Im September 2026 erreicht Tamara Štajner mit „Luft nach unten“ (Zsolnay) den ersten Platz der ORF-Bestenliste. Auf dem zweiten Platz landet „Muttersuchen“ (Residenz) von Peter Henisch. Paulus Hochgatterer belegt mit „Mio und die Unsterblichkeit“ (Zsolnay) den dritten Platz. „Luft nach unten“ ist aktuell ebenfalls Ö1 Buch des Monats September.
Platz 1: Tamara Štajner: „Luft nach unten“, Zsolnay
Eine Musikerin, die verzweifelt versucht, ein Kind zu bekommen, steht im Zentrum von Tamara Štajners neuem Roman. Lesende erfahren von dem Wunsch aus einem Brief, den die Protagonistin an ihre Mutter schreibt, aber nie abschickt – zu zerrüttet ist deren Beziehung. Angesiedelt zwischen Wien und dem Balkan, spielen verschiedene Frauenfiguren eine Rolle in „Luft nach unten“. Es sind Mütter und Töchter; ihnen hat Štajner auch ihren Roman gewidmet, Männern hingegen räumt die Autorin lediglich Nebenrollen ein. Der Roman erzählt von vererbten Traumata und lässt Lesende alle Gefühle zu einem unerfüllten Kinderwunsch, von Verzweiflung bis Wut, nachempfinden. „Luft nach unten“ ist auch der Titel des Textes gewesen, für den Štajner beim Bachmann-Wettbewerb 2024 den Kelag-Preis erhalten hat. 1987 im slowenischen Novo mesto geboren, ist die Autorin im Alter von 18 Jahren nach Wien gekommen und hat sich auch als Bratschistin in Ensembles für zeitgenössische Musik einen Namen gemacht. „Luft nach unten“ ist Štajners zweiter Roman.
Platz 2: Peter Henisch: „Muttersuchen“, Residenz
Mehr als alle anderen Bücher zuvor habe ihn dieses Buch mitgenommen, sagt Peter Henisch über sein neues Buch. Seit den 1970er-Jahren gilt Peter Henisch als fixe Größe in der heimischen Literaturszene. Der Durchbruch ist ihm vor mehr als 50 Jahren mit dem Roman „Die kleine Figur meines Vaters“ gelungen. In seinem neuen Roman „Muttersuchen“ widmet er sich jetzt seiner Mutter Rosa Henisch. Ihrer Zeit voraus wollte sich die ausgebildete Fotografin nicht mit ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau zufriedengeben. Nach und nach hat sich Rosa Henisch aus der Beziehung zu ihrem Mann, einem bekannten Kriegs- und Pressefotografen, zu befreien versucht. Mit seiner intimen Hommage an seine Mutter legt Henisch zugleich ein spannendes Stück Zeitgeschichte vor, das von den Jahren vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis in die 1980er-Jahre reicht.
Platz 3: Paulus Hochgatterer „Mio und die Unsterblichkeit“, Zsolnay
Nach sechsjähriger Publikationspause meldet sich Paulus Hochgatterer zurück: In „Mio und die Unsterblichkeit“ erzählt er von einer geheimnisvollen schwarzen Katze namens Mio, die auf den Teenager Ingemar und dessen Familie trifft. Ingemar ist aufgrund einer Muskelatrophie gelähmt, tritt jedoch als Protagonist mit einer reichen und auffallend reifen Gedankenwelt in Erscheinung. Hochgatterer weiß, wovon er schreibt. Als Kinder- und Jugendpsychiater ist er vielen Kindern und Jugendlichen mit Krankheiten begegnet. Im Aufeinandertreffen mit dem rätselhaften Vierbeiner Mio folgt man einem jungen Protagonisten, der über Verlust und Vergänglichkeit nachdenkt – schnörkellos und feinfühlig. Geboren 1961 in Amstetten, lebt Hochgatterer in Wien. Zu seinen literarischen Arbeiten zählen Romane und Krimireihen.
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