Kafka-Preis an Olga Flor

Die Preisverleihung findet am 19. Juni 2026 im Martinskeller in Klosterneuburg statt. Die Laudationes halten Daniela Strigl für Olga Flor sowie Olga Flor und Manfred Müller für Hanno Millesi.

Die Jury 2026 – bestehend aus Manfred Müller, Dana Pfeiferová, Peter Rosei, Katharina Strasser, Daniela Strigl und Norbert C. Wolf – würdigt Olga Flor als „eine Schriftstellerin, die mit bewundernswerter Radikalität und Konsequenz die Wunden der Gegenwartsgesellschaft mit und in der Sprache aufspürt“.

Olga Flor wurde 1968 in Wien geboren und wuchs in Wien, Köln und Graz auf. Nach einem Physikstudium arbeitete sie im Multimedia-Bereich, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihr vielseitiges Werk umfasst Romane, Kurzprosa, Essays sowie Theater- und Musiktheaterarbeiten. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Anton-Wildgans-Preis, den Outstanding Artist Award und den Veza-Canetti-Preis.

Odradek an Hanno Millesi

Mit dem „Odradek“ wird Hanno Millesi für seinen Roman „Zur Zeit der Schneefälle“ ausgezeichnet. Die Jury hebt darin eine surreale Situation hervor, die „auf komisch-irritierende Weise den Blick auf die gebrechliche Einrichtung der Welt freigibt“.

Hanno Millesi lebt und arbeitet in Wien. Nach Studien der Kunstgeschichte und Philosophie war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum moderner Kunst Wien tätig, später arbeitete er als freischaffender Autor. Neben Romanen und Kurzgeschichten verfasst er Hörspiele und Essays und realisiert Gemeinschaftsprojekte. Gemeinsam mit Xaver Bayer gab er zudem „Austropilot“ heraus. Sein Roman „Zur Zeit der Schneefälle“ stand 2025 auf der Longlist des Österreichischen Buchpreises.

Der Österreichische Franz Kafka-Preis wurde bereits an bedeutende Autor:innen wie Peter Handke, Elias Canetti oder Herta Müller vergeben.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft.

Olga Flor
Olga Flor © Lisa Rastl