Monika Helfer hat ihren letzten Roman noch vollendet. Wenige Tage vor ihrem Tod schrieb sie das letzte von 56 Kapiteln zu „Kreuzers Kinder“. Ab 12. September erscheint der Text wöchentlich als Fortsetzungsroman im „Spectrum“, der Wochenendbeilage der Tageszeitung Die Presse.
Wie die Presse in einer Aussendung berichtet, sei die Idee im Projekt im Mai entstanden: Als die „Spectrum“-Redaktion anfragte, ob sich Helfer einen Fortsetzungsroman vorstellen könne, sagte sie sofort zu und wollte wissen, wie viele Folgen es werden sollen. Auch der Titel stand rasch fest.
In den folgenden Monaten schrieb Helfer intensiv an dem Roman. Ihr Mann, der Schriftsteller Michael Köhlmeier, erinnert sich an eine glückliche gemeinsame Zeit: Beide schrieben tagsüber und lasen einander abends vor. Bevor sie die erste Folge abschickte, wollte Helfer den gesamten Roman fertig haben.
Monika Helfer starb am 2. August an den Folgen eines Sturzes in ihrem Garten in Hohenems, nur wenige Tage, nachdem sie das letzte Kapitel abgeschlossen hatte. Für „Spectrum“-Leiterin Bettina Eibel-Steiner ist der Roman deshalb auch ein besonderes Vermächtnis: Ein geplantes Interview zur großen Ankündigung kam hingegen leider nicht mehr zustande.
„Kreuzers Kinder“ erzählt von drei Geschwistern, deren Eltern vor dreißig Jahren einen gewaltsamen Tod starben. Die jüngste der drei fand sie damals im Ehebett. Der Roman geht der Frage nach, wie die Geschwister mit diesem Trauma umgegangen sind. Eibel-Steiner beschreibt ihn als zarten Roman über ein düsteres Thema – typisch für Helfers Schreiben.
Der Fortsetzungsroman erscheint ab 12. September jeden Samstag im „Spectrum“, sowohl in der Print-Ausgabe als auch digital auf diepresse.com.
