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Das Potenzial von (Literatur-)Blogs

Im deutschsprachigen Raum sind in den vergangenen Jahren mehr als 1.200 Literaturblogs entstanden. Auf ihren Plattformen stellen BloggerInnen aktuelle Belletristiktitel vor, führen Interviews mit AutorInnen oder posten Berichte von Buchpräsentationen und Literaturfestivals. Dazu kommen Tausende Blogs, die sich zwar nicht dezidiert mit Büchern befassen, deren Themen aber zahlreiche Anknüpfungspunkte zu aktuellen Sachbuch- und Ratgebertiteln bieten. Dank ihres persönlichen Zugangs zu Literatur- und Sachbuchthemen, ihrer Authentizität und dem hohen Grad der Interaktivität von Blogs sind BloggerInnen mittlerweile zu wichtigen AkteurInnen des Buchmarkts avanciert.

Mit der zunehmenden Bedeutung von Blogs hat sich das Feld, innerhalb dessen Verlage Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit für ihre Titel generieren, massiv ausgeweitet. „Blogs sind ein immer wichtiger werdender Teil der Öffentlichkeit, oder bereits geworden, das hängt erheblich vom Inhalt des Buches ab, und darum sind sie natürlich auch ein wichtiger Baustein in einer Kommunikationsstrategie“, so Michael Then, Kommunikationsleiter bei Benevento Publishing, über den Stellenwert von Blogs in der Verlags-PR. „Es geht schlicht um den/die richtigen oder passenden Kommunikationskanäle für das jeweilige Buch. Das kann sehr kleinteilig, ja fast granular sein oder sehr groß. Entscheidend ist das Umfeld des Blogs, des Bloggers. Je stärker das Netzwerk in der Interaktion, desto mehr Sichtbarkeit im Netz. Und das ist das Kriterium.“

Die meisten LiteraturbloggerInnen sind zwar untereinander ausgezeichnet vernetzt, erreichen allerdings kaum mehr als 9.000 Pageviews monatlich. Dennoch lohnt sich für viele Belletristikverlage die Zusammenarbeit, wenn die Plattform professionell gestaltet und die Qualität der Rezensionen hoch ist. Im Gegensatz dazu haben etablierte Blogs aus den Bereichen Food, Reise oder Mode oft sehr große Reichweiten. So generieren große Modeblogs nicht selten 100.000 Pageviews monatlich. Auch sogenannte Mamablogs, die neben zahlreichen anderen Produkten vornehmlich Kinderbücher oder Ratgeber rund um Erziehung, Ernährung und Kindergesundheit empfehlen, erreichen beachtliche Reichweiten und sind für (Kinderbuch-)Verlage relevante Multiplikatoren.

Wirkungsvolles Empfehlungsmarketing
Friederike Harr, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Brandstätter Verlag, schätzt an Blogs vor allem die Authentizität der Kommunikation: „Im Blog geht es um persönliche Vorlieben und Tipps des Bloggers – wenn ich sie oder ihn schätze und die Beiträge lese, ist es ein bisschen so, also würde ein Freund oder eine Freundin mir etwas empfehlen. Ich vertraue auf das Urteil, da ich die Person, die mir etwas näher bringt mag.
Die Auseinandersetzung mit dem Buch bekommt auf einem Blog viel mehr Raum: Da wird nicht nur über den Inhalt, sondern oft auch über die Bildsprache und die Grafik gesprochen. Es werden Rezepte nachgekocht und das Buch einem ‚Reality Check‘ unterzogen. So viel Platz ist in den klassischen Medien oft nicht vorhanden. Die sehr subjektive und genaue Betrachtung der Bücher vermittelt meist einen viel differenzierteren Einblick in das Produkt.“

Blogger-Relations in der Verlags-PR
Während BloggerInnen noch vor wenigen Jahren von Verlagen in der Regel stiefkindlich behandelt wurden, machen die meisten Verlage heute keine Unterschiede mehr zwischen klassischen JournalistInnen und BloggerInnen: „Blogger-Relations sind für die Kommunikation seit Jahren ebenso relevant wie klassische Medienarbeit. Besonders im Food-Bereich gibt es etliche Blogs mit großer Reichweite, die von uns gehegt und gepflegt werden“, erzählt Friederike Harr. Und auch Michael Then hält eine Unterscheidung zwischen BloggerInnen und JournalistInnen eher für eine künstliche, denn kommunikationstechnisch relevante: „Gibt es einen Unterschied zwischen Radio und Zeitung? Ja, natürlich. Gibt es einen Unterschied zwischen Fernsehen und Blog? Ja. Und, ist das wichtig, im Sinne von Wertung gleich Bedeutung? Nein.“

 

Weitere Informationen

  • Eine erste Übersicht über deutschsprachige Literaturblogs finden Sie unter http://www.lesestunden.de/topliste/ und http://www.litblogs.net/.
  • Eine der bekanntesten deutschsprachigen LiteraturbloggerInnen ist Karla Paul. Auf ihrem Blog Buchkolumne findet man neben Rezensionen auch Informationen über die Buchbranche.
  • Ein sehr schönes Online-Magazin hat Sieglinde Geisel mit einigen anderen KulturjournalistInnen ins Leben gerufen: Tell versteht sich als Salon, in dem über Literatur und andere Kulturthemen debattiert wird.
  • Die besten deutschen Krimiblogs hat Stefan Mesch hier zusammengetragen.
  • Petra Wiemann widmet sich in ihrem Blog Elementares Lesen vor allem dem Sachbuch.

BookTuber
Andreas Dutter ist einer der wenigen österreichischen BookTuber. Sein Channel youtube.com/brividolibro hat mehr als 5.600 AbonnentInnen. Pro Monat stellt Dutter bis zu zehn Videos online.

Andrea Koßmann bloggt seit 2006 auf Kossis Welt über Literatur, seit 2009 bespricht sie auch auf Youtube Bücher. Ihr Channel hat mehr als 14.000 AbonnentInnen.

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