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Verleihung des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels an A.L. Kennedy

Am 22. November wurde die Autorin A.L. Kennedy in Krems an der Donau mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln geehrt. Hier finden Sie Fotos der Veranstaltung.

Die Verleihung erfolgte als abschließender Höhepunkt der Europäischen Literaturtage 2020 in Krems Stein. Aufgrund der COVID-19 Situation fand die Veranstaltung online als Live-Stream statt.

Benedikt Föger, der Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (HVB) überreichte den mit 10.000 Euro dotierten Preis, den der HVB und der Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam ausrichten.

Die Autorin erhielt die ehrenvolle Auszeichnung für ihren herausragenden Beitrag zu einem neuen und besseren Verständnis der unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften Europas.

„Frieden und Toleranz sind die gesellschaftlichen Eckpfeiler auf denen jeder intellektuelle Diskurs, auf denen jede Schaffung und Auseinandersetzung mit Kunst fußt. Es ist das erste Anliegen jedes Verlegers und jeder Verlegerin, aufzuklären, zu informieren und zu vermitteln. Auch und gerade um die Fundamente der verlegerischen Arbeit, den Frieden und die Toleranz zu stärken.“ so Benedikt Föger bei der Übergabe des Preises an Kennedy.

Laudatorin Sonja Zekri (Süddeutsche Zeitung) über die Autorin: „A.L. Kennedy wird oft beschrieben als Expertin für die abgründigen, auch grausamen Seiten der Liebe, und das ist sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Was damit einher geht, ist ein untrügliches Gespür für Konstellationen der Macht. Der Schwache ist nicht immer hilflos, der Starke nicht immer überlegen. Aber ganz gleich, wer oben und wer unten ist, A.L. Kennedy wird die wahren Verhältnisse mit dem Instinkt eines Lawinenhundes erkennen. Vertrauen wir uns ihr an in ihren Büchern, ihren Texten, ihren Performances. Dann finden wir sicher ans Licht.“

Im Gespräch mit Rosie Goldsmith sprach A.L. Kennedy unter anderem über die besonderen Herausforderungen, denen sich Künstlerinnen und Künstler in Großbritannien stellen müssen: „Es gibt keinerlei Unterstützung für Kulturschaffende, weil die Kunst den Menschen eine Stimme gibt, die nicht in der Regierung sitzen oder in den Medien vorkommen.“  Trotzdem erteilte sie der Resignation eine klare Absage, auch im Angesicht des Brexit: „Zorn und Verzweiflung fressen uns auf – wir müssen jetzt auf geradezu kämpferische Weise europäisch sein und energisch betonen, dass es großartig ist, mit der europäischen Kultur verbunden zu sein.“ Am Ende des Gesprächs trug A.L. Kennedy Teile ihres Gedichtes „Letter to Europe on a Future Morning“ vor.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung steht Ihnen am Videokanal der Europäischen Literaturtage zur Verfügung.

Über A.L. Kennedy

A.L. Kennedy, 1965 im schottischen Dundee geboren, wurde bereits mit ihrem ersten Roman Einladung zum Tanz (2001) berühmt und zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen englischen AutorInnen. Sie wurde mit zahlreichen wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, 2016 den Heine-Preis. Kennedy lebt in London und unterrichtet kreatives Schreiben an der University of Warwick.

Der Ehrenpreis wird seit 1990 vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) ausgerichtet und wurde 2020 bereits zum 30. Mal verliehen. Zuletzt wurde 2019 Francesca Melandri mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

22.11.2020

Verleihung des Ehrenpreises 2020 an A.L. Kennedy. Foto © Sascha Osaka
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