Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Philippe Sands

Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands wird 2026 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gewürdigt. Sands ist Menschenrechtsanwalt und hat zahlreiche prämierte Sachbücher verfasst. 2023 erhielt er auch den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es:

„Als eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen unserer Zeit setzt sich der französisch-britische Jurist und Schriftsteller für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein. Der Nachkomme von Holocaustüberlebenden zeigt entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden ist und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen ‚Genozid‘ und ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘ stehen.

In seinem literarischen Werk, das mit erzählerischer Brillanz ebenso überzeugt wie mit historischer Tiefe, blickt Philippe Sands sowohl auf die Motive der Täter als auch auf das Leid und die Leben der Opfer. Durch seine abgewogene und immer empathische Darstellung erhalten sie eine Stimme und erfahren Respekt. Die universellen Rechte jedes einzelnen Menschen stehen im Mittelpunkt seiner juristischen Tätigkeit, in der er die Opfer von Kriegsverbrechen und Rassismus, Folter und kolonialem Unrecht verteidigt. Das Bestreben, Ökozid als Straftatbestand beim Internationalen Gerichtshof zu verankern, um die Zerstörung von Ökosystemen unter Strafe stellen zu können, geht ebenfalls auf seine Initiative zurück.

Philippe Sands ist weit mehr als ein Chronist völkerrechtlicher Missstände und Verbrechen: Er ist engagierter Autor und Humanist, der trotz wachsender Widerstände unermüdlich für Menschenrechte eintritt und um Gerechtigkeit und Verständigung ringt.“

Philippe Sands

Philippe Sands, geboren 1960 in London, ist einer der bedeutendsten Völkerrechtler und Menschenrechtsanwälte der Gegenwart. Er lehrt als Professor für Internationales Recht am University College London und vertritt regelmäßig Staaten und Organisationen vor internationalen Gerichten. Bekannt ist er zudem für sein Engagement für die Stärkung des internationalen Rechts sowie für die Anerkennung des Ökozids als internationales Verbrechen.

Neben seiner juristischen Tätigkeit hat sich Sands als preisgekrönter Sachbuchautor etabliert. In seinen Büchern verbindet er persönliche Geschichten mit den großen Fragen von Geschichte, Erinnerung und Völkerrecht. Zu seinen wichtigsten Werken zählen „Rückkehr nach Lemberg“ (2016), „Die Rattenlinie“ (2020), „Die letzte Kolonie“ (2022) und „Die Verschwundenen von Londres 38“ (2025). Für sein literarisches und juristisches Schaffen wurde er vielfach ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in London.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Seit 1950 verleiht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen in der Bundesrepublik Deutschland, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er ist mit einer Preissumme von 25.000 Euro verbunden, die von den Verlegern und Buchhändlern aufgebracht wird. Im Friedenspreis wird die Verpflichtung des Buchhandels, mit seiner Arbeit der Völkerverständigung zu dienen, eindrucksvoll sichtbar.

Die Verleihung des Friedenspreises findet am Sonntag, 11. Oktober 2026, in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live um 10:45 Uhr in der ARD übertragen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

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(c) Philippe Sands
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