Zahlen zum österreichischen Buchmarkt

Umsatzeinbruch im April

Im April 2026 verzeichnet der österreichische Buchmarkt ein deutliches Minus. Der Umsatz sank auf dem Gesamtmarkt um -10,7 Prozent, der Absatz um -13,9 Prozent. Auch der stationäre Handel entwickelte sich rückläufig, mit einem Umsatzminus von -12,3 Prozent und einem Absatzrückgang von -15,8 Prozent. Ein Grund für diesen deutlichen Einbruch ist ein Kalendereffekt: Im Vorjahr fiel das Ostergeschäft in den April und sorgte dort für außergewöhnlich hohe Vergleichswerte. Insgesamt wirkt sich das gedämpfte Konsumklima weiterhin negativ auf die Marktentwicklung aus.

Umsatzeinbruch im April: Früheres Ostergeschäft als zentraler Einflussfaktor

Ein wesentlicher Treiber der negativen Entwicklung ist der Zeitpunkt von Ostern. 2025 fiel das Ostergeschäft in den späten April und sorgte dort für einen außergewöhnlich starken Monat mit einem Umsatzplus von +11,7 Prozent auf dem Gesamtmarkt und +15 Prozent im stationären Handel. Dieser Basiseffekt führt dazu, dass der April 2026 im direkten Vergleich besonders schwach ausfällt.

Im Jahr 2026 verschob sich das Ostergeschäft hingegen in den März. Dieser Monat profitierte entsprechend von der früheren Nachfrage und entwickelte sich positiv: Der Gesamtmarkt verzeichnete im März 2026 ein Umsatzplus von +4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Absatz stieg um +4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (März 2025).

Jänner bis April 2026: Anhaltend schwaches Marktumfeld

Auch wenn die Monatswerte durch die Verschiebung des Ostergeschäfts deutlich beeinflusst sind, zeigt sich im Zeitraum Jänner bis April insgesamt ein klar rückläufiges Bild.

Am Gesamtmarkt zeigt sich im Jahresverlauf von Jänner bis April ein Umsatzrückgang von -4 Prozent sowie ein Absatzminus von -5 Prozent. Auch der stationäre Buchhandel bleibt davon nicht ausgenommen und verzeichnet ein Minus von -3 Prozent beim Umsatz sowie -4,1 Prozent beim Absatz.

Bei der Anzahl der Verkauftstage von Jänner bis April zeigen sich keine Unterschiede: Sowohl 2025 als auch 2026 hatten Buchhandlungen im Zeitraum Jänner bis April 100 Öffnungstage. In beiden Jahren fielen drei Feiertage auf einen Wochentag.

Damit lässt sich die negative Entwicklung nicht allein durch den Kalendereffekt erklären. Vielmehr deutet die kumulierte Betrachtung auf eine insgesamt gedämpfte Stimmung am Markt hin.

Iran-Krieg als Inflationstreiber

Die Inflation war Anfang des Jahres auf das Ziel von 2 Prozent zurückgekehrt. Der Iran-Krieg machte dieses Zwei-Prozent-Ziel jedoch zunichte. Die durch den Krieg ausgelöste Energiekrise sorgte im April für einen Anstieg der Teuerungsrate. Laut Statistik Austria liegt die Inflation im April bei 3,3 Prozent.

Warengruppenentwicklung und Buchpreis

Bei den Warengruppen setzen sich die Trends der vergangenen Jahre fort. Zwar verzeichnen alle Segmente Rückgänge, doch Belletristik sowie Kinder- und Jugendbücher schneiden vergleichsweise stabil ab. Deutlich schwächer entwickeln sich hingegen die Bereiche Ratgeber, Reisen, Naturwissenschaften sowie Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft.

Der durchschnittliche Buchpreis stieg von Jänner bis April 2026 moderat um +1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Fazit

Die schwache Entwicklung im April lässt sich nur teilweise auf den Kalendereffekt zurückführen. Vielmehr belasten weiterhin gesamtwirtschaftliche Faktoren den Markt: eine anhaltende Kaufzurückhaltung, steigende Kosten entlang der Wertschöpfungskette sowie ein insgesamt gedämpftes Konsumklima setzen den Buchhandel unter Druck.

Eine Analyse des ersten Quartals 2026 finden Sie hier.

Eine detaillierte Analyse der Marktdaten des Jahres 2025 finden Sie hier.

Quelle

Die Marktdaten werden im Auftrag des HVB von Media Control erhoben und erfassen knapp 90 Prozent des Absatzes via Scannerkassen. Berücksichtigt werden stationärer Buchhandel, Buchhandelsketten, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte.

Screenshot 2026 05 06 at 11 41 20 anzeiger Monats Marktdaten Hauptverband des Österreichischen Buchhandels
Umsatz-, Absatz- und Preisentwicklung April 2026 zu April 2025 in Prozent (c) HVB
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