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Anzeiger 6/2021 – Endlich wieder Urlaub

Wandern in der Steiermark, Schwimmen in Wien und Campen in Italien: Die Reisebücher des kommenden Jahres bieten viel Inspiration. Bei den Kalendern stehen Literatur und analoge Planung im Vordergrund.

Text: Hannah Lea Jutz

Nach über einem Jahr Coronapandemie fühlt man sich reif für einen Urlaub. Viele Länder lockern die Einreisebeschränkung, auch in Österreich sieht es so aus, als dürfe im Sommer wieder gereist werden. Das wird das Reisebuchsegment beflügeln, es hatte es ja im letzten Jahr nicht leicht. Auch die Kalenderhersteller wollen nach einem durchwachsenen Jahr wieder durchstarten. Drei Buchhändler*innen präsentieren ihre liebsten Neuerscheinungen aus dem Reise- und Kalenderbereich.

Wildbadeplätze, Kunstkalender und historische Reiseliteratur:
Seufer-Wasserthal von der Rupertus Buchhandlung Salzburg

Die traditionsreiche Rupertus Buchhandlung in Salzburg besteht seit den 1930er-Jahren. Seit 2005 leitet Klaus Seufer-Wasserthal die Buchhandlung in der Salzburger Altstadt. „Wir sind in Salzburg die erste Anlaufstelle für Literatur und Belletristik. Wir führen Qualitätsliteratur, und unsere Kund*innen schätzen die nicht alltägliche Sortimentsauswahl.“ Zusätzlich dazu gibt es verschiedene Kunst- und Sachbücher. Kindern und Jugendlichen steht ein eigener Leseraum mit ihrer Literatur zur Verfügung. Eine weitere Stärke ist die Fachbuchabteilung mit dem Sortiment „Reisebücher“.

Im Reisebereich achtet Seufer-Wasserthal besonders darauf, dass die Bücher zur Buchhandlung passen. „Wir führen viele Bücher, die über die klassische Reiseliteratur hi­nausgehen. Wir orientieren uns dabei sehr an unseren Kund*innen, daher haben wir viele Kulturreiseführer der verschiedensten Verlage.“ Ebenfalls gefragt sind in der Buchhandlung erzählende Reiseliteratur und Regionales, wie „Wildbadeplätze“ (Falter). „Das Buch bietet einen Überblick über weniger bekannte und naturbelassene Badestellen in Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark.“ Der Guide beinhaltet Badeplätze mitten in der Stadt, entführt aber auch zu idyllischen Teichen und sagenumwobenen Seen in Ostösterreich. „Ein schönes Reisebuch mit kulturhistorischem Hintergrund ist „Vom Gehen im Karst“ (Matthes & Seitz) von Jan Volker Röhnert. „Der Autor war in Deutschland, Slowenien und Italien unterwegs. Durch Corona hat Gehen einen neuen Stellenwert bekommen. Viele Menschen sind gern langsamer und bewusster unterwegs.“ Keine klassische Reiseliteratur ist auch „Am See“ (Zsolnay) von der bulgarischen Autorin Kapka Kassa-bova. „Sie macht sich darin auf die Suche nach der Herkunft ihrer Familie und reist dafür an das zwischen Nordmazedonien, Albanien und Griechenland aufgeteilte Gebiet um den Ohrid- und Prespasee. Es geht um die Schönheit der Gegend, aber auch die Tragödien, die sich dort abgespielt haben.“ Im Kalenderbereich führt die Rupertus Buchhandlung viele Literaturkalender, wie den von Elisabeth Raabe aus dem edition momente Verlag, und literarische Kalender von Schöffling & Co., Arche und ars vivendi.

Veränderungen im Reiseverhalten der Kund*innen sind in der Rupertus Buchhand-lung schon länger spürbar. „Das Segment der Reiseführer ist nicht erst seit Corona schwierig. Viele informieren sich im Internet oder buchen kurzfristig. Doch viele suchen die passende Belletristik zu ihrem Reiseziel. Da helfen wir weiter.“ Karten werden seltener gekauft, kulinarische und regionale Reiseführer, etwa von Styria, sind hingegen gefragt. „Im letzten Jahr waren die Vorarlberger Reiseführer bei uns ausverkauft. Regionale Wander- und Radführer, zum Beispiel von Christian Heugl oder aus dem Michael Wagner Verlag, gehen ebenfalls gut.“ Ein Reiseführer aus dem letzten Jahr, aber in der Rupertus Buchhandlung weiterhin beliebt, ist „Widerstand. Verfolgung. Befreiung.“ (Anton Pustet) von Thomas Neuhold und Andreas Praher. Darin finden sich 35 zeitgeschichtliche Wanderungen, die die Lesenden an Orte jüdischer Sommerfrische, zu NS-Todesfabriken und zu Zufluchtsorten von Widerstandskämpfer*innen führen. Im Kalenderbereich bemerkt Seufer-Wasserthal die zunehmende digitale Zeitplanung der Kund*innen. Beliebt sind Tagesabreiß- und Wandkalender.

