Die Jury hat fünf Bücher für die Shortlist des Schweizer Buchpreises 2026 ausgewählt. Insgesamt waren 87 Titel aus 52 Verlagen eingereicht worden, jetzt bleiben noch fünf im Rennen um die mit insgesamt 42.000 Franken dotierte Auszeichnung.
Die Siegerin oder der Sieger erhält davon 30.000 Franken, die vier weiteren Finalist:innen jeweils 3.000 Franken. Verliehen wird der Preis am 15. November 2026 im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel im Theater Basel.
Die Shortlist im Überblick
Lukas Bärfuss verarbeitet in „Königin der Nacht“ (Rowohlt) die Geschichte seiner Mutter. Sie bezeichnete sich selbst als „Rabenmutter“. Dabei fragt er nach gesellschaftlicher Verantwortung für ihre Armut. Hayat Erdoğan blickt in „Hauptsache kein Zeitgeist“ (Claassen) nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien zurück. Der Roman ist dabei in 24 Gesänge gegliedert. Erzählt wird darin vom Leben einer Tochter einer türkischen Familie in Deutschland. In Yael Inokais „Die Auster“ (Hanser Berlin) geschieht ein Mord in einem Berliner Kaufhaus. Im Zentrum steht dabei aber nicht die Aufklärung, sondern der Mikrokosmos der Kaufhauswelt und eine meist unsichtbare Reinigungskraft. Sonja Sophie Kreis erzählt in „Das grosse Eis“ (Rowohlt Berlin) von einer Reise nach Grönland. Dort besucht die Hauptfigur ihren lange nicht gesehenen Bruder, während sich die Handlung mit den Nachkriegsjahren einer deutsch-schweizerischen Familie verwebt. Und Sarah Elena Müller erkundet in „Unwucht“ (Limmat Verlag) eine heillose Liebesbeziehung, dabei geht es um Abhängigkeit und die Verstrickungen einer jungen Frau.
Die Jury 2026
Jurysprecher Tim Felchlin beschreibt die Shortlist als Suche nach dem Verborgenen. Denn die fünf Romane schärften den Blick für das, was zu oft unsichtbar bleibt. Dazu zählten etwa Altersarmut, prekäre Arbeit oder Abhängigkeit in Beziehungen. Neben Felchlin gehören der Jury außerdem Simone Nuber, Benjamin Schlüer, Silvia Süess und Manuela Waeber an. Bei der Beurteilung von „Das grosse Eis“ trat Waeber allerdings in den Ausstand, und zwar aufgrund ihrer Mitwirkung am Roman.
Der Schweizer Buchpreis
Getragen wird der Schweizer Buchpreis von LiteraturBasel und dem Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband (SBVV). Zu den Sponsor:innen und Partner:innen zählen unter anderem die Buchhandlung Orell Füssli, der Schweizer Bücherbon sowie die Forlen Stiftung. Die Lesetour der Nominierten führt in den kommenden Wochen an neun Stationen durch Deutschland und die Schweiz.
Weitere Informationen zu den nominierten Werken finden Sie auf der Homepage des Schweizer Buchpreises.
