie wissen, wie schrecklich unser Sektor von der Krise getroffen wurde. Neue Titel werden gestrichen (mit dramatischen Konsequenzen für die AutorInnen, die ÜbersetzerInnen und die HerausgeberInnen), und die Buchhandlungen sind größtenteils geschlossen (während Buchhändler intelligente Lösungen für die Lieferung von Büchern finden und der elektronische Verkauf wächst, ist dies nicht annähernd der Ersatz für den Umsatzverlust in Geschäften). Der Sektor hat bereits einen kumulierten Verlust von rund 25% des geschätzten Umsatzes von 2020 erlitten.

Trotz ihrer schwerwiegenden finanziellen und logistischen Schwierigkeiten unterstützen europäische Verlage die Gesellschaft im Allgemeinen sowie ihre Gemeinden mit vielen Initiativen während der Krise. Beispiele sind Fachverlage, die Kampagnen zum Lesen zu Hause fördern und BuchhändlerInnen unterstützen, oder zahlreiche Bildungsverlage, die Schulen mit ihren digitalen Inhalten und didaktischen Plattformen unterstützen, und viele weitere Initativen.

In den kommenden Tagen und Monaten braucht der Verlagssektor konkrete und dringende Hilfe, um der Gesellschaft weiterhin Nutzen bringen zu können. Wir fordern alle Mitgliedstaaten auf, ihre AutorInnen, VerlegerInnen und BuchhändlerInnen mit einer Reihe von Maßnahmen zu unterstützen.

Es gibt aber auch eine Rolle für die Europäische Union. Es ist wichtig, schnell zu handeln: Unser Sektor benötigt sowohl sofortige Maßnahmen aus dem bestehenden nationalen EU-Haushalt als auch mittelfristige Maßnahmen, damit die Branche neu starten kann, sobald sich die Situation ändert. Zusätzlich zu den Maßnahmen, die für alle Unternehmen transversal ergriffen werden, bitten wir Sie, sich dazu zu verpflichten:

-Vollständige Finanzierung des vom Parlament geforderten Programms für kreatives Europa und darin eine spezifische Haushaltslinie für Bücher;
– Verbesserung der Finanzgarantie für den Kreativsektor, um den dringenden Liquiditätsbedarf von Unternehmen in der Wertschöpfungskette des Verlagswesens zu decken;
– Sicherstellen, dass alle EU-Mittel, die zur Bewältigung der Krise vorgesehen sind, Mittel für den Kultursektor, einschließlich des Buchsektors, enthalten;
– finanzielle Unterstützung der gesamten Buchwertschöpfungskette, um die unmittelbaren Auswirkungen der Krise zu bewältigen;
– Verstärkte öffentliche Investitionen in den Kauf von Büchern für Institutionen, insbesondere Bibliotheken, um die Nachhaltigkeit des Sektors wiederherzustellen.

Wir hören oft: Bücher und Kultur sind wichtig für die Zukunft Europas; sie sind ein zentrales Kapital der europäischen Wirtschaft. Heute ist es an der Zeit zu zeigen, dass der Buchsektor für Europa wirklich Priorität hat. Wir zählen auf Sie“.

Alle 29 FEP-Mitgliedsverbände wurden aufgefordert, ihre gemeinsame Botschaft an ihre jeweiligen MinisterInnen zu übermitteln, damit der Ruf der Buchwelt gehört und konkrete Maßnahmen zur Wiederherstellung der Nachhaltigkeit des Sektors ergriffen werden können.

Sie können den gesamten Brief hier nachlesen. Die Beilage mit den Folgen für die Branche finden Sie hier.

8.4.2020