Auf Grundlage quantitativer Daten, qualitativer Marktanalysen und länderspezifischer Fallstudien analysiert der Report wie Übersetzungen Leserschaften und kulturelle Austauschprozesse in Europa prägen und welche Rolle sie in einem zunehmend unter wirtschaftlichem Druck stehenden und sich verändernden Marktumfeld spielen. Dabei werden auch Unterschiede zwischen einzelnen Ländern sowie strukturelle Entwicklungen im europäischen Buchmarkt sichtbar gemacht.
„Books in Translation“ wurde verfasst von Miha Kovač, Professor für Verlagswissenschaften an der Universität Ljubljana (SLO), dem Buchmarktforscher Rüdiger Wischenbart (AT), der Kulturmanagerin und Forscherin Yana Genova (BG) sowie der Doktorandin an der Universität Ljubljana, Anja Kamenarič (SLO).
Der Report wurde im April 2026 im Rahmen des Projekts „ThinkPub“ (www.thinkpub.eu) sowie Creative Europe veröffentlicht.
Der vollständige Report steht sowohl unter www.wischenbart.com als auch unter www.thinkpub.eu kostenfrei zum Download bereit.
Zentrale Trends am Übersetzungsmarkt
Die Analyse identifiziert mehrere übergeordnete Trends, die die europäischen Übersetzungsmärkte prägen:
- Übersetzungen konzentrieren sich zunehmend auf englischsprachige Originale, u. a. wegen Marktmacht und hoher Rechtekosten.
- Der wirtschaftliche Druck auf Verlage steigt; sinkende Verkäufe und höhere Kosten schränken Übersetzungsprojekte ein.
- Starke Fördersysteme führen zu mehr sprachlicher Vielfalt, schwächere Märkte hängen stärker von dominanten Sprachen ab.
- Es fehlen oftmals verlässliche, vergleichbare Daten zu Übersetzungen in Europa, was Entscheidungen erschwert.
Der österreichische Übersetzungsmarkt
Für Übersetzungen bedeutet die aktuelle wirtschaftliche Lage zusätzlichen Druck: Sie sind kostenintensiv, und öffentliche Förderungen gelten vor allem für österreichische Originale, die ins Ausland verkauft werden – nicht umgekehrt. Zudem ist die Datenlage insgesamt lückenhaft.
Historisch spielte Österreich jedoch eine wichtige Rolle als Übersetzungsdrehscheibe, besonders seit den 1990er-Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Viele Werke aus Mittel- und Südosteuropa wurden von kleinen österreichischen Verlagen ins Deutsche übersetzt und über Deutschland europaweit verbreitet.
Auffällig sind laut Report heute:
- ein vergleichsweise niedriger Anteil an Übersetzungen aus dem Englischen (u. a. wegen hoher Rechtekosten)
- ein hoher Anteil italienischer Übersetzungen (v. a. durch die enge Verbindung zu Südtirol)
- sowie überdurchschnittlich viele Übersetzungen aus mittel- und osteuropäischen Sprachen
Die vollständigen Erkenntnisse des Reports zu Österreich finden Sie ab Seite 57.
Weitere Informationen finden Sie unter www.wischenbart.com.
