Wien wird kommendes Jahr weniger Geld für Kultur ausgeben, das Budget sinkt um 7,6 Prozent, wie Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler am 3. Dezember angekündigt hat. Gespart werden soll vor allem bei großen Institutionen. Auch die in der Coronazeit eingeführten Kulturstipendien werden reduziert, darunter einzelne Stipendien im Bereich Literatur.
Weniger Kulturstipendien
Die während der Coronapandemie eingeführten Arbeitsstipendien wurden seit 2022 jährlich in den Bereichen Literatur, Bildende Kunst und Medienkunst, Darstellende Kunst – Performance, Darstellende Kunst – Theater, Film, Dramatik und Komposition vergeben – insgesamt 84 Stipendien zu jeweils 18.000 Euro. Künftig sollen nur noch 48 Stipendien vergeben werden. Eine fixe Aufteilung nach Sparten ist nicht mehr vorgesehen, die Anzahl soll künftig „entsprechend der Antragslage und Qualität“ angepasst werden.
Kürzungen bei großen Häusern
Einen besonderen Fokus wolle man weiterhin auf Kinder- und Jugendkultur legen. Die Investitionskosten von 9,5 Millionen Euro für das neue Zentrum für Kinderkultur in Floridsdorf wurden bereits 2025 gedeckt, wodurch diese Ausgaben 2026 entfallen. Das Projekt selbst bleibt bestehen, die Eröffnung ist für 2028 geplant. Stabil bleiben sollen auch die Finanzierungen für Kinderliteraturformate.
Die Einsparungen treffen vor allem die größeren Institutionen, etwa die Vereinigten Bühnen Wien, die Wiener Philharmoniker sowie den Musikverein.
Von Einsparungen betroffen sind weiters auch das Wien Museum, die Volkshochschulen und der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF): Bei allen dreien wird die sogenannte „Einbehaltklausel“ schlagend gemacht, die sich der Subventionsgeber in Notsituationen vertraglich gesichert hat: 2026 wird um 2,5 Prozent weniger, 2027 um fünf Prozent weniger ausgezahlt.
Neue Einnahmen: „Kultureuro“ könnte kommen
Um zusätzliche Mittel zu erschließen, prüft die Stadt die Einführung eines „Kultureuros“. Die Kultur- und Tourismustaxe – angelehnt an Modelle in Hamburg und Köln – könnte künftig Einnahmen für touristische, kulturelle und sportliche Projekte generieren. Ein Konzept wird derzeit ausgearbeitet.
Details zu den Einsparungen finden Sie im Presseportal der Stadt Wien.