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anzeiger 4/2022 – „Du bist eine elegante Bäuerin“

Heißt es in ihrem Tal über die Südtiroler Dichterin Roberta Dapunt. Zusammen mit ihrem Mann Lois Anvidalfarei, einem Bildhauer, lebt sie auf einem Bauernhof, der ihr auch Worte für ihre Dichtung einträg.

Interview: Erich Klein

Die Südtiroler Dichterin Roberta Dapunt wurde 1970 in Abtei/Badia (Italien) geboren, wo sie heute auch lebt und gemeinsam mit ihrem Mann, einem Bildhauer, einen Bauernhof bewirtschaftet. Sie schreibt auf Italienisch und in ihrer Muttersprache Ladinisch. Ihre Gedichtbände erscheinen in der „weißen Reihe“ des Turiner Verlags Einaudi, auf Deutsch erschienen bislang vier Bücher im Folio Verlag.

Frau Dapunt, Sie leben in Badia – ist das der Wintersportort Alta Badia?

Roberta Dapunt: Alta Baida ist nur der Werbename für den Tourismus. Ich lebe im Hochgadertal. Das Dorf, in dem ich geboren wurde, heißt Abtei. Ich habe in meinem Leben von meinem Elternhaus bis auf den Hof, auf dem ich lebe, nur einen kurzen Weg zurückgelegt, ungefähr einen Kilometer (lacht).

Wenn Sie als Kind diesen Kilometer gingen, haben Sie da Gedichte aufgesagt, oder gesungen?

Dapunt: An Gedichte kann ich mich nicht erinnern, aber ich habe immer sehr gern gesungen. Lieder, die wir in der Schule lernten. Ich war beim Singen immer sehr scheu und sang ganz leise. Deshalb war ich auch nie in einem Chor, wie damals üblich. Im Dorf und in der Kirche wurde ständig gesungen.

In welcher Sprache?

Dapunt: Eine gute Frage – italienisch. Alles was mit dem Beten und Singen zu tun hatte, war auf Italienisch oder Deutsch. Wir sind dreisprachig aufgewachsen. Eigentlich war die Muttersprache ladinisch, aber nicht die selbstverständliche Sprache. Die Messen in dieser damals noch streng katholischen Welt fanden auf Italienisch statt. An Sonntagen hat der Pfarrer auch auf Deutsch zelebriert. Die Muttersprache ging dabei verloren. Wenn ich das Haus verließ, verabschiedete ich mich von den Eltern auf Ladinisch, in der Schule wurde dann acht Stunden lang nur deutsch oder italienisch gesprochen. Erst seit einigen Jahren gibt es auch eine Messe auf Ladinisch, aber dazu habe ich heute Distanz. Liturgisch bin ich jedenfalls italienisch aufgewachsen (lacht)! Ich habe mir das auch in meiner Dichtung als eine Art Tresor aufbewahrt.

War das nicht verwirrend?

Dapunt: Natürlich. Wir habe als Kinder nur die Hälfte verstanden. Aber es war für mich so, als würde jedes Wort eine ganze Geschichte enthalten. Ich erinnere mich auch an eine gewisse Schüchternheit, wenn man mit Touristen entweder italienisch oder deutsch sprach. Man konnte als Kind kaum mehr als grüßen oder einfache Sätze sagen. Ladinisch wurde in der Schule nur ganz wenig unterrichtet, was dazu geführt hat, dass sehr viele der dreißigtausend Ladiner, die in den Dolomiten leben, nicht gut ladinisch schreiben können. Ich bin als Ladinerin eigentlich eine hybride Pflanze: Ich weiß, dass Ladinisch meine Muttersprache ist, und dass ich in Südtirol geboren wurde, alles Weitere wird schon schwieriger. Meine Muttersprache habe ich erst durch meinen Mann richtig kennengelernt.

 

Was bedeutet Italien für Sie? Das Land, wo die Zitronen blühen?

