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Autorin Lisa Spalt erhält Veza-Canetti-Preis für Lebenswerk

Die österreichische Autorin Lisa Spalt wird mit dem jährlich verliehenen Veza-Canetti-Preis der Stadt Wien geehrt. Die Preisverleihung findet am 1. Dezember im Wiener Rathaus statt. Zuletzt erschien der Roman “Das Institut” (2019) im Czernin Verlag.

Eine fünfköpfige unabhängige Jury, der u.a. die Schriftstellerin und erste Preisträgerin Olga Flor angehört, nominierte Lisa Spalt für die Auszeichnung. Durch die Zuerkennung des Preises soll die kontinuierliche Arbeit an Lisa Spalts singulärem literarischen Gesamtwerk als auch dessen Rezeption weiter gefördert werden.

„Lisa Spalt schreibt originelle, ebenso surreal anmutende wie welthaltige Texte. Was auf den ersten Blick als Resultat sprühender Einfälle, als schroffe Erfindung oder als reine Sprachgeburt erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als hochgradig durchsetzt von heutiger gesellschaftlicher und politischer Wirklichkeit. Lisa Spalt vermehrt den thematischen Reichtum heutiger Sprach- und Fabulierkunst vor dem Hintergrund akribischer Recherchen durch mannigfache kulturelle, historische und politische Diskurse. Ihre Empathie für landläufig Übersehenes, Marginalisiertes und ihre entschiedene Kritik am falschen Bestehenden finden Ausdruck in einem dichterischen Werk, das auf exzeptionelle Weise Elemente von gewitzter Unterhaltung, Sprachartistik und formaler Avanciertheit vereint“, heißt es in der Begründung der Jury.

„Zu hinterfragen, wie wir die Feststellungen erzeugen auf deren Basis wir handeln, ist ein Grundinteresse von Lisa Spalt. Hinter die Dinge, auch hinter die Strukturen von Sprache zu blicken, ist ihr ein Anliegen. Und so dringt sie zu dem vor, wie wir die Welt mithilfe von Sprache konstruieren“, so Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. „Die Auszeichnung Lisa Spalts mit dem Veza-Canetti-Preis ist auch eine Würdigung dieses genauen, feinen Blicks in seiner gesellschaftspolitischen Relevanz, und daher freue ich mich, Lisa Spalt diesen Preis überreichen zu dürfen.“

Lisa Spalt wurde 1970 in Hohenems/Vorarlberg geboren. Als feste Mitarbeiterin des Instituts für poetische Alltagsverbesserung (IPA) veröffentlicht sie vielseitige Arbeiten zum Handeln in Sprache, Bildern und Objekten. Zuletzt erschien im Czernin Verlag der Roman Das Institut (2019), in dem metaphorisch von einer Welt erzählt wird, in der Poesie als Instrument einer Diktatur missbraucht wird. Weitere Publikationen von Lisa Spalt sind Die zwei Heneriettas (Czernin Verlag, 2017), Ameisendelirium (Czernin Verlag, 2015) und Blüten. Ein Gebrauchsgegenstand. (Czernin Verlag, 2010), Grimms (Ritter Verlag, 2007) und Spitzmötz Planet (Das fröhliche Wohnzimmer, 2003). Spalt erhielt u.a. den Förderungspreis der Stadt Wien (2004), das Elias-Canetti-Stipendium (2007), den Förderpreis des Heimrad-Bäcker-Preises (2008) und den Floriana Literaturpreis (2020).

Der 2014 ins Leben gerufene Veza-Canetti-Preis würdigt und unterstützt das vielfältige literarische Schaffen österreichischer Schriftstellerinnen. Benannt nach der Wiener Schriftstellerin Veza Canetti (1897–1963), erinnert die Auszeichnung an die Vielzahl von österreichischen Literatinnen, die jahrhundertelang systematisch von der literaturwissenschaftlichen Kanonbildung ausgeschlossen wurden. Das Preisgeld ist mit 10.000 Euro ebenso hoch angesetzt wie bei den Würdigungspreisen der Stadt Wien.

14.7.2022

(c) Otto Saxinger
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