ORF Bestenliste Oktober

Im Oktober 2026 erreicht Paulus Hochgatterer mit „Mio und die Unsterblichkeit“ (Zsolnay) den ersten Platz der ORF-Bestenliste. Auf dem zweiten Platz landet „Mein privates Glück“ (Hanser) von Michael Köhlmeier. Peter Henisch belegt mit „Muttersuchen“ (Residenz) den dritten Platz.

Platz 1: Paulus Hochgatterer „Mio und die Unsterblichkeit“, Zsolnay

Nach sechsjähriger Publikationspause meldet sich Paulus Hochgatterer zurück: In „Mio und die Unsterblichkeit“ erzählt er von einer geheimnisvollen schwarzen Katze namens Mio, die auf den Teenager Ingemar und dessen Familie trifft. Ingemar ist aufgrund einer Muskelatrophie gelähmt, tritt jedoch als Protagonist mit einer reichen und auffallend reifen Gedankenwelt in Erscheinung. Hochgatterer weiß, wovon er schreibt. Als Kinder- und Jugendpsychiater ist er vielen Kindern und Jugendlichen mit Krankheiten begegnet. Im Aufeinandertreffen mit dem rätselhaften Vierbeiner Mio folgt man einem jungen Protagonisten, der über Verlust und Vergänglichkeit nachdenkt – schnörkellos und feinfühlig. Geboren 1961 in Amstetten, lebt Hochgatterer in Wien. Zu seinen literarischen Arbeiten zählen Romane und Krimireihen.

Platz 2: Michael Köhlmeier „Mein privates Glück“, Hanser

„Mein privates Glück“ wird auf dem Cover zwar als Roman bezeichnet, doch legt Michael Köhlmeier damit ein autobiografisches und wohl sein bisher persönlichstes Werk vor. Der Vorarlberger Schriftsteller erzählt darin von seiner Kindheit, die er zwischen Vorarlberg und dem deutschen Coburg verbracht hat. Anders als Köhlmeiers kürzlich verstorbene Ehefrau, die renommierte Schriftstellerin Monika Helfer, hat Köhlmeier seine Familiengeschichte bisher noch nicht in Büchern aufgearbeitet. Jetzt gibt er in aneinandergereihten Anekdoten Einblick in sein Aufwachsen mit einer durch einen Schlaganfall körperlich und seelisch geplagten Mutter und einem kriegstraumatisierten Vater. Köhlmeier ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen der Gegenwart und hat bisher mehr als 100 Bücher veröffentlicht. Mit seinen freien Nacherzählungen der „Klassischen Sagen des Altertums“ auf Ö1 hat er in den 1990er-Jahren ein breites Publikum erreicht. Unter dem Titel „Mein privates Glück“ ist auch eine Reihe von Ö1-„Radiogeschichten“ erschienen.

Platz 3: Peter Henisch: „Muttersuchen“, Residenz

Mehr als alle anderen Bücher zuvor habe ihn dieses Buch mitgenommen, sagt Peter Henisch über sein neues Buch. Seit den 1970er-Jahren gilt Peter Henisch als fixe Größe in der heimischen Literaturszene. Der Durchbruch ist ihm vor mehr als 50 Jahren mit dem Roman „Die kleine Figur meines Vaters“ gelungen. In seinem neuen Roman „Muttersuchen“ widmet er sich jetzt seiner Mutter Rosa Henisch. Ihrer Zeit voraus wollte sich die ausgebildete Fotografin nicht mit ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau zufriedengeben. Nach und nach hat sich Rosa Henisch aus der Beziehung zu ihrem Mann, einem bekannten Kriegs- und Pressefotografen, zu befreien versucht. Mit seiner intimen Hommage an seine Mutter legt Henisch zugleich ein spannendes Stück Zeitgeschichte vor, das von den Jahren vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis in die 1980er-Jahre reicht.

Die gesamte ORF-Bestenliste finden Sie hier.

In der ORF-Bestenliste kürt eine hochkarätige Jury aus unabhängigen Literaturkritiker:innen und Buchhändler:innen jeden Monat eine Liste von jeweils zehn empfehlenswerten Buch-Novitäten.

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