Im April führt Michael Roher mit „Zu Fuß“ (Luftschacht Verlag) die ORF KIDS-Bestenliste an. Den 2. Platz teilen sich „Im Namen des Spektakels“ von Nils Mohl (Tyrolia) und „Wieso drucken wir nicht einfach mehr Geld?“ (Leykam) von Saskia Hödl. Den 4. Platz erreicht „Das Glück ist ein Punkt“ (Jungbrunnen) von Helga Bansch. „Klassenbuch – Wer gewinnt im Spiel des Lebens“ (Klett Kinderbuch) von Gerda Raidt erreicht den 5. Platz.
1 – „Zu Fuß“, Michael Roher – Luftschacht
Das hier ist Herr Mandelmus. Herr Mandelmus geht nie zu Fuß. So stellt Michael Roher den Protagonisten seines neuen Bilderbuchs vor. Herr Mandelmus ist ein wohlbeleibter und fröhlicher Geselle, aber er tut keinen Schritt zu viel. Motorroller, Auto, Lieferservice, das sind seine Fortbewegungsmittel, sogar der Dackel wird mittels Drohne Gassi geschickt. Doch eines Tages ruft Herr Mandelmus: Ich gehe heut zu Fuß! Und siehe da: Er entdeckt eine für ihn ganz neue Welt!
2 (ex aequo) – „Im Namen des Spektakels“, Nils Mohl – Tyrolia
Abenteuerliches, Unheimliches und Aufregendes lauert überall – wer weiß, was man fin-det, wenn man sucht, vor allem in fremden Welten, bei der Begegnung mit echten Schur-kinnen und Schurken allemal, in der (ersehnten) Zweisamkeit ebenso und, ja, auch beim Dichten.
2 (ex aequo) – „Wieso drucken wir nicht einfach mehr Geld?“, Saskia Hödl – Leykam
Ezra will wissen, wer sich das alles ausgedacht hat. Eines Morgens fragt er seiner Mama Löcher in den Bauch: Warum müssen wir arbeiten? Warum brauchen wir überhaupt Geld? Sie erklärt ihm geduldig alles, was sie weiß: Welche Rechnungen sie jeden Monat bezahlen muss, was ein Erbe ist, was Kapitalismus bedeutet, und wieso man Geld nicht einfach endlos drucken kann.
4 – „Das Glück ist ein Punkt“, Helga Bansch – Jungbrunnen
Ich bin umgezogen, und in meinem Gartenhäuschen wohnt ein Eisbär. Er sammelt vieles, bald hat er auch ein Glücksbuch. Je größer der Glücksmoment, desto größer der bunte Punkt im Buch. Drachensteigen ist ein gelber Punkt, hoch oben im Baum sitzen und Kirschen essen ein tiefroter, Schlittschuhlaufen ist türkis. Eines Tages ist er weg, der Eisbär, doch sein Glücksbuch hat er mir dagelassen, zusammen mit den Stiften. Meine neuen Freunde und ich können nun weitersammeln. Der Alltag birgt viele Glücksmomente. Wie gut, mit liebevollen Sätzen und detailreichen Bildern daran erinnert zu werden.
5 – „Klassenbuch – Wer gewinnt im Spiel des Lebens?“, Gerda Raidt – Klett Kinderbuch
Alle Kinder wollen, dass es gerecht zugeht. Doch oft merken sie erst spät, dass einige bevorzugt werden und andere trotz Anstrengung nicht weiterkommen. Viele Unterschiede in Herkunft, Sprache, Ernährung oder Kultur bleiben für Kinder zunächst unsichtbar – und prägen trotzdem ihr ganzes Leben.
Genau hier setzt das Klassenbuch an: Es öffnet Kindern die Augen für soziale Unterschiede , wie sie schon Pierre Bourdieu beschrieben hat. Am Beispiel einer Grundschulklasse zeigt Gerda Raidt auf eindrucksvolle Weise, wie kleine Unterschiede im Alltag – beim Wohnen, Essen, Sprechen, Sport oder kulturellen Aktivitäten – langfristige Folgen haben können.
In der ORF KIDS-Bestenliste kürt eine hochkarätige Jury aus unabhängigen Literaturkritiker:innen und Buchhändler:innen jeden Monat eine Liste von jeweils fünf empfehlenswerten Kinderbuch-Novitäten.
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