Literaturpreis der Europäischen Union an Tschechien

Am 29. Mai gab der EUPL im Rahmen der Internationalen Warschauer Buchmesse die Preisträgerin 2026 sowie zwei besondere Erwähnungen bekannt.

Die diesjährige Preisträgerin, Dora Kaprálová aus Tschechien, wurde aus einer Auswahlliste von 14 herausragenden Autorinnen und Autoren ausgewählt, die jeweils ein an der Ausgabe 2026 teilnehmendes Land vertreten: Armenien, Kroatien, Zypern, Tschechien, Estland, Finnland, Frankreich, Kosovo, Liechtenstein, Luxemburg, Moldawien, Montenegro, Nordmazedonien und Schweden. Die insgesamt 40 teilnehmenden Länder alternieren im Dreijahresrhythmus, wodurch Österreich 2028 wieder beim EUPL-Wettbewerb antreten wird.

Die aus sieben Literaturfachleuten bestehende Jury vergab 2026 zudem zwei „Special Mentions“ an Hélène Frédérick aus Frankreich für „Lézardes“ und Vladimir Vujović aus Montenegro für „Slobodni udarci“.

Jurybegründung

Der Siegertitel „Mariborská hypnóza“ verbinde das Leben einer Fliege, den Illusionisten und Hypnotiseur Leo Svengali und seine Geliebte und Assistentin Elis sowie Reflexionen über Magie, das Schreiben und die Kraft der Illusion. Als spritziger, fragmentarischer Reiseführer durch eine fremde Stadt konzipiert, nimmt die Novelle die entwaffnende Perspektive einer gewöhnlichen Stubenfliege ein – ein scheinbar unbedeutender, fast schwereloser Beobachter. Doch aus dieser bescheidenen Perspektive entfalte sich ein Text von bemerkenswerter Dichte und Resonanz, hieß es zur Nominierung des Titels. Vor allem aber sei es eine poetische Reflexion über Liebe, Glauben und Hoffnung in einer unsicheren Welt.

Dora Kaprálová

Dora Kaprálová (geb. 1975 in Brünn) ist eine preisgekrönte Autorin von Büchern für Erwachsene und Kinder. Darüber hinaus hat sie Hörfunkdokumentationen und eine Vielzahl von Reportagen verfasst. In den letzten Jahren hat sie zunehmend mit tschechischen Theatern zusammengearbeitet. Nach drei bei Druhé město erschienenen Prosawerken (deutsche Ausgaben: „Inseln“ [Ü: Hana Hadas; Balaena-Verlag], „Leiden und andere Gattungen“, „Winterbuch der Liebe“ [Ü: Nataša von Kopp; mikrotxt]) und verschiedenen bei Baobab veröffentlichten Kinderbüchern (deutsche Ausgabe: „Herr Niemand und die weiße Finsternis“ [Ü: Nataša von Kopp; Balaena-Verlag]) erschien ihre Novelle „Mariborská hypnóza“ bei Větrné Mlýny. Diese erscheint im September als „Die Mariborhypnose“ (Ü: Nataša von Kopp) bei mikrotext. Kaprálová lebt und arbeitet hauptsächlich in Berlin.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des EUPL.

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Shortlist-Cover Collage Wiener Krimipreis 2026