Nach dem Ausschluss dreier Buchhandlungen von der Kandidatenliste für den Deutschen Buchhandlungspreis ließ Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nun die Verleihung auf der Leipziger Buchmesse absagen. Die drei betroffenen Buchhandlungen haben mittlerweile Klage eingereicht.
Anders als in den Vorjahren wäre kein großer Festabend geplant gewesen: Stattdessen sollten die 115 Buchhandlungen kurz vor Messeschluss in einer einstündigen Zeremonie ihre Urkunden erhalten.
Ein Sprecher des Kulturstaatsministers Weimer erklärte am Dienstag in Berlin, die aktuelle Debatte drohe den Sinn der Veranstaltung „zunehmend zu überlagern“. Eine angemessene Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger sei „in einem solchen Kontext kaum noch möglich“.
Die ausgewählten Buchhandlungen sollen ihr Preisgeld und ihre Urkunden nun auf direktem Weg erhalten. Die Bekanntgabe der Hauptpreise soll laut Staatsminister in gesonderter Form erfolgen.
Kritik am Ausschluss der Buchhandlungen
Die drei Buchhandlungen „The Golden Shop“, „Rote Straße“ und „Zur schwankenden Weltkugel“ wurden nachträglich von der Liste der Auszuzeichnenden gestrichen. Als Begründung wurden „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ genannt. Öffentlich ist nicht bekannt, was gegen die drei Läden in Berlin, Bremen und Göttingen vorliegt.
Der Ausschluss löste breite Kritik aus – unter anderem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, von der Jury des Deutschen Buchhandlungspreises sowie von zahlreichen Verleger:innen, Buchhändler:innen und Literatur- und Kulturorganisationen. Auch die anderen nominierten Buchhandlungen solidarisierten sich mit den gestrichenen Betrieben.
Mit dem Preis sind Fördergelder zwischen 7.000 und 25.000 Euro verbunden, die aus Mitteln der Bundesregierung stammen. Über die Auswahl der Preisträger:innen entscheidet eine unabhängige Jury.
