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anzeiger 11/2021 – Krimis und Nervenkitzel für die Winterzeit

Die Buchhändlerinnen Nicole Liste von Hartliebs Bücher & Hartliebs Livres Libri Bücher und Elisabeth Sonnberger von der Buchhandlung Heyn in Klagenfurt empfehlen aktuelle Titel zum Themenschwerpunkt Krimis und Thriller.

Text: Lisa Schöttel

Düstere Krimis für die Winterzeit
Nicole List von Hartliebs Bücher & Hartliebs Livres Libri Bücher, Wien

Eine gut geführte Krimiabteilung – darauf legt Nicole List, Buchhändlerin bei Hartliebs Bücher im 9. Bezirk, großen Wert. „Wir räumen natürlich den österreichischen Krimiautor*innen einen besonderen Platz ein, allerdings sind auch viele italienische und französische Autor*innen sehr beliebt und bei uns gut vertreten“, erklärt Nicole List, die in der Buchhandlung die Bereiche Kinder- und Jugendbuch sowie Krimi und Thriller betreut. Die Leser*innen finden nicht nur die Fälle von Andrea Camilleris italienischem Inspektor Salvo Montalbano, sondern auch jene des französischen Kommissars Dupin, geschrieben von Jean-Luc Bannalec, in Originalsprache in den Verkaufsregalen der Buchhandlung. Neben italienischen und französischen Autor*innen erfreuen sich vor allem dänische Krimis nach wie vor großer Beliebtheit.

Zuerst führt uns aber Nicole List mit ihrer Empfehlung in das Paris zur Zeit des Pariser Kommune, dem Fin de Siècle und dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Ein „Must-Have“ für alle Krimifans ist die Graphic Novel „Burma“ (Edition Moderne). Zeichner Jacques Tardi hat die Krimis „120, Rue de la Gare“, „Die Brücke im Nebel“, „Kein Ticket für den Tod“ und „Wie steht mir Tod?“ des bekannten französischen Autors Léo Malet in eine neue Form gebracht. Ein Meilenstein der Comic-Geschichte und ein „anderes Leseerlebnis“, sagt Nicole List. „Die Graphic Novel ist grandios gezeichnet und macht die Krimis von Leo Malet zu einem Spiegel des 20. Jahrhunderts.“

Doch auch klassische österreichische Krimis fehlen bei Nicole Lists Empfehlungen nicht: Ein großartiger österreichischer Thrillerautor ist für sie derzeit Andreas Gruber. Sein neues Buch “Todesschmerz” (Goldmann) spielt diesmal in Norwegen, wo BKA-Profiler Maarten S. Sneidjer und sein Team den Mord an der deutschen Botschafterin aufklären sollen. Das Motiv bleibt rätselhaft und die norwegische Polizei verweigert die Zusammenarbeit. Deshalb muss der Ermittler kreativ werden – macht aber damit einen besonders mächtigen Gegner auf sich aufmerksam. Die Buchhändlerin beschreibt den Thriller als „eines der härtesten Bücher Grubers“. „Immer wieder sorgt er für Überraschungen und spannende Cliffhanger. Ein Buch voller Spannung – von Anfang bis Ende.“

Wer gerne in die Welt der Alchemie und Hexenjagd eintauchen möchte, dem empfiehlt die Buchhändlerin den neuen Thriller von Stuart Turton mit dem Titel „Der Tod und das dunkle Meer“ (Klett-Cotta). In diesem Buch stehen Samuel Pipps und Arent Hayes vor dem Fall ihres Lebens, bei dem diesmal auch der Teufel mit an Bord ist. „Der Autor führt die Leser*innen in ein dunkles Meer der menschlichen Abgründe“, so List. Die detaillierte Recherchearbeit des Autors und dessen genialer Schreibstil machen das Buch zu einem Pageturner. Auch etwas für „Hartgesottene“ sei das Buch von Thomas Olde Heuvelt „Echo“ (Heyne). Darin macht ein Reisejournalist eine Bergtour, bei der es zu einem tragischen Unfall kommt und plötzlich mysteriöse Geschehnisse in Nicks Umfeld bringt. Ein Buch für alle, die eiskalten Horror lieben, so List.