 

Der Regionalbezug ist wichtig: Natur, Wandern und Österreich
Doris Horner von der Thalia Buchhandlung Linz Landstraße

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Haus an der Landstraße 41 in Linz vom oberösterreichischen Landesverlag erworben und 1991 in eine knapp 4.000 m2 große Buchhandlung umgebaut. Zwei Jahre danach begann Doris Horner hier zu arbeiten, inzwischen ist sie seit 15 Jahren in einer leitenden Position tätig. Die Buchhandlung versteht sich als Treffpunkt und bietet ein populäres Sortiment mit Niveau. „Wir bereiten relevante Themen in den jeweiligen Abteilungen auf und können für jede*n die richtigen Geschichten und auch Geschenke bieten.“ Die oberösterreichischen Kund*innen schätzen besonders die vielfältigen Veranstaltungsformate wie den Buchclub (Bookclub), den Jugendbuchclub (Book a Fellas) und zahlreiche Autor*innenlesungen.

Im Kalenderbereich legt die Buchhandlung großen Wert auf qualitativ hochwertige Bilder und Drucke, wie sie beispielsweise im „Aquarellkalender“ (Eisl & Friends), dem „Literaturkalender“ (Schöffling & Co.), dem „National­ Geographic Fotokalender“ (teNeues) oder dem Bauern- sowie Österreichkalender (Leykam) zu finden sind. Auch kleinere Formate gibt es bei Thalia: „Der Tischbildkalender von Kunth im Geschenkschuber punktet mit viel Platz für Eintragungen und tollen Bildern.“ Beim Reisesegment setzen Horner und ihr Team auf Europareiseführer mit Schwerpunkt auf Autoreisen sowie Camping-  und Wanderführer. „Generell ist uns der Regionalbezug sehr wichtig. Natürlich haben wir auch die Kundenanfragen aus der Vergangenheit im Blick und sind für unsere Sortimentstiefe bekannt.“ Ein Wanderführer aus der Region ist „Wandern rund um Linz“ (Trauner) von Sabine Neuweg. „Eine Neuerscheinung, auf die wir uns freuen: ,Abenteuer Natur Oberösterreich‘ (Wanda). Der Verlag ist mit seinen Kinderwagen-Wanderführern bereits ein Long-Time-Favorit.“

Das Thema Nachhaltigkeit hält die Thalia Buchhandlung präsent, Kalender von der teNeues­ Greenline laufen daher besonders gut. Bei den Schülerkalendern spielen Influencer eine große Rolle. „Bei den Terminkalendern fallen uns zwei Extreme auf: Entweder sucht man einen Kalender, den man wie ein Tagebuch nutzen kann, oder man braucht das Miniformat für die Hosentasche.“ Nach wie vor seien Mond- oder Gartenkalender beliebt, auch schön gestaltete Terminplaner finden trotz zunehmender Digitalisierung Anklang. „Beim Reisebereich sind wir vorsichtig optimistisch. Die Nachfrage nach Europareiseführern steigt täglich, auch die Frequenz in der Reiseabteilung wird stetig mehr.“ In der Reiseabteilung sind Camping, das Reisen mit dem Wohnmobil und generell Autoreisen starke Themen. „Sehr beliebt sind auch Tipps abseits der Pfade, wie „111 Orte, die man gesehen haben muss“ (emons). „Ungebrochen ist auch die Wanderlust und die Motivation, die Region und das eigene Heimatland zu entdecken – zu Fuß oder mit dem Rad.“ Eintragebücher für Wanderbegeisterte wie „Dein Augenblick – Wander und Tourenbuch“ (Kompass) seien in diesem Segment ein beliebtes Geschenk. Nachgefragt werden auch abenteuerliche Reiseberichte wie „Nalas Welt“ (Lübbe Sachbuch) von Dean Nicholson, „Der Salzpfad“ (Dumont) von Winn Raynor oder „Austria2Australia“ (Aussicht) von Andreas Buciuman. „Generell zählt Qualität vor Quantität. Individualität spielt in beiden Bereichen eine große Rolle.“

 

Hinaus und bergauf: Hochschwab, Donauinsel und Venedig
Dieter Grabenbauer von der freytag & berndt Reisebuchhandlung in Wien

