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Die Preisträger im Porträt: Buchhandlung Heyn

Wir stellen die Preisträger des Österreichischen Buchhandlungspreises vor: Diesmal hat uns Helmut Zechner von der Buchhandlung Heyn ein paar Fragen beantwortet und gibt interessante Einblicke in die Zukunft seiner Buchhandlung und der Branche.

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Helmut Zechner Foto (c) www.tinefoto.com

Was hat Sie dazu bewogen, diese Buchhandlung zu gründen?

HEYN wurde 1868 von Rudolf Bertschinger gegründet, mein Ururgroßvater Johannes Heyn stieg kurz darauf als Teilhaber ein, da Bertschinger in finanzielle Schwierigkeiten geraten war (ein Schicksal, dass es sogar heute noch unter BuchhändlerInnen geben soll). Eine Begeisterung für das Medium Buch bzw. die Literatur dürfte, wie man innerfamiliär hört, auch eine gewisse Rolle gespielt haben.

Was ist das Schönste daran, Buchhändler zu sein?

Sich tagtäglich mit einer der schönsten, spannendsten und faszinierendsten Handelsware und den vielen interessanten Menschen – seien es nun MitarbeiterInnen, KundInnen, BranchenkollegInnen, VertreterInnen oder VerlegerInnen –  zu umgeben sowie die Möglichkeit, andere Menschen mit meiner Begeisterung für Bücher anzustecken und damit doch tatsächlich auch meinen Lebensunterhalt verdienen zu dürfen, machen für mich den Hauptreiz unseres Berufes aus.

Was planen Sie für die Zukunft Ihrer Buchhandlung?

Weiterer Ausbau der Onlineaktivitäten bis wir wenigstens einen 35 %-igen Onlineanteil haben. Erst dann glaube ich, dass wir den größten Teil unserer KundInnen sowohl stationär als eben auch online hinter uns stehen haben. Derzeit stehen wir bei knapp 19 %. Der heuer geplante Relaunch unserer Website (vor allem einer deutlich verbesserten mobilen Version) sollte gemeinsam mit verbessertem Newslettering und konzertierten Social Media-Aktivitäten helfen, diesem Ziel näher zu kommen. Im Oktober werden 150 Jahre HEYN mit einer großen Festwoche gefeiert.

2019 widmen wir uns dann der intensiven „Erforschung“ von VLB-TIX, einer Neuerung im Buchhandel, der ich persönlich (noch) skeptisch gegenüber stehe.

Branchenpolitisch würde ich mich freuen, wenn wir gemeinsam mit den Verlagen die existenzbedrohende Schere zwischen den teils immer noch stagnierenden (und damit real sinkenden) Buchpreisen und stets steigenden Handlungskosten (Personal, Energie, Transport, Miete etc.) aufbrechen können. Mir scheint, dass die Erkenntnis, dass höhere Buchpreise eine zwingende Notwendigkeit sind, um unserer Branche auf Dauer die Existenz zu sichern, langsam aber sicher Einzug in die Gedankenwelt von VerlegerInnen und auch immer mehr BuchhändlerInnen erhält. Ich hoffe nur, dass das schnell genug voranschreitet. Letztendlich wird der betriebswirtschaftliche Druck auf die Sortimenter entscheidend sein, ob, wann und wie diese Veränderungen passieren können. Und da scheint mir die Leidensfähigkeit so mancher BuchhändlerInnen leider sehr bzw. definitiv zu hoch zu sein.

Warum ist der Österreichische Buchhandlungspreis für die gesamte Branche wichtig?

Der Preis rückt die kulturpolitisch wichtige Funktion des inhabergeführten Sortimentsbuchhandels in den medialen Mittelpunkt und zeigt damit vielen Menschen, was engagierte und ideenreiche BuchhändlerInnen für ihre Kunden im Wettbewerb mit den großen stationären Mitbewerbern und vor allem Amazon alles leisten können.

Mit der großen Ehre und medialen Aufmerksamkeit samt attraktivem Preisgeld kann diese Auszeichnung als Motivation für möglichst viele Buchhandlungen dienen, nicht deprimiert die aktuelle Situation unserer Branche zu betrauern, sondern stattdessen die eigene Buchhandlung mit Energie, Ideen, Verve und Elan (neu) zu positionieren um damit erfolgreich in die Zukunft blicken zu können.

Die Preisträger 2018:

Buchhandlung Alexowksy, Groß-Enzersdorf
Haymon Buchhandlung, Innsbruck
Buchhandlung Heyn, Klagenfurt
Seeseiten Buchhandlung, Wien
Buchhandlung Stark, Gmünd

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