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Ali Smith erhält den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2022

Der vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) vergebene Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur geht heuer an die in Schottland geborene Autorin Ali Smith. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen eines Festaktes während der Salzburger Festspiele.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer gratuliert herzlich: „Ali Smith zählt seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten zu den fixen Größen der Literatur Großbritanniens. Mit den Übersetzungen ihres zuletzt erschienenen Jahreszeiten-Buchquartetts hat sie nun endgültig auch die deutschsprachige Leserschaft erobert. Sie begeistert die Leserinnen und Leser sowie die Literaturkritik gleichermaßen“, so Mayer. „Ali Smith folgt in ihren Büchern den verschlungenen Wegen menschlicher Beziehungen. In ihren Romanen und Short Stories begegnen wir uns selbst und finden die großen und kleinen Themen unserer Zeit, unsere Hoffnungen und Ängste wieder. Dabei ist ihr Blick auf uns freundlich, interessiert, mitfühlend, beobachtend, ironisch und immer wieder auch voller Witz. Wir alle haben eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden – und es ist Ali Smith, die sie in große Literatur verwandelt und lesenswert macht.“

Die Jurybegründung: „Ali Smith bleibt in ihren Romanen und Erzählungen nah an unserer Gegenwart. Und weil Gegenwart ohne Vergangenheit nicht zu haben ist, stattet sie Figuren mit Biografien aus, in denen sich das 20. Jahrhundert spiegelt. Als Menschenkennerin weiß Smith, dass es, um Personen nahe zu kommen, nicht ausreicht, sie auf äußere Lebensstationen festzulegen. Sie stattet sie mit Träumen und Erinnerungen, Fantasien und Gedankenspielen aus. Dazu bedarf es eines gewieften ästhetischen Programms, das der Fülle der inneren Zustände gerecht wird. Ali Smith verfügt über die literarischen Mittel, um empathisch, wütend, ironisch, nüchtern, bisweilen in kühne Fantasien ausgreifend, bisweilen dem realistischen Schreiben verpflichtet, die Vielfalt der Gesellschaft wie die Vielfalt des Einzelnen ins Bild zu rücken.“

Die fünfköpfige Jury für den Preis 2022 bestand aus Robert Huez, Anne-Catherine Simon, Anton Thuswaldner, Anna Weidenholzer und Norbert Christian Wolf.

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr Roman „Beides sein“ wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit „Herbst“ kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize. Ihre Bücher erscheinen in der deutschen Übersetzung von Silvia Morawetz im Luchterhand Verlag. Im April erscheint als Follow-up zum Jahreszeitenzyklus ihr neues Buch mit dem Titel „Companion piece“.

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat, was durch Übersetzungen dokumentiert sein muss. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen. Der Preis ist mit € 25.000 dotiert. Die Preisverleihung erfolgt durch Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer traditionell im Rahmen eines Festaktes während der Salzburger Festspiele.

Zuletzt ging der Preis an Mircea Cărtărescu, Andrzej Stasiuk, Karl Ove Knausgård, Zadie Smith, Michel Houellebecq, Drago Jančar und László Krasznahorkai.

11.3.2022

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