Und einen dänischen Krimi hat Nicole List ebenfalls noch im Petto: „Winterland“ (Blanvalet) des Autor*innenpaars Kim Faber und Janni Pedersen ist der Auftakt einer spektakulären Krimireihe rund um das Ermittler*innenduo Juncker und Kristiansen, die einen schrecklichen Mord in der dänischen Provinzstadt Sandsted aufdecken müssen. Sehr politisch, sehr düster, sehr hart sei der Krimi, so Nicole List. Ein Trend, der sich nach wie vor bei den Krimi-Neuerscheinungen abzeichne. „Wichtig ist der politische Ansatz“, erklärt List. Umwelt- und Zukunftsthemen werden immer präsenter und beliebter bei der Leser*innenschaft. „In den Romanen finden sich immer mehr biologische Anschläge oder Geschichten und Kriminalfälle im Kontext des Klimagipfels.“

 

Nervenkitzel vor überwältigenden Kulissen
Elisabeth Sonnberger von der Buchhandlung Heyn in Klagenfurt

Mysteriöse Mordfälle in der arktischen Kälte, im sonnigen Sizilien, auf der schwedischen Ostseeinsel Öland und im Wien der 1920er Jahre: Die Krimiautor*innen entführen die Leserschaft in neue Regionen und Gebiete und beschreiben nicht nur Mordfälle, sondern zeichnen detaillierte sprachliche Bilder unterschiedlichster Schauplätze.

Auch Elisabeth Sonnberger, Buchhändlerin und Krimiexpertin der Buchhandlung Heyn in Klagenfurt, ist immer wieder inspiriert von den Beschreibungen der Landschaften und Naturgebiete. Mit großer Leidenschaft verschlingt sie Krimis und Thriller und kann so ihren Kund*innen auf deren Geschmack abgestimmte Empfehlungen mitgeben. Das Prädikat „empfehlenswert“ vergibt sie unter anderem an den neuen Roman von Bernhard Aichner. Die Genialität des Krimis liege vor allem an der „sprachlich präzisen Klinge“, mit der Aichner die Leser*innen durch „Gegenlicht“ (btb Verlag), den 2. Band seiner Bronski-Krimireihe, führt. Den Auftakt einer neuen schwedischen Krimi-Reihe, die Sonnberger ihren Leser*innen ans Herz legt, macht das Buch „Nachttod“ von Johanna Mo (Heyne Verlag). „Das Buch basiert auf der persönlichen Erfahrung der Autorin – das fand ich besonders spannend“, so die Buchhändlerin. Durch die parallel verlaufenden Erzählstränge werde die Spannung noch gesteigert und auch „der detaillierte Einblick in die psychische Verfassung der Täter und Oper“ mache das Buch zu „einem besonderen Leseerlebnis“. In „Der letzte Tod“ (Limes) führt uns Alex Beer in das durch die sozialen Missstände der Inflation und der hohen Kriminalität in den 1920er-Jahren gebeutelte Wien. Es ist der fünfte und riskanteste Fall für August Emmerich – hat er es diesmal doch mit einem Serienmörder zu tun.

Den Alptraum aller Eltern lässt Sebastian Fitzek im neuen Psychothriller „Playlist“ Wirklichkeit werden. Die Tochter wird entführt. Im Zuge der Entführung kommen die beiden Kommissare immer mehr dahinter, dass sie nicht zufällig an der Suche nach dem entführten Mädchen mithelfen, sondern Teil eines von unbekannter Macht geführten Spiels werden. „Nichts für schwache Nerven“, so Sonnberger. Buchstäblich arktische Kälte lässt einen auch Hanne H. Kvandal in seinem neuen Buch „78° tödliche Breite“ (dtv) spüren. Dreiundachtzig Jahre lang gab es keinen Mord auf Spitzbergen, plötzlich passieren drei Tote innerhalb weniger Tage. Trond Lie, ein pensionierter Kommissar, nimmt gemeinsam mit der Musherin Frida die Ermittlung auf. „Ein eiskalter, spannender Krimi“, so die Krimiliebhaberin Sonnberger. Von den detaillierten Hinweisen der Autor*in zur Geschichte des Inselarchipels inspiriert, recherchierte sie während des Lesens auf eigene Faust bestimmte Hintergründe des Falles. „Bild- und wortgewaltig beschreibt sie die Schönheit dieses arktischen Landes, sodass ich die Kälte bis ins Wohnzimmer spüren konnte.“

Weg von der arktischen Kälte hin ins sonnige Sizilien führt die italienische Autorin Cristina Cassar Scalia ihre Leserschaft. In „Schwarzer Sand“ (Limes) ermittelt die eher eigenwillige Kommissarin Giovanna Guarrasi in einem kleinen Dorf am Fuße des Ätna, wo in einer altehrwürdigen Villa ein grausiger Fund gemacht wird. Ob Italien, die Arktis oder Wien – in der Buchhandlung Heyn findet sich für jede Region ein spannender Krimi. So können die Leser*innen vor heimischen und unbekannteren Kulissen in die Abgründe der menschlichen Seele eintauchen.

 

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