Im Süden Österreichs liegt mit Kärnten ein Bundesland, das sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts vom Grenzziehen und -denken verabschiedet hat und heute in der mehrsprachigen Alpen-Adria-Region vernetzt ist. Vorreiterinnen dieser Entwicklung waren und sind Kärntens reichhaltige deutsch- und slowenischsprachige Kultur und Literatur.
Anna Baar, Ingeborg Bachmann, Maja Haderlap, Peter Handke, Gert Jonke, Christine Lavant, Florjan Lipuš, Janko Messner, Robert Musil, Josef Winkler und viele andere…stehen hier ‚nur‘ stellvertretend für die inzwischen internationale Bedeutung der engagiert-kritischen und innovativen, nicht zuletzt preisgekrönten Literatur aus Kärnten. Sie wurde und ist selbst Netzwerkerin, insbesondere im Alpen-Adria-Raum, aber auch darüber hinaus.
Dies zu fördern und ins 21. Jahrhundert zu tragen, hat 1993 zur Gründung des Robert-Musil-Instituts für Literaturforschung / Kärntner Literaturarchivs geführt. Diese gemeinschaftliche Aktion der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, des Wissenschaftsministeriums in Wien, des Landes Kärnten und der Stadt Klagenfurt spiegelt ideal die Mission des Musil-Instituts / Kärntner Literaturarchivs wider. Seit mehr als 30 Jahren verbinden wir Literaturforschung, Literaturarchiv und Literaturveranstaltungen und -ausstellungen. Wir sind inzwischen zum größten Player für Literatur in Kärnten und für ihre Vernetzung geworden. Bis zu 3.000 Besucher:innen jährlich kommen zu uns, von den ganz Kleinen bis zu den Älteren und Ältesten. Das geht nur durch enge Kooperation mit den Verlagen und Buchhandlungen vor Ort, mit Schulen, mit Theatern, mit dem ORF, mit dem Land Kärnten und der Stadt Klagenfurt, der Universität Klagenfurt und anderen Bildungsträgern. Wir bringen sie alle im Musil-Haus zusammen. Nicht zuletzt können sie hier auch ihre eigenen Veranstaltungen kostenfrei anbieten.

Im Musil-Haus hat das Musil-Institut / Kärntner Literarturarchiv seinen Sitz – am Geburtsort des Weltautors Robert Musil. Das Haus liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof Klagenfurt und ist daher – erst recht seit der Eröffnung der Koralmbahn – nunmehr auch infrastrukturell im Alpen-Adria-Raum und international bestens angebunden. Dies zu nutzen, wird in näherer Zukunft eine noch größere Rolle spielen.
Da sich im Musil-Haus auch das Musilmuseum und die Literaturlounge der Stadt Klagenfurt sowie der Sitz der Grazer Autor:innen-Vereinigung Kärnten und der IG Autor:innen Kärnten befinden, sollte aus diesem Haus ein integrales Literaturhaus werden mit breit gefächerten, bildungsdifferenzierenden Angeboten, die sich auch den Herausforderungen des digitalen Zeitalters, darunter der KI, stellen und ein junges Publikum anziehen – und dabei verstehen und annehmen, dass dieses Publikum längst wieder auf der Suche nach ‚Echtem‘ in der analogen Welt ist, von Mensch zu Mensch.
Mit dem Sound & Poetry Festival liTONale©, das wir seit 2019 anbieten, mit unseren Ausstellungen und mit dem Literaturkurs NEU im Vorfeld des Bachmannwettbewerbs, den wir jetzt, 2026, erstmals übernehmen, setzen wir hier erste eindeutige Zeichen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Musil-Instituts / Kärntner Literaturarchivs.
