Die Leipziger Buchmesse ist eröffnet!

Vier Tage lang steht Leipzig ganz im Zeichen des Buches. Im Fokus der diesjährigen Ausgabe steht die Literatur des Donauraums mit den zehn Ländern entlang des Flusses. Gemeinsam mit der parallel stattfindenden Manga-Comic-Con und dem traditionsreichen Lesefest Leipzig umfasst das Programm rund 2.000 Veranstaltungen. Für Besucher:innen öffnete die Messe um 10.00 Uhr ihre Tore.

Eröffnung im Gewandhaus

Für den musikalischen Rahmen sorgte das Gewandhausorchester. Nach einem Walzer von Strauß eröffnete Direktorin Astrid Böhmisch offiziell die Leipziger Buchmesse 2026.

Im Zuge der Eröffnung wurde auch der Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen. In diesem Jahr geht die renommierte Auszeichnung an den bosnisch-kroatischen Autor Miljenko Jergović für seine Kriegserzählungen in „Das verrückte Herz“.

In seiner Dankesrede rief Jergović Europa dazu auf, menschlich zu bleiben – insbesondere im Umgang mit jenen, die hier Schutz suchen. Europa definiere sich nicht über geografische Grenzen, sondern über seine Vielfalt und dürfe sich nicht von Angst leiten lassen, so der Autor.

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Schriftsteller Miljenko Jergović wurde mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geehrt (c) Leipziger Messe/Jens Schlueter

Die Laudatio hielt Barbi Marković. Jergović widme sich immer wieder Fragen von Zugehörigkeit, Freundschaft, Liebe und Gewalt, sagte sie: „Das Ergebnis ist ein bisschen dirty, ein bisschen zu kompliziert und zu menschlich. Jede dieser Geschichten ist ein Plädoyer für die unschubladisierbare mäandrierende Menschlichkeit.“

2022 erhielt Jergović den Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.

Kulturstaatsminister erntet Buhrufe

Die Kontroverse rund um den Ausschluss dreier Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis überschattete die Eröffnung der Messe.

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hatte für Mittwoch, 18 Uhr, zu einer Protestkundgebung auf dem Augustusplatz aufgerufen. „Wer heute Buchhandlungen ausgrenzt, wird morgen vor Büchern nicht Halt machen“, hieß es im Vorfeld.

Mehrere hundert Demonstrierende versammelten sich daraufhin vor dem Gewandhaus, um gegen Kulturstaatsminister Weimer zu protestieren. Als dieser schließlich ans Rednerpult trat, waren Buhrufe aus dem Publikum zu vernehmen. In seiner Rede verteidigte er die Entscheidung, Buchhandlungen vom Preis auszuschließen: „Ich selber habe für die Meinungsfreiheit als Journalist und Verleger mein halbes Leben lang leidenschaftlich gekämpft. Immer wieder und gerade gegen den übergriffigen Staat“, sagte er. „Die Kategorie der Freiheit und die Kategorie der Förderung aber sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.“

Zum Abschluss schlug Weimer vor, „den kommenden Buchhandlungspreis mit Börsenverein, Kurt-Wolff-Stiftung und anderen Stakeholdern neu zu beleben – und ihn vielleicht um einen Kinder- und Jugendbuchhandlungspreis zu ergänzen.“

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus (c) Leipziger Messe/Jens Schlueter

Zuvor hatte Sebastian Guggolz, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, deutliche Kritik an Weimer geäußert: „Wir, die Bücher produzierenden, verkaufenden, lesenden – wir lassen uns nicht einschüchtern durch politische Interventionen, die unsere Freiheit und Unabhängigkeit in Frage stellen wollen.“ Die Branche lasse sich nicht spalten oder gegeneinander ausspielen: „Wir sind keine Branche der begrenzten Meinungs-, Denk- oder Sprechkorridore. Wenn wir ‚Vielfalt‘ sagen, dann streben wir die größtmögliche Bandbreite an Meinungen und Positionen an – nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.“

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach sich für die Zukunft des Buchhandlungspreises aus – als wichtiges Signal für den Handel und als Förderinstrument. Zugleich appellierte er an alle Beteiligten, gemeinsam eine Lösung zu finden: „Herr Weimer, Sie haben die Hand ausgestreckt – das finde ich gut“, sagte er in Richtung des Kulturstaatsministers und wandte sich zugleich an Guggolz: „Ergreifen Sie sie und reden Sie miteinander, finden Sie eine Lösung.“

Österreich auf der Leipziger Buchmesse 2026

Rund 40 österreichische Verlage sind mit einem eigenen Stand vertreten, zusätzlich stellen 20 Verlage aus Österreich am HVB-Gemeinschaftsstand aus.

Die Eröffnung des Österreich-Standes findet am Donnerstag, 19. März 2026 um 17.00 Uhr statt (Halle 4, Stand D203/E202).

Das traditionelle Österreich-Kaffeehaus am HVB-Gemeinschaftsstand bietet einem hochkarätig besetzten Veranstaltungsprogramm eine Bühne. Zusätzlich treten zahlreiche heimische Autor:innen auf der Messe und in der ganzen Stadt auf.


20 ausstellende Verlage am Österreich-Stand:

ACE austria books – Amalthea Verlag – Brandstätter Verlag – Braumüller Verlag – De Gruyter Brill – Böhlau Wien – edition a – Ed. Korrespondenzen – edition lex liszt 12 – Edition Wortschaft – G-ADAM Verlag – Hollitzer Verlag – Klever Verlag – Literaturedition Niederösterreich – MACKINGERVERLAG – ONDALY – publishing – Ritter Verlag – sonderzahl  – TU Wien Academic Press – Verlag Heyn / Edition Meerauge – Villa Wiental – Räume für Träume 

Hier finden Sie eine Auflistung aller Aussteller aus Österreich auf der Leipziger Buchmesse.

Alle Informationen zum Programm im Österreich Kaffeehaus und zu den Ausstellern am HVB-Gemeinschaftsstand finden Sie hier.

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Die Eröffnung der Leipziger Buchmesse 2026 im Gewandhaus (c) Leipziger Messe GmbH/ Jens Schlüter
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