Dapunt: Italien ist meine Zugehörigkeit. Ganz einfach. Das kommt zuerst, und alles andere danach, wenn wir die Details anschauen. Meine Mutter hat immer zu mir gesagt: „Du warst ja schon da, bevor ich dich bekommen habe.“ Sie war damals in Sizilien, hätte dort heiraten sollen, das ging dann aber nicht gut, und sie ist wieder weggegangen. Ich muss auch sagen, ich bin total gerührt und fühle mich sehr gut, wenn ich im Süden bin, bin. Vor allem fehlt mir der Akzent in meiner Sprache – das ist symbolisch gemeint, weil ich im Italienischen keinen Akzent habe.

 

Das heißt, Sie werden nicht als jemand aus dem deutschsprachigen Norden identifiziert?

Dapunt: Ich bin immer die Dichterin aus Südtirol. Das ist immer der Ausgangspunkt. Meine Eltern sind Ladiner und hatten mit dem Italienischen wenig zu tun. Irgendwie bin ich ein sprachliches Waisenkind.

Welche Bücher haben Sie als Kind oder als Jugendliche beeindruckt?

Dapunt: Pinocchio, das war mein erstes Buch. Ich bekam es zu Weihnachten von den Eltern. Auf Italienisch. Ich besitze es noch immer: Ein großer Band mit vielen Bildern, den ich sicher zwanzig Mal gelesen habe. Dann habe ich natürlich Micky Maus und diese Sachen entdeckt. Aber in Pinocchio ist alles drinnen – eine dramatische Geschichte, die uns allen entspricht. Beeindruckt hat mich auch eine Lesung, zu der ich mit meiner Patin gegangen bin, die den Dichter gekannt hat. Ein ladinischer Dichter mit einer unglaublichen Stimme. Ich war vierzehn und damals wurde mir klar, bei einem Gedicht geht es darum, wie etwas gesagt wird. Sehr beeindruckt hat mich auch eine Lesung von Heines „Schlesischen Webern“ im Radio. Ein geschriebenes Gedicht ist für mich immer etwas Gesagtes.

Wann haben Sie begonnen, Gedichte zu schreiben?

Dapunt: In der Mittelschule. Es gibt eine lustige Geschichte dazu. Ich schrieb lieber auf Italienisch als auf Deutsch, da ich mit dem Deutschen Schwierigkeiten hatte. Es gab einen Wettbewerb für Zweitklässler in der Schule. Ich war schon in der dritten Klasse und durfte nicht teilnehmen. Eine Freundin aus der zweiten Klasse bat mich um ein Gedicht, das sie dann in ihrem eigenen Namen einreichte. Ich wusste nichts davon, und sie gewann. Sie wusste dann nicht, wie sie mir das sagen soll – ich erinnere mich aber an die Freude darüber, dass mein Gedicht gewonnen hat. Die Frage, in welcher Sprache ich schreiben sollte, war damit allerdings noch für lange Zeit nicht gelöst. Soll ich auf Ladinisch schreiben, auf Italienisch? Ich habe das Italienische gespürt und bemerkt, wie schön diese Sprache ist, und dass ich sie jedenfalls noch besser lernen will. Mit den Jahren wurde mir klar – das Italienische ist meine Sprache.

 

„Nauz“, ihr erstes ins Deutsche übersetztes Buch, handelt vom bäuerlichen Leben in Gadertal. Man hört förmlich den Schrei beim Schweinschlachten …

Dapunt: Das ist eine Metapher für die Conditio humana. Was das Schlachten, das ich oft miterlebt habe, selbst betrifft, so habe nur einmal den Schrei von einem unserer Schweine gehört, und das auch nur, weil plötzlich eine Katze dazwischen lief und das Schwein erschrak. Es passiert dabei etwas anderes. Der Bauer weiß, wen er schlachtet. Es geht um dieses Bewusstsein – das ist dein Tier unmittelbar vor dem Tod, du hast es selber aufgezogen, du hast es richtig ernährt, und du wirst es essen. Damit fängt es an.

War es schwierig, darüber zu schreiben?

