Stadt Wien: Kulturförderungen nur noch einjährig

Mehrjährige Gesamtförderungen sollen künftig nur noch „in absoluten und besonders begründeten Ausnahmefällen“ gewährt werden, wie die Stadt Wien Anfang Juni bekannt gab.

Zu Wochenbeginn konkretisierte die Stadt diese Ausnahmefälle: Die vierjährigen Konzeptförderungen für die Darstellende Kunst sowie die zweijährigen Gesamtförderungen für Tanz, Theater und Performance bleiben bestehen. Künstlerinnen, Künstlern und Kulturinstitutionen soll damit weiterhin eine langfristige Planung ermöglicht werden.

Kritik aus der Kulturbranche

Wiens SPÖ-Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler bedauere die Änderungen. Zugleich betonte sie, die aktuelle finanzielle Situation lasse die Vergabe weiterer mehrjähriger Förderverträge derzeit nicht zu.

Wie „Kurier“ und ORF berichteten, reagierte die Plattform „Wiener Perspektive“ mit einem Offenen Brief zur Zukunft der unabhängigen Kunstszene in Wien, der von rund 380 Kulturschaffenden unterzeichnet wurde. Darin heißt es: „Wir halten es für fahrlässig, die über Jahrzehnte hinweg aufgebaute künstlerische Infrastruktur leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Zerstörte Strukturen und Arbeitsverhältnisse benötigen Jahre oder Jahrzehnte, um wieder aufgebaut zu werden.“

Zu den Unterzeichnenden zählen prominente Vertreterinnen und Vertreter der Szene, darunter Florentina Holzinger, Esther Holland-Merten (Theater am Werk), ImPulsTanz-Intendant Karl Regensburger und die Regisseurin Jacqueline Kornmüller.

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