Der Usedomer Literaturpreis soll während der diesjährigen Usedomer Literaturtage am 18. April überreicht werden.
Die Jurybegründung
„Der Preis geht an Clemens J. Setz für seine meisterhafte Prosa, die Elemente der Groteske, des Unheimlichen, der Science-Fiction miteinander verbindet ohne dabei auf Humor zu verzichten und die ihn in die Tradition von Franz Kafka, Robert Walser oder Thomas Pynchon stellt. Für seine außerordentliche Präzision in der Beschreibung einer verstimmten Welt und der nicht im Einklang mit ihr stehenden Protagonisten. Für die Erkundung des Sonderbaren, des Wahnsinns und der Unangepasstheit – einerseits als Schlüsselrepräsentation unserer Gegenwart, andererseits als Schlüssel zur Bewältigung von Schmerz, Chaos und Ausgrenzung. Für seinen scharfen Blick und die Aufforderung zum genauen Betrachten der Dinge. Für die Beobachtung der Sprache in ihrer Unangemessenheit in Bezug auf die Erfahrung und zugleich für den Glauben an ihre Kraft. Und schließlich für den Hoffnungsschimmer, der sich aus der positiven Faszination für neue Technologien und Kunstsprachen ergibt sowie aus der Inspiration durch Computerspiele und Internet, und der Clemens J. Setz zu einem Schriftsteller macht, der den Puls der Gegenwart auf besondere Weise spürt und neue Räume für die Literatur öffnet.“
Clemens J. Setz
Der Usedomer Literaturpreisträger 2026 Clemens J. Setz ist in Graz aufgewachsen und lebt heute als freier Autor und Übersetzer in Wien. Besondere Beachtung fanden sein Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ und seine Romane „Indigo“, „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ und „Monde vor der Landung“. Zuletzt wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis 2021 und dem Österreichischen Buchpreis 2023 geehrt.
Usedomer Literaturpreis
Die Usedomer Literaturtage eröffnen alljährlich das Kulturjahr auf der sonnenreichen Insel Usedom. Ein besonderer Höhepunkt ist die Verleihung des Usedomer Literaturpreises an junge Schriftsteller, die sich in besonderer Weise um den europäischen Dialog verdient gemacht haben.
Erstmalig wird in diesem Jahr auch der Usedomer Übersetzerpreis verliehen. Er geht an Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein für die Neuübersetzung von Bolesław Prus „Die Puppe“. „Die meisterliche Übertragung …dieses monumentalen Werks der polnischen Sprache setzt neue Maßstäbe in der Übersetzungskunst und erinnert uns an die nie nachlassende Kraft der literarischen Klassik, die in dieser erstklassigen Neuübersetzung neue ungeahnte Facetten zeigt, mit neuen Bedeutungen und Aktualitäten glänzt und gleichzeitig die polnische Geschichte den deutschen Leserinnen und Lesern näher bringt.“, so die Jurybegründung für den Usedomer Übersetzerpreis. Die Preisverleihung findet ebenfalls am 18. April statt, auf dem polnischen Teil der Insel Usedom, in Swinemünde.
Die Usedomer Literaturtage finden in diesem Jahr vom 15. bis 18. April 2026 auf der Insel Usedom statt.