Dapunt: Ich habe das Schlachten erst auf dem Berg kennengelernt, zuvor wusste ich darüber nichts. Außerdem wird heute auf den Bauernhöfen kaum mehr geschlachtet, nur auf unserem Hof wurde das gemacht. Beim ersten Mal dachte ich, ich kann diese Aktion unmöglich beschreiben. Vor allem konnte ich das nur auf Ladinisch schreiben. In einer anderen Sprache hätte ich es nicht zusammengebracht. Ich musste dafür erst den entsprechenden Wortschatz erlernen. Es handelt sich um ein besonderes Vokabular mit eigener Intensität, das ich in diesen Gedichten verwende. Ich habe all diese Ausdrücke nicht in der Schule, sondern erst bei der Stallarbeit gelernt. Ich selbst komme ja aus der Stadt. Aber diese Sprache hat mich unglaublich fasziniert. Mein Mann Luis ist dort geboren und aufgewachsen.

Ihr Mann ist Bildhauer. Sie leben auf dem Hof seiner Eltern …

Dapunt: Ja, der Hof gehörte seinen Eltern. Er selbst hat in Wien an der Akademie der Bildenden Künste Bildhauerei studiert. Unsere Welt war eigentlich dort, nicht auf dem Berg. Dann kam die Erbschaft. Anfangs wussten wir gar nicht, was wir damit anfangen sollten. Es gab kein Geld, das Haus musste restauriert werden. Nichts war da: kein Licht, nicht einmal eine Glühlampe. Dazu kam dann auch noch die Krankheit des Schwiegervaters – Alzheimer. Es war eine schwere Entscheidung, dorthin zurückzugehen. Ich habe erst allmählich gemerkt, wie viel ich aus dieser Welt für mein Schreiben gewinnen kann. Auch für die Lyrik. Die Schwierigkeit bestand dann darin, diesen Mikrokosmos irgendwie ins Universelle zu übersetzen.

An einer Stelle des Gedichts steht die Dichterin auf einem Misthaufen mit einer Mistgabel in der Hand, die als „Bischofsstab“ bezeichnet wird … 

Dapunt: Der Bischof steht für die Ordnung in der Seele. In diesem Moment, wo ich auf einem Misthaufen bin, nicht im Schnee oder auf einer grünen Wiese, sehe ich mich mit meinem Stock wie jemand, der etwas Stärkeres hat. Ich sehe in diesem Moment alles, was geschieht. Das ist die stärkste Dimension, die ich erleben kann. Wie schaue ich da hin? Ich sehe Gräser, einen Misthaufen und ich sehe ein Schwein. Dann sehe ich Blut. Was höre ich? Ich höre Stille, dann höre ich Schreie – ja, dann höre ich Stimmen rundherum und schließlich einen Schlag. Die Frage ist, wie ich all das durch Dichtung verarbeite, wo will ich sie hinbringen, wenn nicht in mein Inneres, in diese innere Landschaft, in das Geistliche.

Welche Bedeutung hat für Sie Religion? Und worin besteht der Unterschied zur Dichtung?

Dapunt: Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich bin streng katholisch aufgewachsen, wozu ich heute einige Distanz habe. Bei Messen und Prozessionen hatte man zum Beispiel immer Angst, etwas falsch zu machen. Etwa sich nicht im richtigen Moment umzudrehen oder dergleichen. Die Disziplin, die ich dadurch gelernt habe, ist mir geblieben, und sie hilft mir bis heute. Nicht weil ich jetzt bete oder katholisch denke. Aber ich weiß, wann und wie die Dramaturgie einer Messe stimmt – der Gesang, der Geruch, alles, was dazugehört. All das hat für mich beim Schreiben noch immer Bedeutung. Mag sein, auf ganz unbewusste Weise, wenn beim Schreiben eine Litanei entsteht. Jedes Wort muss an der richtigen Stelle stehen. Ich schreibe die Gedichte immer wieder ab und lese sie laut bis es passt. Ich bin beim Schreiben immer konzentriert, und vor allem ist es wichtig, dass niemand anderer hört, wenn ich laut schreibe.

