Exil-Literaturpreis an Tamara Štajner

Die in Wien lebende slowenische Autorin und Bratschistin Tamara Štajner erhält den diesjährigen Hauptpreis der Exil-Literaturpreise. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird am 11. Dezember im Literaturhaus Wien überreicht. Mit ihrem aktuellen Roman „Luft nach unten“, erschienen bei Zsolnay, steht die Autorin außerdem im August an der Spitze der ORF-Bestenliste.

„Schonungslos aber nicht ohne Empathie erzählt Tamara Štajner von transgenerationalen Traumata und einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung. Virtuos lässt sie mit wenigen, klug gesetzten Strichen so hochkomplexe Gebilde wie Lebensläufe und Beziehungsgewebe – mit all den Erwartungen und Plänen, den Enttäuschungen und Zurückweisungen – vor den Augen der Leser:innen erstehen, bevor die zuvor aufgebaute Spannung im letzten Akt dieses virtuosen Kammerspiels verglüht,“ heißt es in der Jurybegründung.

Die Jury setzt sich 2026 aus Barbara Zwiefelhofer (Literaturhaus Wien), Jessica Beer (Residenz Verlag) und Marko Dinić (Autor) zusammen.

Tamara Štajner

Tamara Štajner, geboren 1987 in Novo Mesto, Slowenien, ist Bratschistin und Schriftstellerin. Sie schreibt auf Slowenisch und Deutsch. 2024 gewann sie den Lyrikpreis Meran, beim Ingeborg-Bachmann-Preis wurde ein Auszug aus „Luft nach unten“ mit dem Kelag-Preis ausgezeichnet. 2023 erschien ihr Debütroman „Raupenfell“. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Weitere Preisträger:innen

Der zweiten Preis, dotiert mit 2.000 Euro und gefördert von der Kulturkommission Neubau, geht an Muhammet Ali Baş für seinen Text „Zelzele“.

Den dritten Preis, dotiert mit 1.500 Euro und gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien, erhält Boban Ristić.

Die Jury hat darüber hinaus beschlossen, 2026 anstelle eines Lyrikpreises einen vierten Prosa-Preis zu vergeben. Dieser ist mit 1.500 Euro dotiert und wird von der Kulturkommission Neubau gefördert. Mit diesem Preis wird Manuela Tomić geehrt.

Der Preis für Autor mit Erstsprache Deutsch, dotiert mit 1.000 Euro und gefördert von der Literaturabteilung des BMWKMS, geht an Tara Meister für ihren Text „was wert“.

Exil-Literaturpreis

Die Exil-Literaturpreise werden seit 1997 vom „verein exil“ vergeben und von der Literaturabteilung der Stadt Wien Kultur gefördert. Die Auszeichnung dient der Förderung von Autor:innen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisverleihung findet am 11. Dezember um 19 Uhr im Literaturhaus Wien statt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tamara Stajner
Preisträgerin Tamara Stajner ©Heribert Corn
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