Das war die Frankfurter Buchmesse 2025

Frankfurter Buchmesse schließt mit Besucherplus

„Fünf erfolgreiche und intensive Tage“

Die Frankfurter Buchmesse ist mit einem Besucherplus zu Ende gegangen. Zum Abschluss der fünf Messetage meldeten die Veranstalter in allen Kategorien höhere Zahlen als im Vorjahr. Bis Sonntagabend kamen den Angaben zufolge 120.000 Privatbesucher (2024: 115.000). Bei den Fachbesucher:innen zählte die Messe 118.000 Fachbesucher (2024: 115.000). 4.350 Aussteller präsentierten ihre Bücher, Produkte und Dienstleistungen (2024: 4.300). Dazu kamen 7.800 Medienvertreter aus aller Welt (2024: 7.500).

„Wir schauen zurück auf fünf erfolgreiche und intensive Tage. Die Frankfurter Buchmesse bleibt auf Wachstumskurs. Wir haben erneut mehr Besucher:innen und mehr Aussteller als im Vorjahr,“ sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

„In den letzten fünf Tagen war eine immense Lesebegeisterung zu spüren – besonders bei jungen Besucher:innen. Zugleich wurden zentrale Fragen der Zeit verhandelt, etwa der Umgang mit Künstlicher Intelligenz und der Verantwortung der Politik dabei. Diese einzigartige Verbindung von Wirtschaft und Kultur, Lesefest und Diskurs macht die Buchmesse zu einem Ort, der weit in die Gesellschaft wirkt,“ sagt Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Künstliche Intelligenz im Fokus

Eines der zentralen Themen der Messe war die Rolle von Künstlicher Intelligenz im kreativen Prozess. Schon beim Eröffnungsfestakt fand Kulturstaatsminister Wolfram Weimer deutliche Worte: „Auf gleichsam vampiristische Weise saugen KI-Unternehmen das kreative Potenzial aus unzähligen klugen Köpfen, nutzen deren Ideen und Empfindungen, ihre Schaffenskraft, ihre Visionen. Damit wird die große kulturelle Errungenschaft autonomer Kunstwerke und vor allem Bücher zur bloßen Beute. Ich halte das für einen geistigen Vampirismus.“

Unter dem Titel „Mensch und / oder Maschine?“ wurde auf der Messe aus unterschiedlichen Perspektiven über KI diskutiert – von ethischen Fragen über Lizenzierungsmodelle bis hin zu neuen Arbeitsabläufen im Verlagswesen. Während auf der Innovation Stage vor allem praxisnahe Ansätze im Mittelpunkt standen, ging es auf der Bühne Zentrum Wort um faire Vergütung und Regulierung.

Im Forum Bildung wurde Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation der Zukunft hervorgehoben. Auf der Centre Stage wiederum stellte sich die große Frage: „Who controls reality?“ Melissa Fleming, Under-Secretary-General for Global Communications bei den Vereinten Nationen, warnte: Wer verstehe, wie man Algorithmen für sich nutzt, könne Stimmen verstärken, Narrative verzerren und damit die gemeinsame Wirklichkeit verschieben.

Das kulturpolitische Programm Frankfurt Calling brachte internationale Perspektiven zusammen. Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa sagte: „Wir befinden uns in den letzten zwei Minuten eines Informations-Armageddon.“ Der ehemalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg ergänzte: „Wir alle tragen Verantwortung, unabhängige Medien zu unterstützen.“

Österreich auf der Frankfurter Buchmesse

Der Österreich-Stand, ausgerichtet vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) und der Außenwirtschaft Austria/WKO, war wie jedes Jahr ein beliebter Treffpunkt für die Branche – darunter Verlage, Autor:innen, Medien und insbesondere zahlreiche Messebesucher:innen.

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Der österreichische Gemeinschaftsstand (c) Johanna Baschke

Nach der Eröffnung des Österreich-Standes am ersten Messetag, Mittwoch, 15. Oktober, besuchten Andreas Babler (Bundesminister für Kunst und Kultur), Benedikt Föger (Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels) und Alexander Potyka (Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbandes) bei einem gemeinsamen Rundgang die Stände der österreichischen Verlage. Auch Staatssekretär Sepp Schellhorn unternahm später einen Rundgang und nahm sich Zeit für Gespräche mit den österreichischen Verleger:innen.