Wie reagierten Ihre Nachbarn auf die Dichtung von der Schweinschlachtung?

Dapunt: Was sie zu meinem Gedichtband sagten? „Die spinnt ja, die Dapunt, was die da schreibt.“ Ich habe das Buch meiner Mutter geschenkt und unserem Metzger. Das Buch enthält auch Fotos, auf denen er gemeinsam mit meinem Mann zu sehen ist. Er meinte nur: „Die Fotos kenne ich schon, und das, was du schreibst – du wirst schon recht haben.“ Man sagte mir auch: „Du bist eine elegante Bäuerin“. Ich bezweifle, dass viele Leute das Buch überhaupt gelesen haben (lacht).

Warum schreiben Sie eigentlich keine Naturgedichte?

Dapunt: Auf Ladinisch bin ich nur mit Naturgedichten aufgewachsen. Es gab nur Naturgedichte und religiöse Gedichte. Natur ist in meinen Gedichten durchaus präsent – es gibt immer diese drei Elemente: Natur, Mensch und Zeit. Ich bin umringt von Natur, Menschen und Zeit. Aber ich möchte nicht in diese Schublade gesteckt werden. Da muss ich mich sofort wieder herausholen! Ich habe dazu eine kleine Geschichte. Als ich klein war, haben wir mit Freunden in der Wiese gespielt: Man musste auf einen Grashalm oder ein Blatt schauen, und es erkennen. Mit einer Blume wäre das zu leicht gewesen. Wir standen in der Wiese, durften uns einmal drehen, und während dieser Drehung konnten wir einen Grashalm oder ein Blatt wahrnehmen. Dann musste man diesen Grashalm oder dieses Blatt finden. Das Spiel war eigentlich ein Spiel für mich selbst. Ich habe es nach Jahren wieder einmal versucht, aber es nicht mehr geschafft, diesen einen Grashalm zu erkennen. Das ist jetzt eine Metapher: Es geht um das genaue Erkennen von Menschen und Gefühlen. Dieses Spiel in der Wiese ist für mich eine Art Gymnastik: Mir geht es dabei um die Disziplin, die ich beim Schreiben habe. Ich habe das Rasenstück von Albrecht Dürer immer bei mir. Wenn man sich dieses gemalte Rasenstück ansieht, kann man die einzelnen Grashalme zählen, sobald es aber um eine ganze Wiese geht, funktioniert das nicht mehr. Wir sind dafür nicht geschult. Der Umgang mit Wörtern ist ähnlich.

Wann entsteht ein Gedicht, und wann ist das Gedicht fertig?

Dapunt: Ein Gedicht entsteht, wenn ich etwas erlebe und weiß, dass jetzt ein bestimmtes Gefühl oder ein Bild ganz klar ist. Ich fange dann mit einer Erzählung an, die nur in mir stattfindet. Dann gibt es Reaktionen durch die Dichtung. Wann es fertig ist, kann ich nicht genau sagen. Ich weiß es einfach.

In „Synkope“, Ihrem neuen Gedichtband, heißt es einmal, am Ende des letzten Verses stehe Bewusstlosigkeit; in einer anderen Übersetzung ist von „Ohnmacht“ die Rede. Was ist gemeint?

Dapunt: Über das geschrieben Gedichte zu sprechen ist immer sehr schwierig. Ich werde dabei immer scheitern, weil das Gedicht immer stärker ist als meine Erklärung. Das ist mit Ohnmacht gemeint. Die Grenze des Gedichts stellt immer ein Risiko dar. Man feilt daran und kann dabei abstürzen. Es ist mir nicht oft passiert, aber es gab die Momente, in denen ich nicht einmal wusste, was ich schreibe, womit ich überhaupt angefangen habe. Das Gedicht hatte sich während des Schreibens geändert. Ich schreibe nie ein Gedicht, und dann ist es fertig. Ich brauche immer sehr viel Zeit. Es ist auch nicht klar, wohin ich mit dem Gedicht komme. Ich muss beim Lesen auch immer aufpassen, weil ich dabei irgendwie aufgeregt bin.

