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Österreichischer Buchpreis: AK stiftet Debütpreis

Im Rahmen des heuer erstmals ausgeschriebenen Österreichischen Buchpreises wird auch ein mit 10.000 Euro dotierter Debütpreis ausgelobt, den die Arbeiterkammer Wien stiftet. Ute Weiner, Leiterin der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien, spricht über die Förderung von NachwuchsautorInnen und sprachliche Besonderheiten der heimischen Literatur.

Die Arbeiterkammer Wien stiftet den Debütpreis im Rahmen des Österreichischen Buchpreises. Warum liegt der Arbeiterkammer besonders die Nachwuchsliteratur am Herzen?
Zuerst einmal entspricht es der Aufgabenstellung der Arbeiterkammer, nachzulesen im Arbeiterkammergesetz, neben den sozialen, wirtschaftlichen und beruflichen auch die kulturellen Interessen der ArbeitnehmerInnen zu vertreten und zu fördern. Dies geschieht bereits in vielfältiger Weise, etwa durch die AK-Kunstprojekte. Daher sieht die Arbeiterkammer Wien in der Stiftung des Debütpreises eine passende Erweiterung ihrer Kulturförderungen.
Selbstverständlich verknüpfen wir damit die Hoffnung, dass durch das verstärkte Augenmerk auf aktuelle Literatur auch bei Menschen, die bislang vielleicht noch weniger Zugang zum Lesen gefunden haben, bei denen die Hemmschwelle vor dem großen Wort „Literatur“ vielleicht zu hoch war, die Neugier geweckt wird, sich doch (wieder) einmal in das Abenteuer Lesen zu stürzen.

Welche Veranstaltungen rund um den Österreichischen Buchpreis sind von Seiten der Arbeiterkammer geplant?
Wir wollen den interessierten LeserInnen die Möglichkeit geben, sich selbst einen Eindruck von der Vielfalt und Qualität der Debütpublikationen zu machen. Zudem ist es uns ein Anliegen, dass die angehenden SchriftstellerInnen ein Forum erhalten, in dem sie sich und ihre literarischen Erstlinge einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Daher wird es im Oktober im Rahmen von „Österreich liest“ im Lesesaal der AK Bibliothek Wien eine Veranstaltung mit allen drei Nominierten geben.

Welche Chancen bietet der Debütpreis dem literarischen Nachwuchs aus Ihrer Sicht?
Ich wünsche mir, dass der Preis für alle Beteiligten Anreiz und Ermunterung bietet. Die Entscheidung, ob man der Berufung als SchriftstellerIn nachgehen will und kann, ist ja auch oft eine Mutfrage, ein Sprung ins kalte Wasser. Da können die verstärkte öffentliche Wahrnehmung und die Auszeichnung durch eine Fachjury als „besonders preiswürdig“ schon ein Ansporn sein, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Die österreichischen Verlage, denen ja auch bislang schon ein nicht zu unterschätzender Beitrag in der Förderung neuer literarischer Talente zukommt, werden durch dieses betonte Wahrnehmen nicht nur bereits etablierter LiteratInnen hoffentlich noch darin bestärkt, sich auch weiterhin intensiv der literarischen Nachwuchspflege zu widmen. Zudem ist den literarischen DebütantInnen zu wünschen, dass sich viele interessierte LeserInnen finden, deren Neugier in dem Ausmaß geweckt ist, dass sie die literarischen Erstlingswerke unbedingt in vollem Umfang lesen wollen und sie daher in den Fachbuchhandlungen für guten Absatz bzw. für hohe Entlehnzahlen in den Bibliotheken sorgen.

Was macht für Sie österreichische Literatur aus?
Als sehr an Sprache und sprachlichen Besonderheiten Interessierte schätze ich an der österreichischen Literatur ganz besonders ihre diesbezügliche Heterogenität. Da spiegeln sich sowohl in z. B. Werken des frühen 20. Jahrhunderts als auch in der zeitgenössischen Literatur sehr schön die vielfältigen kulturellen und auch sprachlichen Eigenheiten. Wenn sich derartige Besonderheiten in der Sprachgestaltung wiederfinden und auf diese Weise Figuren konstituieren, dann lässt mich das in der Fantasie auf Entdeckungsreise in vielleicht ganz unbekannte Gebiete (geografisch oder kulturell) gehen und eröffnet damit Horizonte.

 

Bis 2. Mai können Verlage noch Debüts österreichischer Autorinnen bzw. Autoren aus dem Bereich der Literatur in Form belletristischer, essayistischer, lyrischer oder dramatischer Werke, die zwischen 1. Oktober 2015 und 11. Oktober 2016 erschienen sind bzw. erscheinen, für den Debütpreis einreichen. Der Siegertitel wird mit 10.000 Euro prämiert, zwei weitere Titel einer Debütpreis-Shortlist werden mit einer, ebenfalls von der Arbeiterkammer Wien gestifteten Preissumme von je 2.500 Euro ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Österreichischen Buchpreis finden Sie hier.

Interview: Teresa Preis

Ute Weiner
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