Kulturfestivals im Sommer

Literarische Sommerfrische gesucht?

Die Kulturfestivals des Sommers bieten neben Musik, Theater und anderen Kunstsparten auch literarische Erfrischung. Ob am Wasser, in den Bergen, auf Parkbühnen oder in historischen Theatersälen – der Schwimmende Salon, der Kultur.Sommer.Semmering, der Kultursommer Wien und die Salzkammergut Festwochen Gmunden setzen heuer auf ein vielfältiges Programm.

Kultur.Sommer.Semmering

Der Kultur.Sommer.Semmering hat sich längst als feste Größe im österreichischen Festspielsommer etabliert. Von 2. Juli bis 6. September bespielt das Festival die historischen Räumlichkeiten des Grandhotel Panhans sowie den Kulturpavillon am Semmering und vereint Schauspiel, Musik, Humor und Literatur in einem Programm.

Auch klassische literarische Stoffe nehmen einen wichtigen Platz ein. So widmet sich Michael Maertens gemeinsam mit Pianistin Soley Blümel Miguel de Cervantes’ Klassiker „Don Quijote“. Mit Arthur Schnitzlers „Anatol“ kehrt zudem ein Werk der Wiener Moderne an einen Ort zurück, den der Autor selbst schätzte: Gerti Drassl, Michael Maertens und Daniel Keberle zeichnen das Porträt eines rastlosen Lebemanns und seiner Zeit.

Einen Blick in die Literatur des 20. Jahrhunderts wirft die literarisch-musikalische Interpretation von F. Scott Fitzgeralds „The Great Gatsby“, bei der Tilman Tuppy den Roman mit Jazz- und Tanzmusik der Roaring Twenties verbindet. Zeitgenössische Literatur repräsentiert Daniel Glattauers Erfolgsroman „Gut gegen Nordwind“: Aglaia Szyszkowitz und Walter Sittler lassen die digitale Briefromanze lebendig werden.

Zahlreiche weitere Programmpunkte finden Sie hier.

Schwimmender Salon im Thermalbad Vöslau

Neben dem Badespaß soll auch das kulturelle Vergnügen im Thermalbad Vöslau nicht zu kurz kommen. Der „Schwimmende Salon“ wurde dort am 22. Juni eröffnet. Viele der Salon-Abende entstehen als eigens für das Festival entwickelte Produktionen unter der Intendanz von Angelika Hager und setzen bewusst auf die Verbindung von literarischem Text und performativer Form im besonderen Ambiente des Bades.

Eine Leseperformance bestreitet am 1. Juli Caroline Peters mit ihrem Romandebüt „Ein anderes Leben“, während am 7. Juli „Marie Antoinette und ihr Friseur“ mit Stefanie Reinsperger und Sebastian Wendelin zur Aufführung kommt. Rainer Maria Rilkes „Die Weise von Liebe und Tod des Cornet Christoph Rilke“ wird am 27. Juli mit Tamara Metelka und Nicholas Ofczarek sowie Violinbegleitung von Nikolai Tunkowitsch interpretiert, bevor der Zyklus am am 27. August mit Texten und Briefen von Zelda und F. Scott Fitzgerald ausklingt.

Das gesamte Programm des Schwimmenden Salons finden Sie hier.

Kultursommer Wien

Der Kultursommer Wien bespielt den Sommer über Bühnen in der ganzen Stadt mit einem breit gefächerten Programm aus Kabarett, Musik, Tanz, Theater, zeitgenössischem Zirkus und Literatur. Neben den Abendveranstaltungen finden auch Kinderprogramme sowie Gartenkonzerte in Pensionist:innen-Wohnhäusern statt und verankern das Festival bewusst im öffentlichen Raum.

Literatur spielt dabei in unterschiedlichen Formaten eine Rolle, beispielsweise bei den „Inklusiven Kinderbuch-Picknicks“. Dort wird gemeinsam gelesen, geschmökert und diskutiert – mit einem Fokus auf vielfältige Kinder- und Jugendliteratur.

Ulrike Haidacher, Katharina Köller und Jessica Lind lesen im Waldmüllerpark unter dem Titel „Party, Berge und Monster“ Texte zwischen Feminismus, schwarzem Humor und Komik, die von der Künstlerinnenparty über alpine Szenarien bis in die Abgründe der Kleinfamilie reichen. Beim Live-Hörspiel „Miez Marple“ im Nordwestbahnhof wiederum lesen und performen Fabian Navarro, Francesca Herr und Elias Hirschl gemeinsam.

Mit „Das Wechselbälgchen“ nach Christine Lavant wird eine Erzählung in einer Verbindung aus Lesung und Musik auf die Bühne gebracht, interpretiert von Maria Hofstätter und dem Ensemble Brot & Sterne.

Zahlreiche weitere Literaturveranstaltungen finden Sie im gesamten Programm des Kultursommers hier.

Salzkammergut Festwochen Gmunden

Die Salzkammergut Festwochen Gmunden setzen über das Jahr verteilt, mit Schwerpunkt auf den Sommer, auf ein breit angelegtes Mehrspartenprogramm, das besonders viele literarische Einlagen umfasst. Unter der künstlerischen Leitung von Christian Hieke, gemeinsam mit Johanna Mitterbauer und Karin Bergmann als Leiterin für Literatur und Theater, entsteht ein Festival, das rund um den Traunsee Theater, Musik und Literatur miteinander verschränkt.

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe stehen Ingeborg Bachmann und Thomas Bernhard, die beide Jubiläen feiern und deren Werk in unterschiedlichen Formaten präsent ist. Die Eröffnung am 2. Juli im Stadttheater Gmunden unter dem Titel „Kommen härtere Tage?“ bringt Texte der beiden Autor:innen zusammen, gelesen unter anderem von Mavie Hörbiger und Markus Meyer.

Zahlreiche weitere Programmpunkte der Salzkammergut Festwochen Gmunden finden Sie hier.

Lesende Frau Sommer
(c) pixabay
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