„Wir möchten ein Ort sein, an dem Begegnungen stattfinden, Kooperationen und Ideen geboren werden, die Region bestmöglich eingebunden wird und der als etwas Besonderes wahrgenommen wird. Ein Ort, an dem Begeisterung fürs Buch gelebt wird – weil wir alle diese Leidenschaft teilen und weitergeben möchten“, sagen Michi Tinhof und Stefan Stöhr über ihre Philosophie.
Von Beginn an war die enge Verankerung in der Region ein zentrales Anliegen – vom Kaffeelieferanten aus dem Nachbarort bis zur Lebenshilfe, die Leseknochen für die Buchhandlung herstellt. „Wir sehen die Region als Ganzes, in der auch wir zu Hause sind – deshalb unser Motto: Buchhandlung mit Herz im Herzen der Thermenregion.“
Stöhrs Lesefutter bietet ein Vollsortiment. Einer der Schwerpunkte liegt auf Kinder- und Jugendliteratur. Hinzu kommen Belletristik und Unterhaltungsliteratur, Biografien, regionalgeschichtliche Publikationen, Kochbücher und Reiseführer. Eine kleine englischsprachige Abteilung, Graphic Novels und Comics ergänzen das Programm, ebenso eine bunte Auswahl an passenden Geschenkartikeln.
Das Team besteht neben den Inhaber:innen aus einer erfahrenen Buchhändlerin in Vollzeit – „eine echte Allrounderin“, wie sie sagen – sowie zwei studentischen Mitarbeiterinnen mit 10 bzw. 15 Wochenstunden. Stefan Stöhr ist auch Verlagsvertreter – eine Tätigkeit, die ihm einen wertvollen Perspektivenwechsel zwischen Verlag und Buchhandlung ermögliche.
Großen Wert lege „Stöhrs Lesefutter“ auf ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, das mindestens zwei Lesungen pro Monat umfasst. Präsentiert wird Literatur quer durch alle Genres, mit bekannten Autor:innen ebenso wie mit jungen Talenten – etwa Hannah Oppolzer, die ihren Debütroman Verpasst begleitet von Harfenmusik in der Buchhandlung präsentierte. Das Team möchte auch mit ungewöhnlichen Veranstaltungskonzepten überraschen: „Unsere Buchhandlung soll auch ein Ort sein, an dem Neues entsteht und Dinge abseits des üblichen, was man von Buchhandlungen kennt und erwartet, passieren.“ So wird etwa in Kooperation mit einem Spielwarengeschäft aus der Umgebung ein Lego-Bauwettbewerb veranstaltet. Zu den Fixpunkten zählen außerdem ein Schulabschlussfest sowie der jährliche „Stöhrsday“, der Geburtstag der Buchhandlung, der mit einem Gartenfest gefeiert wird.
Social Media spiele für die Buchhandlung eine sehr wichtige Rolle. Momentan betreibt die Buchhandlung einen sehr aktiven Instagram- sowie Facebook-Auftritt. „Für TikTok fehlt uns derweil noch das Know-How, aber das ändern wir vielleicht in Kürze, “ so Stöhr. Verkaufen tut die Buchhandlung über die sozialen Medien nicht, sie sehen es eher als „einen Kanal, um sich in Erinnerung zu rufen, zu unterhalten und ein Lächeln zu zaubern.“ Sie konzentrieren sich auf unterhaltsame Videos, die mitunter auch neue Kundinnen und Kunden in die Buchhandlung ziehen. Grundsätzlich sei die Kundschaft sehr durchmischt, „sie kommen von Jung bis Alt.“
Die Auszeichnung als eine der „Buchhandlungen des Jahres“ bedeute dem Team viel: „Wir sind unglaublich stolz. Der Preis bestätigt uns darin, dass das, was wir tun – und vor allem, wie wir es tun – nicht nur für uns, sondern auch für andere genau richtig ist. Besonders schön ist, dass viele Kunden zu uns kommen und sagen: ‚Ihr habt das absolut verdient!‘ – das berührt uns sehr.“ Das Preisgeld soll unter anderem in eine neue Lautsprecheranlage für Veranstaltungen fließen, außerdem sind eine Teamprämie und ein großes Schild geplant – „damit man uns noch besser wahrnimmt“.
Besonderen Wert lege Stöhrs Lesefutter auf persönliche Beratung, sich Zeit zu nehmen und auch die Atmosphäre: „Es gibt bei uns guten Kaffee, und viele unserer Kundinnen und Kunden genießen es, einfach ein bisschen zu verweilen, sei es für einen kurzen Espresso oder ein längeres Gespräch.“
Was wünscht sich „Stöhrs Lesefutter“ für die Zukunft? „Den Standard, den wir uns in den vier Jahren aufgebaut haben, sowie unsere Qualität wollen wir nicht nur bewahren, sondern nach Möglichkeit sogar noch steigern. Wir möchten weiterhin wie gewohnt für unsere Kundinnen und Kunden da sein und uns Zeit für sie nehmen. Auch mit unseren Partnern – seien es Gemeinden, Schulen oder private Initiativen wie die Lebenshilfe – wollen wir verlässliche Ansprechpartner bleiben und gemeinsam Mehrwert für unsere Region schaffen.“
