Staatspreis für literarische Übersetzung verliehen

Der Staatspreis für literarische Übersetzung, der jährlich vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport vergeben und mit jeweils 15.000 Euro dotiert ist, geht heuer an Brigitte Hilzensauer und Relja Dražić.

Die Preisträger:innen

Hilzensauer erhält den Staatspreis für die Übersetzung englischsprachiger Literatur ins Deutsche. Die 1950 in Salzburg geborene Germanistin war viele Jahre Cheflektorin des Zsolnay-Verlags und arbeitet seit 2013 als Übersetzerin.

Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen die Übertragung von Edmund de Waals Der Hase mit den Bernsteinaugen sowie Übersetzungen von Graham Greene und Timothy Snyder. Die Jury zeigte sich überzeugt von Hilzensauers großem Talent „beim Durchkomponieren hochkomplexer Gedankengänge, und zwar auf eine Weise, dass auch dichte und komplexe Stile im Deutschen wie selbstverständlich wirken: dies ist die wahre Kunst beim Literaturübersetzen“.

Der Staatspreis für die Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache geht an den serbischen Übersetzer und Verleger Relja Dražić. Der 1954 in Bogojevo geborene Preisträger übersetzt seit 1982 vorwiegend österreichische Literatur, darunter Werke von Ingeborg Bachmann, Joseph Roth und Heimito von Doderer sowie Texte zeitgenössischer Autorinnen und Autoren wie Peter Handke, Ljuba Arnautović und Norbert Gstrein. Die Jury findet Worte des Lobes für Dražićs unermüdlichen Einsatz für die Verbreitung deutschsprachiger Literatur nicht nur in Serbien, sondern im gesamten Balkanraum: „Seine kongenialen Übersetzungen folgen dabei allen Schattierungen und Nuancen der Originale und bescheren einen Lesegenuss, der den Originalen in nichts nachsteht.“

Staatspreis für literarische Übersetzung

Bundesminister für Kunst und Kultur Andreas Babler gratulierte den Ausgezeichneten: „Literaturübersetzung ist ein komplexes wie kunstvolles Unterfangen, durchgeführt von Meister:innen der transkulturellen Kommunikation. Einen Roman von Han Kang, Serhij Zhadan oder László Krasznahorkai auf Deutsch zu lesen scheint selbstverständlich, doch ist es für die meisten von uns nur deshalb möglich, weil Übersetzer:innen uns Tür und Tor in diese Welten öffnen. Gleichzeitig sind die Herausforderungen im Bereich der Übersetzung angesichts rasanter technologischer Entwicklungen enorm. Mit dem österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung wird hervorgehoben, welch großen kulturellen Reichtum wir der Kunst der Neuschreibung zu verdanken haben. Das Metier der Literaturübersetzung anhand dieses Preises und der Prämien sichtbarer zu machen und es zu würdigen, ist mir ein besonderes Anliegen. Herzlichen Glückwunsch den Gewinner:innen.“

Zusätzlich zu den beiden Staatspreisen wurden 51 in- und ausländische Übersetzerinnen und Übersetzer mit Prämien für herausragende literarische Übersetzungen ausgezeichnet. Das Gesamtvolumen dieser Prämien beträgt 84.000 Euro.

Die beiden Staatspreise für literarische Übersetzung, die jährlich vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport vergeben werden, sind mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Die Verleihung der Preise wird am 29. Juni 2026 im Literaturhaus Wien stattfinden. Dem Übersetzungsbeirat des BMWKMS, auf dessen Empfehlung die Vergabe basiert, gehören an: Mag. Dr. Leopold Decloedt, Mag.a Dr.in Miranda Jakiša, Mag.a Dr.in Maria-Christine Leitgeb, Mag. Dr. Igor Metzeltin und Mag. Werner Richter.

Weitere Informationen zum Preis finden Sie auf der Website des BMWKMS.

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