Eine Initiative aus der österreichischen Kulturszene protestiert derzeit gegen die Reduzierung der Kulturberichterstattung im ORF. Kritisiert werden die Kürzungen der Kulturberichte in den Formaten Ö1-Morgenjournal, Kulturmontag und Leporello. Nach Angaben der Verfasser:innen des Protestschreibens fallen dadurch jährlich rund 600 Kulturbeiträge weg.
Konkret betroffen sind mehrere Bereiche der ORF-Kulturberichterstattung: Im Ö1-Morgenjournal wurde die bisherige Praxis, täglich zwei Kulturbeiträge zu senden, beendet. Außerdem wurde die Anzahl der Beiträge in der Sendung „Leporello“ von zwei auf einen Beitrag reduziert. Die Fernsehsendung „Kulturmontag“ wurde um fünf Minuten gekürzt.
Der ORF begründet die Änderungen gegenüber der APA nicht mit Sparmaßnahmen, sondern mit dem Ziel eines ausgewogeneren journalistischen Inhaltsmixes. Die Initiative hält dagegen und spricht von einem „Kulturabbau ohne Not“. Sie befürchtet, dass die Maßnahmen Vorboten eines späteren Personalabbaus im Kulturbereich sein könnten.
In dem Protestschreiben wird gefordert, die Kürzungen zurückzunehmen sowie Kulturredaktionen personell und finanziell zu stärken. Zudem verlangen die Unterzeichner:innen den Ausbau eigenproduzierter Kunst-, Kultur- und Literaturformate, insbesondere auch in den ORF-Landesstudios, wo frühere Einsparungen die Kulturberichterstattung bereits eingeschränkt hätten.
Zu den prominenten Unterstützer:innen zählen unter anderem die Autor:innen Arno Geiger, Monika Helfer, Anna Kim, Dimitré Dinev, Elfriede Jelinek (Nobelpreisträgerin), Doron Rabinovici und Marlene Streeruwitz sowie der Regisseur Erwin Wagenhofer.