Wovon handeln Gedichte? Es gibt eigentlich nur einige wenige Themen: Liebe, Tod, Glück …

Dapunt: Ich wurde einmal nach einer Lesung in einer Bibliothek von einer Frau gefragt: „Sind Sie glücklich?“ Und ich sagte: „Ja, im Moment bin ich sehr glücklich.“ Aber eigentlich war das nicht die richtige Antwort. Die Frage ist in Wirklichkeit viel zu intim. Es genügte eigentlich, dass ich gelesen habe.

Bedeuten Gedichte Glück?

Dapunt: Nein. Gedichte sind keine Therapie. Sie haben auch nichts mit irgendeiner Art von Kur zu tun. All das ist falsch! Gedichte haben nichts damit zu tun. Das Einzige was ein Gedicht tut: Ein Dichter oder eine Dichterin spricht mich mit einem Gedicht an. Das ist es. Wenn mich das Gedicht anspricht, weiß ich: Genau das ist es. Egal, ob es ein schönes Gedicht ist – ein Gedicht kann mich auch mit seiner Traurigkeit oder Hässlichkeit ansprechen. Was das Glück betrifft – ja, es ist Glück, als Dichter gehört, gelesen und verstanden zu werden. Ganz besonders wichtig ist, dass das auch heutzutage noch der Fall ist. Es ist auch Glück, dass ich meine Gedichte veröffentlichen kann und übersetzt werde.

 

Müssen Dichter auf ihre Zeit reagieren, auf aktuelle Politik oder den Krieg?

Dapunt: Sie kennen nur meine übersetzten Bücher, aber ich schreibe sehr oft Essays und Artikel. Was den aktuellen Krieg betrifft – da kann ich nicht still sein. Aber ich will dabei keine Meinungsmacherin sein – das tun ohnedies andere, die alles genau wissen. Ich kann nur etwas aus meiner Sicht sagen. Natürlich haben wir Dichter etwas zu sagen, auch in meiner Dichtung geht es nicht nur um Natur, den Stall oder die Tiere. Aber wir müssen dort anfangen, wo wir sind – erst dann können wir uns konfrontieren. Still zu sein, das ist jedenfalls nicht Meines! Ich habe kürzlich einen Artikel geschrieben, und diesem Artikel ein Gedicht aus 2003 beigefügt, es befindet sich auch im Band „Synkope“. Ich schlage die Zeitung auf, und sehe das Foto eines jungen russischen Soldaten, der da auf dem Feld liegt, dahinter ein Panzer. Darunter steht, dass dieser Soldat einundzwanzig Jahre alt war. Mein Gedicht entstand anlässlich des Golfkrieges, aber plötzlich war es, als wäre es heute geschrieben. Das Gedicht war genauso alt wie dieser Soldat. Nichts hat sich geändert! Oder um ein historisches Beispiel zu geben: Nehmen Sie die Sätze oder einzelnen Wörter, die an die Wände der Konzentrationslager geschrieben wurden oder auf eine Fetzen Papier, weil die Menschen nichts anderes hatten: Das ist Dichtung, pure Lyrik! Ein einzelnes Wort konnte dort etwas Immenses tun.

Zum Glück leben wir nicht in dieser Welt!

Dapunt: Wir Dichter müssen versuchen, so stark zu sein wie Momente, die von der dramatischen Seite des Lebens her sprechen. Ich habe diese Möglichkeit, wir Menschen haben diese Möglichkeit. Wir können von einer Wiese sprechen, aber genauso vom Krieg, in dem der Mensch getötet wird, von einem geschundenen Körper dort auf dieser schneebedeckten Wiese. Auch das ist Dichtung, uns bleibt die Möglichkeit, all das auf Papier festzuhalten. Deshalb glaube ich auch, dass wir Dichter viel mehr präsent sein sollten. Das heißt nicht notwendigerweise, dass wir laut sein müssen.

(c) Daniel Töchterle
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