An der Untersuchung nahmen knapp 2.000 Personen teil. Das Ergebnis: Jene Gruppe, die im Lauf ihres Lebens besonders geistig aktiv war, hatte ein um 38 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko als die Vergleichsgruppe mit niedriger kognitiver Aktivität. Konkret erkrankten in der aktivsten Gruppe 21 Prozent an Alzheimer, in der inaktiven hingegen 34 Prozent.
Sechs Jahre gewonnen
Die Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift „Neurology“ der American Academy of Neurology veröffentlicht wurde, gibt auch Aufschluss darüber, wie viel Zeit man durch das Fithalten des Gehirns gewinnt.
Teilnehmende mit hoher geistiger Aktivität erkrankten im Schnitt mit 94 Jahren, jene mit geringer kognitiver Anregung bereits mit 88. Wer sein Gehirn regelmäßig fordert, gewinnt also im Durchschnitt sechs Jahre kognitiver Gesundheit.
Alltägliche Routinen mit großer Wirkung
Laut Studienautorin Andrea Zammit vom Rush University Medical Center sind es oft einfache Gewohnheiten, die langfristig zählen: regelmäßig Bücher lesen, Rätsel lösen, Tagebuch schreiben oder Museen besuchen. Auch der Zugang zu Zeitungen und Zeitschriften sowie sozialer Austausch wirken sich positiv auf die geistige Fitness aus.
Jede neue Information, jede kleine intellektuelle Herausforderung stärke die neuronalen Netzwerke. Die Basis dafür wird häufig schon in der Kindheit gelegt: Wer früh mit Büchern aufwächst, vorgelesen bekommt, eine Fremdsprache über mehrere Jahre erlernt oder in einem bildungsnahen Umfeld lebt, investiert gewissermaßen in die eigene kognitive Reserve.
„Unsere Ergebnisse sind ermutigend“, so Zammit. Ein Leben lang geistig anregenden Umgebungen ausgesetzt zu sein, könne maßgeblich zur kognitiven Gesundheit beitragen. Alles, was eine lebenslange Neugier und Freude am Lernen fördere, sei ein Gewinn – für die Gegenwart und für das Alter.
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