Gegründet wurde freytag & berndt ursprünglich als „Artaria & Compagnie“ im Jahre 1770 am Wiener Kohlmarkt. Damals wurde statt mit Karten noch mit Kupferstichen gehandelt. Im Jahr 2014 übersiedelte das Geschäft in die Wallnerstraße 3. Filialleiter in der Buchhandlung im ersten Bezirk ist Dieter Grabenbauer. Er und seine Mitarbeiter*innen betreuen ein reichhaltiges Sortiment für Reisen, Wandern, Radfahren sowie Berg- und Wassersport: „Unser engagiertes Team bemüht sich, die Kundenwünsche bestmöglich zu erfüllen, auch wenn es sich um eine japanische Wanderkarte oder einen Reiseführer für São Tomé handelt.“ Die Bücher und Karten werden von der Buchhandlung auch in der Freizeit oder auf Reisen selbst getestet.

Bei der Sortimentsauswahl legt die Buchhandlung besonders großen Wert auf die Aktualität der Titel. Gern forcieren Grabenbauer und sein Team kleine Verlage, die Reiseführer oder Wanderführer zu unentdeckten oder außergewöhnlichen Re­gionen verlegen. Als Obersteirer und begeisterter Wanderer freut sich Grabenbauer auf den Wanderführer „Hochschwab“ (Rother) vom ehemaligen Kollegen Martin Moser. Ebenfalls mit Vorfreude erwartet der Filialleiter den Titel „Stille Wasser – weite Berge – goldener Wein“ (Styria) von Eva Gruber. Im Buch sind 24 Naturerlebnis-Wanderungen fürs ganze Jahr zu finden. Die Buchhandlung bietet Neuerscheinungen für Kund*innen mit den unterschiedlichsten Interessen: „Die Rennradfahrenden freuen sich auf den Titel „Mit dem Rennrad rund um Wien“ (Kral) und die Adria-Segler auf die Neuauflage des Klassikers „888 Häfen und Buchten in Kroatien“ (K.-H. Beständig). Venedig-Liebhaber*innen soll der Bildband „Venedig ­­­ – Eine Augenreise“
(DK) ansprechen.“ Aber auch bereits erschienene Titel hält die Reisebuchhandlung bereit: „Erfrischend-genial ist „Wildbadeplätze“­   (Falter) – zur Abkühlung in der näheren Umgebung.“

Gefragt ist momentan alles im Bereich Wandern: „Viele haben in Zeiten der Pandemie das Wandern neu oder wiederentdeckt und sich bei uns mit Wanderkarten und Wanderführern eingedeckt.“ Aber auch das Radfahren wird nachgefragt – hier bietet freytag & berndt neben klassischen Radreiseführern und Karten aus dem eigenen Verlagshaus und aus dem Esterbauer Verlag auch Garmin-GPS-Fahrradcomputer an. Reiseführer aus den Nachbarländern, besonders aus Italien, sowie aus Kroatien und Griechenland gehen ebenfalls gut. Die unmittelbare Nähe will mit Titeln wie „Donauinsel“­ (Wiener Wildnis) von Verena und Georg Popp entdeckt werden. Der starke Inlandstourismus mit Schwerpunkt Wandern und Radfahren hat der Reisebuchhandlung gute Umsätze gebracht, auch während des Lockdowns bestellten viele Kund*innen online. „Aber natürlich fehlten die Umsätze aus dem ausländischen Reisebereich. Die Unterstützungsmaßnahmen des Bundes mit Kurzarbeit und Umsatzverlustzuschüssen haben uns sehr geholfen. Zum Glück geht es jetzt wieder in allen Bereichen bergauf!“ Bergauf geht es auch bei den Kund*innen: „Viele haben das Klettern und Bouldern erlernt, so ist die Warengruppe Kletterführer sehr stark gewachsen.“ Eine Nische, die in der Reisebuchhandlung immer mehr nachgefragt wird, sind Kinderbücher mit Schwerpunkt Geografie, Reise und Natur. Überraschend gut kam das Kunstposter „Metropa“ (freytag&berndt) von Stefan Frankenberger bei den Kund*innen an. Das Poster zeigt ein fiktives europäisches Eisenbahnnetz, wie es in Europa vielleicht in ein paar Jahrzehnten bestehen könnte. „Auf umweltfreundliches Reisen wird zum Glück immer mehr Fokus gelegt, Bahn statt Flugzeug oder Auto, wenn möglich. Es gibt mittlerweile auch eine reiche Palette an Reise- und Wanderführern zum Thema Anreise mit der Bahn oder Öffis.“ Generell freuen sich Grabenbauer und sein Team, dass Reisen wieder stattfinden können: „Die Reiselust der Menschen ist groß und wir freuen uns, diese Lust mit Reisebüchern stillen zu dürfen!“

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