Clemens J. Setz erhält den Franz Nabl Preis der Stadt Graz

Der mit 15.000 Euro dotierte Franz-Nabl-Preis geht dieses Jahr an den Schriftsteller Clemens J. Setz wie am 22. Juni bekanntgegeben wurde.

Jurybegründung:

„Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er mit Auszeichnung maturierte und Germanistik und Mathematik zu studieren begann. In seiner Schulzeit war er nicht sehr an Literatur interessiert, erst das Gedicht „Die Morgenfeier“ von Ernst Jandl weckte in ihm seine dahingehende Aufmerksamkeit. Seinen literarischen Weg begann er im Frühjahr 2002 mit einer Veröffentlichung in der Grazer Literaturzeitschrift LICHTUNGEN, er publizierte auch in den manuskripten und war Mitglied der Grazer Textwerkstatt plattform. Heute lebt Clemens J. Setz in Wien und gehört zu den herausragendsten Autor:innen Österreichs. Seine zahlreichen Publikationen, die hauptsächlich bei Suhrkamp erscheinen, erhielten bislang ebenso zahlreiche Literaturpreise. So wurde Setz für den Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2011 ausgezeichnet, landete auf mehreren Long- und Shortlists, erhielt den Jakob von Wassermann- genauso wie den Heinrich von Kleist-Preis und nahm 2021, als Höhepunkt seiner bisherigen literarischen Laufbahn, den „Georg Büchner“-Preises 2021 entgegen. Clemens J. Setz geht seinen literarischen Weg seit seinen Grazer Anfängen konsequent weiter. Sein Schreiben betrachtet und erkundet Grenzbereiche menschlichen Erlebens. Im deutschsprachigen wie internationalen Feuilleton wird ihm die Fähigkeit attestiert, derbe Anschaulichkeit mit großer Menschenfreundlichkeit zu koppeln und mit psychologischem Hintersinn Doppelbödigkeiten des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu ergründen. Der lesewütige Autor reichert die von ihm entworfenen Welten nicht nur durch poetische und sprachschöpferische Imagination, sondern auch durch ein nahezu unglaublich wirkendes enzyklopädisches Wissen an. Seiner Heimatstadt Graz bleibt Setz verbunden: Seit 2019 erscheint in den LICHTUNGEN in regelmäßiger Folge sein Essay „Poesie an unvermuteten Stellen“. Die Jury ist einhellig der Meinung, dass Clemens J. Setz mit dem Franz Nabl-Preis ausgezeichnet werden soll.“

Der Literaturpreis der Stadt Graz / Franz-Nabl-Preis wird jedes zweite Jahr im Rahmen einer Jurysitzung vergeben. Die Vergabe dieses höchstdotierten Literaturpreises der Stadt Graz ist eng mit der wissenschaftlichen Tätigkeit des Franz-Nabl-Institutes für Literaturforschung der Karl Franzens Universität Graz verbunden. Die Vergabe dieses Preises erfolgt ausschließlich auf Empfehlung einer Jury.

Der Literaturpreis der Stadt Graz wird wie die meisten Preise im Kulturbereich der Stadt Graz nicht ausgeschrieben. Die Juror:innen und Juroren, die sich sehr nachhaltig mit den jeweiligen Kunstsparten auseinandersetzen, nominieren Kandidat:innen und einigen sich dann in Jurysitzungen über den oder die Kandidat:in.

(c) Max Zerrahn