Am Abend lud der HVB gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) zum traditionellen Österreich-Empfang ins Frankfurter Städel Museum. Unter den mehr als 350 Gästen befanden sich unter anderem Staatssekretär Sepp Schellhorn sowie zahlreiche Vertreter:innen aus der Buch- und Verlagsbranche und der Literatur- und Medienszene.

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Bundesminister Andreas Babler eröffnet den traditionellen Österreich-Empfang im Städel-Museum (c) Corinna Mehl

Hier finden Sie Fotos von der Standeröffnung und hier geht es direkt zu den Fotos vom Österreich-Empfang im Städel Museum.

Deutscher Buchpreis an Dorothee Elmiger

Den Deutschen Buchpreis 2025 erhielt die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger für ihren im Hanser Verlag erschienenen Roman Die Holländerinnen. Die Jury würdigte das Werk als „Ereignis“: „Eine Schriftstellerin berichtet von ihrer Reise in den südamerikanischen Urwald mit einer Theatergruppe auf den Spuren zweier Holländerinnen, die vor Jahren dort verschwunden sind. Auf dieser Wanderung erzählt sich die Gruppe verstörende Geschichten. Je tiefer sie sich im Dickicht und Morast verläuft, desto mehr reißt Elmiger die Leser:innen in einen Sog der Angst. Ihr Roman erzählt von Menschen, die in ihr ‚dunkelstes Gegenteil‘ verfallen“, heißt es in der Jurybegründung.

Verleihung des Friedenspreises an Historiker Karl Schlögel

Zum Abschluss der Messe wurde der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an den Historiker Karl Schlögel verliehen. In seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche fand er eindringliche Worte zur Lage in der Ukraine: Putins Russland, so Schlögel, sei entschlossen, das Land „von der Landkarte Europas zu tilgen“. Er prägte den Begriff des „Urbizids“ – der Auslöschung ganzer Stadträume.

Der frisch gekürte Literaturnobelpreisträger László Krasznahorkai musste seinen geplanten Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse krankheitsbedingt absagen.

Lesefieber bei New Adult-Fans

Ein besonderer Publikumsmagnet war auch heuer der New-Adult Bereich. Um dem großen Andrang gerecht zu werden, wurde der „Meet-the-Author“-Bereich erstmals räumlich vom übrigen Messegeschehen abgetrennt. Besonders in Halle 1.2 und der Festhalle herrschte Festivalstimmung.

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Großer Andrang in der New Adult Halle 1.2 (c) Frankfurter Buchmesse

Ehrengast: Von den Philippinen nach Tschechien

Mit der feierlichen Gastrollen-Übergabe endete der Auftritt der Philippinen als Ehrengastland. Senatorin Loren Legarda zog eine positive Bilanz: „Der Ehrengastauftritt hat […] neue Wege für unsere Kreativwirtschaft eröffnet, um auf dem europäischen Markt präsent zu sein. So können unsere Geschichten auch künftig über Kulturen und Kontinente hinweg wirken. Nachhaltigkeit – von Geschichten, Kultur und kreativen Branchen – steht im Zentrum unserer Vision. Wir sind stolz darauf, Grundlagen geschaffen zu haben, die auch nach dieser Buchmesse weiter wachsen werden. Mit Dankbarkeit und Freude übergeben wir nun an Tschechien und gratulieren herzlich zum Auftakt.“

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Loren Legarda, Senatorin der Republik der Philippinen bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse (c) Frankfurter Buchmesse

Der Direktor des tschechischen Ehrengastauftritts, Tomáš Kubíček, freut sich auf das kommende Jahr: „Die tschechische Literatur ist vielfältig. Ich bin überzeugt, dass die heutigen tschechischen Autoren und Autorinnen der Welt der Literatur viel zu bieten haben – von der charakteristischen Ironie und Selbstironie bis zu ihrem Talent, starke Geschichten zu erzählen und inspirierende Themen zu finden.”

Organisator des Ehrengastauftritts Tschechiens ist die Mährische Landesbibliothek Brno mit ihrer Sektion Tschechisches Literaturzentrum.

Die 78. Frankfurter Buchmesse findet vom 7. bis 11. Oktober 2026 statt.

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(c) Frankfurter Buchmesse
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