International Booker Prize an Taiwanesin Yang Shuang-zi

Der Booker Prize 2026 geht an „Taiwan Travelogue“, das in dem von Japan besetzten Taiwan der 30er-Jahre spielt. Im Fokus stehen zwei Frauen: die eine Autorin aus Japan, die andere eine lokale Übersetzerin. Sie bereisen das Land zusammen und teilen nicht nur ihre Leidenschaft für kulinarische Genüsse, sondern lernen sich auch lieben. Doch die von Unterdrückung geprägten politischen Verhältnisse haben auch ihre Auswirkungen auf die Beziehung der beiden.

„Die Literatur kann sich von Grund auf nicht von der Politik lösen“, sagte Yang Shuang-zi bei der Preisverleihung im Londoner Kunstmuseum Tate Modern. Taiwan habe im Laufe der Zeit unter verschiedenen kolonialen Mächten gelitten und die Bedrohung durch Invasionen erduldet, betonte sie und fügte hinzu: „Ich glaube an die Kraft der Literatur.“

Deutsche Literatur auf der Shortlist

Die deutschsprachigen Autor:innen Shida Bazyar und Daniel Kehlmann waren 2026 für den Booker Prize nominiert: Bazyar war mit ihrem Erstlingswerk „Nachts ist es leise in Teheran“ von 2016 im Rennen, während Kehlmann mit seinem Werk „Lichtspiel“, das 2023 publiziert wurde, antrat.

In „Lichtspiel“ erzählt Kehlmann das Lebensdrama des österreichischen Meisterregisseurs Gustav Wilhelm Pabst (1865-1967), der vor den Nazis in die USA emigrierte, in Hollywood nicht Fuß fassen konnte und in die Heimat zurückkehrte, wo er wieder Karriere machte.

International Booker Prize

Der International Booker Prize ist einer der renommiertesten Literaturpreise weltweit und mit 50.000 Pfund (etwa 58.000 Euro) dotiert, die je zur Hälfte an die Autorin oder den Autor und Übersetzerin oder Übersetzer gehen. Ausgezeichnet werden ins Englische übersetzte Bücher.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des International Booker Prize.

Yáng Shuāng zǐ and Lin King 05 SLICE
Autorin Yáng Shuāng-zǐ und Übersetzerin Lin King © David Parry for Booker Prize Foundation