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Musik- und Bühnenverlage fordern finanzielle Unterstützung

Österreichische Musik- und Bühnenverlage weisen in einer gemeinsamen Presseaussendung auf ihre prekäre Situation hin. Diese und die von ihnen vertretenen UrheberInnen sehen sich durch die Coronakrise seit Mitte März 2020 in ihrer Existenz schwer bedroht.

In einer APA-OTS-Aussendung fordern die AKM, die Musikverleger Union Österreich und der Verband der Bühnenverleger Österreichs finanzielle Unterstützung:

Musik- und Bühnenverlage sind größtenteils von Veranstaltungen abhängig, die aufgrund der COVID-19 Pandemie nur in geringem Ausmaß bzw. gar nicht stattfinden können. Die Folgen von leeren Opernhäusern, Theatersälen und Konzertbühnen sowie Veranstaltungen der Unterhaltungsmusik gehen weit über das fehlende Kulturerlebnis der BesucherInnen hinaus, sie treffen einen wichtigen Wirtschaftszweig in all seinen Facetten mit voller Kraft.

Der erneut verordnete Lockdown im Kunst- und Kulturbereich verstärkt die existentielle Bedrohung der Musik- und Bühnenverlage noch weiter. Konkret bedeuten die Auswirkungen der Coronakrise Umsatzeinbrüche von 60-80% für das ganze Jahr 2020. Auch für die Jahre 2021 und 2022 rechnet die Branche aufgrund der jahresübergreifenden Abrechnungen mit den Kunden mit bedrohlich hohen Umsatzeinbrüchen für die Musik- und Bühnenverlage.

Die Auswirkungen werden noch weit bis in das Jahr 2022 negativ zu spüren sein, denn eine Erholung dieser Branche wird einige Zeit dauern. Die Kurzarbeit, Fixkostenzuschüsse und Investitionsprämien alleine werden nicht ausreichen, um die Musik- und Bühnenverlage bis in das Jahr 2022 zu stabilisieren. Eine Unterstützung dieser durch weitere öffentlich getragene finanzielle Maßnahmen ist notwendig! Nur dadurch kann das von diesen Unternehmen getragene österreichische Kulturgut, auch im Sinne der UrheberInnen, gerettet werden. Auch die Musik- und Bühnenverlage als direkt von der Coronakrise betroffene Unternehmen sollten die Umsatzausfälle in Höhe von 80% ersetzt bekommen.

Die bis jetzt von den Musik -und Bühnenverlagen unternommenen Versuche, in der Politik auf diese Situation hinzuweisen, waren leider erfolglos, heißt es ebenso in der Aussendung.

Astrid Koblanck, Vorstand Universal Edition AG, Vorstand Musikverleger Union Österreich, Präsidentin des Verbands der Bühnenverleger Österreichs: “Wir fordern die politischen EntscheidungsträgerInnen eindringlich auf, die Musik- und Bühnenverlage als bedeutende österreichische Kulturinstitutionen sowie die von ihnen vertretenen UrheberInnen durch finanzielle Maßnahmen in der Corona-Krise zu unterstützen, damit die Kulturnation Österreich auch weiterhin ihrem Namen gerecht bleibt. Allein im Jahre 2020 wird der Umsatzrückgang aus dem direkten Rechtegeschäft der Musik- und Bühnenverlage € 15 Mio. betragen. Zusätzlich reduzieren sich für die Verlage die Einnahmen von den Verwertungsgesellschaften bis zu 70%.”

Peter Vieweger, Präsident der AKM: “UrheberInnen und Musikverlage werden die Auswirkungen der Coronakrise erst im Jahr 2021 richtig spüren, wenn der Gesamtumsatz des heurigen Jahres um rund 30 Millionen Euro weniger sein wird. Im Bereich der Live-Aufführungen wird die Tantiemenauszahlung sogar um mehr als 70% einbrechen. Die prekäre Lage vieler Kunstschaffender und Organisationen wird sich weiter verschärfen, wenn nicht rasch mit entsprechenden Maßnahmen gegengesteuert wird.”

Georg Tomandl, Obmann-Stellvertreter, FAMA: “Die Musikbranche steht massiv unter Druck. Aus diesem Grund hat der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft (WKÖ) wiederholt die Wichtigkeit rascher und unbürokratischer Hilfe betont. Die vom Lockdown betroffene Musikwirtschaft braucht eine Perspektive. Die Bundesregierung hat nunmehr als Erste-Hilfe-Maßnahme einen Umsatzersatz für die unmittelbar vom Lockdown betroffenen Betriebe fixiert. Je nach Dauer und Intensität des Lockdowns muss in den kommenden Wochen über weitere notwendige Maßnahmen gesprochen werden. Denn die Kulturproduzenten und die Kulturschaffenden sind unverschuldet in diese Krise geraten und brauchen jetzt maximale Unterstützung.”

12.11.2020

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