Aus 485 eingereichten Titeln hat die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse 15 Werke in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung ausgewählt. Unter den Nominierten findet sich auch der im Literaturverlag Droschl erschienene Roman „Unten leben“ von Gustavo Faverón Patriau, aus dem Spanischen übersetzt von Manfred Gmeiner. In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ist zudem die österreichische Comiczeichnerin Ulli Lust, in der Kategorie Belletristik der österreichische Autor Norbert Gstrein nominiert. Die Preisträger:innen werden am 19. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben.
Die nominierten Autor:innen und Übersetzer:innen werden auch auf der Leipziger Buchmesse zu Gast sein.
„Wir haben uns durch Welten gelesen“
Juryvorsitzende Katrin Schumacher beschreibt die intensive Auswahlphase so:
„Wir haben uns durch Welten gelesen und diskutiert, haben uns Können und Experiment, Leidenschaft und Kunst als Wegmarken gesetzt, sind durch die Gegenwartsliteratur gerauscht und haben es uns nicht leicht gemacht. Am Ende haben uns die Texte überzeugt, die wir mit Freude allesamt nun in den nominierten Reigen stellen – im Vertrauen darauf, für Entdeckung und Wertschätzung zu stehen, für Haltung und Lesevergnügen, und natürlich in der Hoffnung, bei neugierigen Leser:innen schon vor der Messe die Zahl der Lektürestunden hochzutreiben.“
„Unten leben“ für beste Übersetzung nominiert
In der Kategorie Übersetzung ist „Unten leben“ nominiert, der Roman des aus Peru stammenden und in den USA lebenden Autors Gustavo Faverón Patriau. Übersetzer Manfred Gmeiner übertrug das vielschichtige Werk ins Deutsche.
Jurybegründung
„Dutzende Stimmen bilden in diesem meisterhaften Horror- und Schelmenroman ein Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas. Manfred Gmeiner hat diese labyrinthische Erzählung mit spielerischer Eleganz übertragen, ohne jemals den Blick auf ihre eigensinnigen Figuren, die literarischen Querverweise und das magische Funkeln der Poesie zu verlieren. Seine ebenso furchtlose wie packende Übersetzung macht die Lektüre zu einer unvergesslichen Erfahrung.“
Manfred Gmeiner, 1964 in Wien geboren, war lange als selbstständiger Buchhändler in einer gemeinsam mit seiner Partnerin gegründeten spanischsprachigen Buchhandlung tätig. Heute arbeitet er als Scout und Übersetzer aus dem Spanischen. Er gab mehrere Anthologien heraus und übersetzte unter anderem Werke von Jordi Peidro, Francisco Álvarez und Federico García Lorca.
Zum Preis der Leipziger Buchmesse
Die Shortlist wurde von einer Jury unter Vorsitz von Katrin Schumacher gewählt. Neben den neuen Jurymitgliedern Katharina Herrmann und Tilman Spreckelsen gehören Kais Harrabi, Judith von Sternburg, Zita Bereuter und Thomas Hummitzsch dem Gremium an.
Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Gefördert wird er vom Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig. Partner ist das Literarisches Colloquium Berlin, Medienpartner sind Deutschlandfunk Kultur und WELT AM SONNTAG.
Weitere Informationen sowie alle weiteren Nominierten finden Sie auf der Website der Leipziger Buchmesse.
