Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier erhält den Max Frisch-Preis 2026. Die Stadt Zürich vergibt die mit 40.000 Franken dotierte Auszeichnung alle vier Jahre. Die Preise werden am 7. Juni im Schauspielhaus Zürich übergeben. Der Förderpreis in der Höhe von 10 000 Franken geht an Ozan Zakariya Keskinkılıç.
Die Jurybegründung
In mehr als vierzig Jahren hat er ein unvergleichlich vielfältiges „Œuvre“ geschaffen, das Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte umfasst. Auf Empfehlung der Max Frisch-Stiftung zeichnet die Stadt Zürich mit ihm einen „kühnen Erzähler und leidenschaftlichen Denker“ aus, dessen Werke „mal raumgreifend, mal schmal, immer aber über Wahrheit, Moral und die Gefährdungen unserer demokratischen Kultur“ reflektieren.
Köhlmeiers literarische Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sein Roman „Abendland“ (2007), der die politischen, kulturellen und sozialen Umbrüche des 20. Jahrhunderts reflektiert, wurde unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur ausgezeichnet. 2025 erschien sein Roman „Die Verdorbenen“, in dem er sich mit der Natur des Bösen befasst und der auf der Longlist des deutschen Buchpreises stand.
Preisträger Michael Köhlmeier
1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt als Schriftsteller in Vorarlberg und Wien. Neben Romanen, Gedichten und kürzeren Prosatexten verfasste er auch Hörspiele. Köhlmeier erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, den Grimmelshausen-Preis oder den Anton-Wildgans-Preis, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie dem Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk und 2019 mit dem Ferdinand-Berger-Preis.
Max Frisch-Preis
Die Stadt Zürich zeichnet in Absprache mit der Max-Frisch-Stiftung seit 1996 mit dem Preis Autoren und Autorinnen aus dem deutschsprachigen Raum aus, deren Arbeit in künstlerisch kompromissloser Form Grundfragen der demokratischen Gesellschaft thematisiere. Frühere Gewinner des Hauptpreises waren Jonas Lüscher, Maja Haderlap, Robert Menasse und Barbara Honigmann.
Der Max Frisch-Preis wird alle vier Jahre an Schriftsteller:innen verliehen, deren Werke in künstlerisch kompromissloser Form grundlegende Fragen der demokratischen Gesellschaft aufgreifen. Diese Auszeichnung basiert auf dem Denken und politischen Engagement von Max Frisch, dem der Preis gewidmet ist.
Seit 2018 wird der Max Frisch-Preis als Haupt- und als Förderpreis verliehen, um auch Schriftsteller:innen der jüngeren Generation unterstützen zu können. Die Preissumme beträgt seitdem 40 000 Franken für den Hauptpreis und 10 000 Franken für den Förderpreis.
Die Übergabe erfolgt traditionell im Schauspielhaus Zürich, in Anwesenheit der Stadtpräsidentin bzw. des Stadtpräsidenten.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Stadt Zürich.
